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Schon vor 150 Jahren wurde darüber diskutiert, ob die Heilbronner Schwaben oder Franken sind – im frühen Mittelalter hatten zunächst die germanischen Alamannen, seit dem 6. Jahrhundert dann die Franken das Unterland besiedelt. Nach der Eingliederung der Reichsstadt in das Königreich Württemberg 1803 verstärkten sich die schwäbischen Einflüsse – gerade auch in der Mundart, die von der Wissenschaft allerdings zum Südfränkischen gerechnet wird. |
Heute lassen sich längst keine eindeutigen Charaktermerkmale der „typischen“ Heilbronner mehr feststellen – zu groß waren die Umwälzungen und Wanderungsbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert. Nach einer ersten Auswanderungsbewegung um 1816/17 strömten mit der einsetzenden Industrialisierung zunächst Menschen aus dem ländlich geprägten Umland in die Stadt und ihre Vororte; zwischen 1818 und 1871 wuchs die Einwohnerzahl von Heilbronn von 6700 auf 19.000; im damaligen Vorort Böckingen versiebenfachte sich die Bevölkerung sogar zwischen 1861 und 1914 von 1890 auf 13.000 Einwohner.
Gewachsene konfessionelle und soziale Strukturen – Heilbronn war seit der Reformation eine protestantisch geprägte Stadt – veränderten sich in dieser Zeit radikal. So wuchs z.B. die jüdische Gemeinde in Heilbronn zwischen 1858 und 1933 von 65 auf 790 Mitglieder; ihre Verfolgung, Vertreibung und Ermordung gehört zu den dunklen Seiten der Stadtgeschichte.
Im Zweiten Weltkrieg traf der Luftkrieg die Heilbronner Bevölkerung hart. Allein in der Nacht des 4. Dezember 1944 starben in der historischen Altstadt mehr als 6500 Menschen im Inferno eines Fliegerangriffs der britischen Luftwaffe.
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Nach dem Ende des Krieges strömten Flüchtlinge und Heimatvertriebene in die Stadt – 1955 wird ihr Anteil an der Heilbronner Bevölkerung auf mehr als 15 Prozent geschätzt; zu ihnen kamen in den folgenden Jahrzehnten Flüchtlinge aus der DDR und Spätaussiedler aus Ost- und Südosteuropa. Seit Beginn des Wirtschaftswunders in den fünfziger Jahren kamen zunehmend auch Gastarbeiter. Ihre Zahl wuchs von 700 im Jahr 1956 auf 16.000 im Jahr 1970.
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Schließlich veränderten die Eingemeindungen die Bevölkerung der Stadt – zwischen 1933 und 1974 wurden acht ehemals selbstständige Gemeinden in das Stadtgebiet eingegliedert: 1933 die Stadtgemeinde Böckingen, 1938 Neckargartach und Sontheim, 1970 Klingenberg, 1974 Kirchhausen, Biberach, Frankenbach und Horkheim. Jedes dieser Dörfer veränderte auch die Zusammensetzung der Heilbronner Bevölkerung. Sontheim und Kirchhausen etwa waren als Dörfer des Deutschen Ordens stark katholisch geprägt, Böckingen und Neckargartach hatten als Arbeiterwohnvororte eine andere Sozialstruktur als die Kernstadt.
Die herausragenden Entwicklungen der beiden letzten Jahrzehnte waren schließlich der Zuzug von Spätaussiedlern vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion sowie bis Mitte der 90er Jahre die Erhöhung des Anteils ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Heute leben im Stadtkreis Heilbronn etwa 122.000 Menschen, etwa 46 Prozent davon haben eine Zuwanderungsgeschichte.
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