Stadt am Fluss

„Heilbronn am Neckar“ ist gelegentlich auf alten Poststempeln zu lesen - die Lage am Fluss hat bis auf den heutigen Tag entscheidende Bedeutung für die Stadt. Der Neckar war über Jahrhunderte der wichtigste Verkehrsweg für Heilbronn, die reichsstädtischen Privilegien förderten Handel und Wohlstand, die vom Neckar getriebenen Mühlen standen am Anfang der Industrialisierung des „schwäbischen Liverpool“. Der Neckar ist, wie ein Buchtitel heißt, der „Schicksalsfluss der Stadt“.

Heute behauptet der Neckar seine wirtschaftliche Bedeutung, immer wichtiger aber wird er auch als stadtbildprägendes Element sowie als Erholungs-, Freizeit- und Kulturraum.

Der Neckarkanal verbindet als Großschifffahrtsstraße Heilbronn mit dem Rhein bei Mannheim. Von hier aus geht es weiter zu den Nordseehäfen sowie über den Rhein-Main-Donau-Kanal auch ans Schwarze Meer. Der Heilbronner Hafen ist der bedeutendste Umschlagplatz am Neckar und einer der größten Binnenhäfen Deutschlands. Kohle, Heilbronner Salz und Baustoffe sind die wichtigsten Transportgüter. Vom Schwerguthafen werden Güter aus ganz Süddeutschland aufs Schiff verladen.

Direkt am Fluss entlang zieht sich das traditionelle Industriegebiet am Neckar, das durch Wasserweg, Schiene und Straße hervorragend erschlossen ist. Neue Gewerbegebiete wie der „Zukunftspark Wohlgelegen“ und der „Heilbronner Innovations Park (hip)“ am Neckar sind direkt auf die Wasserflächen ausgerichtet.

Seit einigen Jahren schenken die Stadtplaner dem Leben am Neckar verstärkt Aufmerksamkeit: So sind in der Innenstadt die Straßen breiten Promenaden gewichen, eine neue „Anlande“ ist direkt im Zentrum entstanden. Auch das Wohnen am Neckar ist wieder attraktiv geworden, anspruchsvolle Neubauten in der Bahnhofsvorstadt sowie in der südlichen Innenstadt zeugen davon.

Neckar und Neckarufer gehören zum „grünen Heilbronn“. Direkt am Fluss liegt der Freizeitpark Wertwiesen, mitten in der Innenstadt entsteht der Neckarpark. Hier wird 2019 auch eines der Tore zur Bundesgartenschau liegen. Eine sprichwörtliche „grüne Insel“ ist die Horkheimer Insel zwischen dem alten Neckar und dem Neckarkanal. Neckarpromenaden laden in der Innenstadt zum Bummeln ein, die Wege entlang dem Fluss und dem Kanal sind bei Spaziergängern, Radfahrern und Inlineskatern gleichermaßen beliebt.

Wer in seiner Freizeit auf das Wasser will, der kann sich entweder ein Tretboot mieten oder einen der im Sommer regelmäßig verkehrenden Ausflugsdampfer nach Bad Wimpfen und Gundelsheim besteigen. Ein idyllisch gelegener Yachthafen befindet sich ebenfalls mitten im Zentrum, auch nutzen mehrere Wassersport-Vereine den Neckar.

Zur kleinen Kulturmeile mauserte sich der Abschnitt zwischen Innenstadt und Neckarpark: Hier liegt Süddeutschlands erstes Kleinkunst-Theaterschiff vor Anker, gegenüber hat auf einer Inselspitze eine Galerie ihr Quartier. Der historische Wilhelmskanal aus dem Jahr 1821, der „alte Kranen“ und der frühere Ölsaatenspeicher „Hagenbucher“ - seit 2009 Sitz der Lern- und Erlebniswelt experimenta - sind eindrucksvolle Zeugen Heilbronner Industriegeschichte.

 
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