|
 |
Ende 2013 soll die Stadtbahn die Heilbronner City auch mit Neckarsulm, Sinsheim und Mosbach verbinden. Wie auch auf der ersten Strecke Eppingen - Heilbronn - Öhringen wird die innovative und umweltfreundliche Stadtbahn die Vorteile von Straßenbahn und Eisenbahn miteinander verbinden. Während die Bahn auf Heilbronner Stadtgebiet auf einer neuen Trasse quer durch die Stadt fährt, wird sie ab Neckarsulm auf bestehenden Gleisen weiterfahren. |
Von den Planungen versprechen sich Stadtverwaltung und Gemeinderat auch städtebauliche Impulse für Allee und Paulinenstraße, aber auch für das Industriegebiet. Bauherrin im Heilbronner Stadtgebiet ist die Stadtwerke Heilbronn GmbH.
Mal links, mal rechts, mal in der Mitte
Die 3,6 Kilometer lange innerstädtische Trasse führt über Allee, Paulinenstraße, Sülmertor, Salz-, Au- und Hans-Rießer-Straße und dann parallel zur bestehenden Bahnlinie Richtung Stadtgrenze, die auf Höhe der Haltestelle Kaufland erreicht wird.
In der Allee verlaufen die zwei Gleise auf beiden Straßenseiten neben den Bürgersteigen im Bereich der heutigen Busspuren, die Haltestellen liegen im Bereich der Bushaltestellen „Harmonie". Sie werden hier als kombinierte Haltestellen für Stadtbahn und Bus erstellt, der Gleisbereich wird von Bussen mit befahren. Durch diese „ÖV-Trasse" ist es möglich, viele der alten Bäume im Gehwegbereich der Allee zu erhalten.
Vor dem Theaterforum K3 befindet sich eine Haltestelle in der Straßenmitte der Weinsberger Straße. In der Paulinenstraße verläuft der Schienenstrang bis zur Sichererstraße auf der westlichen Seite, die Haltestelle Paulinenstraße am Berufsschulzentrum wird in der Fahrbahnmitte platziert. Für den Autoverkehr steht die Paulinenstraße künftig nur noch stadtauswärts zur Verfügung, stadteinwärts geht es durch die Schaeuffelenstraße.
Beim Sülmertor wird die Bahnlinie unterquert, in der Salzstraße liegt das Gleispaar bis zum Industrieplatz auf der Seite des Handwerkerhofs, in der Austraße liegen zwei Haltepunkte wieder in der Mitte der Fahrbahn. Der Abzweig zur Hans-Rießer-Straße wird künftig als Kreisel gestaltet, ab hier verläuft ein Gleis auf der nördlichen Seite. Das andere ist in die Straßenfahrbahn Richtung Norden integriert.
Insgesamt sind damit sechs neue Haltepunkte auf Heilbronner Stadtgebiet geplant.
Impulse für die Stadtentwicklung - Allee wird zum Boulevard
Insbesondere die Allee wird durch die Stadtbahn an Attraktivität gewinnen. Ihre Gestaltung wird an die Tradition der Allee als Promenade anknüpfen. Hier macht sich die getrennte Schienenführung bezahlt, die die Fußgängerbereiche, aber auch Theater, Harmonie und Kunsthalle vom Individualverkehr abschirmt. Um den Promenadencharakter zu unterstreichen, ist zudem eine großzügige, einheitliche Pflasterung der Seitenbereiche von der Kaiserstraße bis zum Theater vorgesehen. Diese werden auch für Radfahrer geöffnet werden. Des weiteren wird eine dritte Baumreihe in der Straßenmitte für noch mehr Grün auf der Allee sorgen.
Bildergalerie zur Neugestaltung der Allee
Weitere Impulse für die Stadtentwicklung werden auch in der Paulinenstraße und im Industriegebiet erwartet. Grundlage dafür ist die positive Entwicklung an der bereits bestehenden Strecke im Stadtgebiet von Böckingen über den Hauptbahnhof und die Heilbronner Innenstadt bis zum Pfühlpark. Den öffentlichen Investitionen sind hier zahlreiche Aktivitäten von privaten Investoren und Immobilienbesitzern gefolgt, die zu einer deutlichen Aufwertung des Stadtbildes geführt haben.
Herausforderung Industriebahn
Eine besondere Herausforderung für die Planer ist die Industriebahn, die in Salz-, Au- und Hans-Rießer-Straße ebenfalls im Straßenraum verläuft. Da Industriebahn und Stadtbahn auf getrennten Gleisen verkehren müssen, sind kreative Lösungen gefragt, damit genügend Platz auch für Autos und Lastwagen bleibt. So entsteht auf einem knapp 300 Meter langen Abschnitt am Industrieplatz ein so genanntes Vierschienengleis für Stadt- und Industriebahn. In der übrigen Austraße kann das Industriebahngleis abgebaut werden, die Hans-Rießer-Straße erreicht die Industriebahn künftig über die Salzstraße und eine neue Querverbindung.
84,2 Millionen Euro Gesamtkosten, 22,5 Millionen Eigenanteil für die Stadtwerke
Die Kosten für die Stadtbahntrasse innerhalb des Heilbronner Stadtgebiets belaufen sich auf 84,2 Millionen Euro inklusive Planungskosten. Nach Abzug der Bundes- und Landeszuschüsse verbleiben für die Stadtwerke Heilbronn GmbH 22,5 Millionen Euro.
10.000 Fahrgäste täglich
Die Stadtwerke rechnen mit 10.000 Fahrgästen täglich auf der neuen Nordstrecke. Vorgesehen ist ein komfortabler 20-Minuten-Takt, der lange Wartezeiten ausschließt. So soll es der Stadtbahn auch gelingen, den erwarteten Zuwachs im Individualverkehr aufzufangen - im Interesse von Klima- und Umweltschutz.
Weitere Infos:
|