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Vermeidung negativer Folgen im Fokus

Initiiert von Friedrich von Borries, Autor und Professor für Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, dem Dramatiker Tobias Frühauf und Regisseur Philipp Wolpert haben sich zahlreiche Heilbronner Akteurinnen und Akteure sowie Institutionen als „Bund der Folgenlosen“ zusammengefunden. Sie gehen der Frage nach: Wie sähe ein Leben aus, das keine negativen Folgen für andere hat – und was macht das mit unserer Stadt?

Unter der Schirmherrschaft von Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel veranstalten sie das Festival „Hauptstadt der Folgenlosigkeit“, das im Mai beginnt. Es ist ein diskursives Kunst- und Stadtentwicklungsprojekt, an dem sich ein Jahr lang die ganze Stadtbevölkerung beteiligen kann. Der polarisierende Begriff der Folgenlosigkeit eröffnet einen Diskussions- und Möglichkeitsraum, der eine lebendige Diskussion darüber anregen soll, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen.

Dabei geht es um die Frage, wie wir vor dem Hintergrund von drängenden Herausforderungen wie dem Klimawandel und der globalen Ungleichheit in Zukunft leben wollen: Wie sieht ein Leben aus, das keine negativen Folgen für andere Menschen, Lebewesen und Materie hat? Könnte Folgenlosigkeit ein neues, regulatives Ideal werden wie Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit? Unerreichbar, aber dennoch erstrebenswert? Welche Auswirkungen hätte ein solches Streben auf die materielle und immaterielle Gestaltung des Alltags, auf die Wirtschafts- und Sozialordnung, auf den Glauben, auf die Art des Umgangs miteinander? Der Abschied von Erfolg als erstrebenswertes Ideal? Oder Folgenlosigkeit als Erfolg? Müssen folgenreiche Entscheidungen getroffen werden, um ein folgenloses Leben führen zu können?

Weitere Informationen unter www.bund-der-folgenlosen.de

5.000 EURO FÜR DREI MONATE NICHT(S)-TUN IN HEILBRONN: JETZT BEWERBEN!

Bis zum 19. Juni 2022 können sich Heilbronner:innen (Personen wohnhaft in der Stadt oder im Landkreis Heilbronn) auf das Stipendium für Nicht(s)-Tun bewerben: Die mit jeweils 5.000 Euro dotierte Förderung für freudvolle Unterlassung wird an drei Bürger:innen der Stadt vergeben, die für drei Monate etwas nicht tun. Das Stipendium ist Herzstück des Kunst- und Stadtentwicklungsprojektes „Hauptstadt der Folgenlosigkeit“, das am 6. Mai mit einem Festwochenende startet. Mit zahlreichen Akteur:innen und Partnerinstitutionen in Heilbronn und einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm geht das Projekt über ein Jahr lang der Frage nach, wie ein Leben aussehen könnte, das keine negativen Folgen für andere hat.

Was könnte ich unterlassen, um der Gesellschaft, der Umwelt und mir selbst Gutes zu tun? Von welchen Denk- und Verhaltensweisen könnte ich mich lösen, um mich und andere nicht zu schädigen? Ob Lob der Faulheit oder Wunsch nach nachhaltigem Wandel: Alle Bürger:innen der Stadt und des Landkreis Heilbronn sind eingeladen, sich mit ihren Ideen für das Nicht(s)tun auf das mit 5.000 Euro dotierte Stipendium zu bewerben. Die drei Gewinner:innen werden in einem basisdemokratischen Verfahren von allen Teilnehmenden ermittelt und verpflichten sich, bis Oktober 2022 ihre Vorhaben umzusetzen. Eine der Ideen wird schließlich am Ende der Stipendienlaufzeit zum Vorbild gekürt, dem alle Teilnehmenden gemeinsam für weitere drei Monate folgen – und so das Nicht(s)tun in die Stadt tragen. 

Die Bewerbung ist bis zum 19. Juni möglich. Informationen zu den Teilnahmevoraussetzungen und alle Unterlagen zur Ausschreibung auf:

www.bund-der-folgenlosen.de/nichtstun

Um eine barrierefreie Teilnahme zu ermöglichen steht das temporäre Amt für Folgenlosigkeit für die Ausschreibungsdauer an zwei Tagen pro Woche für Rückfragen und Bewerbungshilfen zur Verfügung (Amt für Folgenlosigkeit im Schul-, Kultur- und Sportamt der Stadt Heilbronn, Marktplatz 7, 74072 Heilbronn, 3. OG, Raum 7; Öffnungszeiten: 12./13., 18./19., 24./25. Mai und 2./3., 9./10. und 16./17. Juni, jeweils 10 bis 14 und 15 bis 18 Uhr).

Das Stipendium für Nicht(s)tun wird darüber hinaus am Samstag, 7. Mai, um 19 Uhr im Rahmen des Town-Hall-Events in der Maschinenfabrik Heilbronn vorgestellt. Der Festakt mit der Hochschule Heilbronn zum Auftakt der „Hauptstadt der Folgenlosigkeit“ bietet neben einer Lesung der Historikerin Annette Kehnel mit anschließender Diskussionsrunde (Wir konnten auch anders. Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit, Blessing 2021) Musik, Show und ein Bürger*innengespräch für Fragen und Austausch zum Stipendium.

Das gesamte Programm der Eröffnungstage und Tickets zu den Veranstaltungen unter: www.bund-der-folgenlosen.de/kalender