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Stadtausstellung Neckarbogen

Eine architektonische Attraktion auf dem Bundesgartenschau-Gelände ist die Stadtausstellung Neckarbogen. Mit ihren 22 Gebäuden ist sie ein einzigartiges Projekt, das es bei einer BUGA so noch nicht gegeben hat.

Die Stadtausstellung umfasst Eigentumswohnungen und Mietwohnungen unterschiedlicher Größe, Wohnkonzepte für Studenten, junge Leute und Ältere sowie Inklusionsprojekte. Auch zwei Baugemeinschaften haben ihre Entwürfe realisiert. In einem Gebäude befindet sich eine Kindertagesstätte mit bis zu 80 Plätzen. Auf fast allen Gebäuden steht die Dachfläche für die Hausgemeinschaft zur Verfügung. Zusätzlich zu modernster Haustechnik sind E-Mobilitätsstationen oder Bike-Sharing-Angebote einbezogen. In den Erdgeschosszonen zum Floßhafen hin sind gewerbliche Nutzungen vorgesehen. Eine Jugendherberge ergänzt die Stadtausstellung.

Auch architektonisch überzeugen die Arbeiten in ihrer Vielfalt und Qualität. Begrünte Fassaden, Holz- oder Glasfassaden wechseln sich ab. Maßstäbe setzt das höchste Holzhaus Deutschlands, das Skaio, das von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit ihrer höchsten Auszeichnung, dem Diamanten bedacht wurde.

Die Grundstücke wurden seit Mitte 2016 bebaut, zur Bundesgartenschau 2019 wohnen bereits rund 500 Bewohner in den fünf- bis zehngeschossigen Häusern. Insgesamt wurden in der Stadtausstellung Neckarbogen samt Studentenwohnungen etwa 150 Millionen Euro verbaut.

Die Auswahl der Bauherren und Architekten erfolgte im Rahmen eines aufwändigen Investorenauswahlverfahrens. Bei diesem wurden insgesamt 85 Entwürfe für die 22 Grundstücke eingereicht. Ein 13-köpfiges Bewertungsgremium sprach schließlich eine Empfehlung an den Gemeinderat aus, der dieser Ende Juli 2015 mit großer Mehrheit gefolgt ist. Den Vorsitz des Bewertungsgremiums hatte Reiner Nagel von der Bundesstiftung Baukultur, weitere Mitglieder waren Oberbürgermeister Harry Mergel, Baubürgermeister Wilfried Hajek, sechs Stadträte und Stadträtinnen aller Fraktionen sowie fünf Fachgutachter, Stadtplaner und Architekten aus dem ganzen Bundesgebiet.

Bei der Auswahl war die Qualität der Konzepte für Nutzung, Mobilität und Energie ebenso wichtig wie die Architektur. So wurden Mischung, Vielfalt und technische Innovation gewährleistet und entstand gleichzeitig ein stimmiges architektonisches Quartiers-Ensemble.

Nach der Buga entwickelt sich Stadtausstellung zum Stadtquartier

Die Stadtausstellung Neckarbogen legt den Grundstein für das künftige Stadtquartier Neckarbogen. Nach der Buga kann dieses Zug um Zug weiter entwickelt werden und einmal bis zu 3500 Bewohnern ein Zuhause geben. Während die Stadtausstellung zunächst nur östlich des Floßhafens entsteht, wird das Stadtquartier einmal das ganze Gewässer umschließen. Erschlossen wird das neue Quartier durch die noch zu bauende Paula-Fuchs-Allee entlang der Bahnlinie und weitere kleine Straßen. Die Zufahrt erfolgt über die Bleichinselbrücke im Osten oder die Hafenstraße im Westen. Seinen grünen Charakter garantieren die Daueranlagen der Buga wie der Floßhafen und der Karlssee, der Neckaruferpark, der Hafenpark und der Campuspark.

Grundlage für die Planungen sind der städtebauliche Rahmenplan aus dem Jahr 2010 der Arbeitsgemeinschaft steidle/t17, der Ende 2013 weiter fortgeschrieben und in dieser Form im Januar 2014 vom Gemeinderat beschlossen wurde.

Interdisziplinärer Planungsprozess zusammen mit der Öffentlichkeit

Die Bürgerschaft war bei der Planung des Quartiers von Anfang an in einem hohen Maß beteiligt. In Informationsveranstaltungen, Bürgerwerkstätten, BUGA-Cafés, Ausstellungen sowie bei Rundgängen wurden die Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich in die Planungsprozesse eingebunden. Auch bei der Namensfindung für das neue Quartier wurde die Bürgerschaft in einem Wettbewerb einbezogen. Im Juli/August 2015 wurden die Ergebnisse des Investorenauswahlverfahrens ausgestellt und einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert.