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Hilfe für Firmen gegen den Stau

Betriebliches Mobilitätsmanagement

Bei der aktuellen Vorstellung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements und drei neuer Mitarbeiter gehen Heilbronn und Neckarsulm gemeinsam vor: „Wir wollen die Firmen dazu ermuntern, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Dazu gehört es, die Unternehmen zu sensibilisieren, auf Fördermöglichkeiten hinzuweisen und Vorbilder vorzustellen“, betont Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel. Nicht zuletzt seien die Städte selbst beispielgebend – daher gebe es auch ein behördliches Mobilitätsmanagement.

Die Städte Heilbronn und Neckarsulm wollen nun auch mit anderen Arbeitgebern oder Unternehmen der jeweiligen Stadt ins Gespräch kommen, um zu erfahren, ob es auch in anderen Firmen schon Aktivitäten gibt.

„Mit dieser Initiative wollen wir das Betriebliche Mobilitätsmanagement über Gemeindegrenzen hinweg voranbringen“, betont der Neckarsulmer Oberbürgermeister Steffen Hertwig. „Damit auch die Berufspendler zum Umsteigen bereit sind, müssen wir ihnen attraktive Alternativen zum privaten Pkw aufzeigen. Die Koordinierungsbeauftragten in Heilbronn und Neckarsulm sollen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, eigene betriebliche Mobilitätsangebote zu initiieren oder auszubauen.“    

Im Rahmen eines ersten Gespräches sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, Anreize für die Mitarbeiter zu schaffen, zukünftig ÖPNV oder das Fahrrad für Ihren Weg zur Arbeit zu nutzen oder den Weg gemeinsam als Fahrgemeinschaft zurückzulegen. Darüber hinaus startet die Neckarsulmer Mobilitätsmanagerin im Januar 2019 eine Unternehmensbefragung, um den Status Quo in den Betrieben abzufragen, die in Neckarsulm mehr als 50 Mitarbeiter haben.

Außerdem soll – zweitens - für das Förderprogramm „Betriebliches und Behördliches Mobilitätsmanagement“ geworben werden, welches das Land Baden-Württemberg im Oktober 2018 veröffentlicht hat. Es richtet sich an Unternehmen und Behörden in Städten und Gemeinden, in denen der Grenzwerte von 40 µg/m3 Stickoxid überschritten wird.

Das Land bietet neben Fördermitteln auch zahlreiche Informationsflyer zum Thema an: https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/verkehrspolitik/nachhaltige-mobilitaet/mobilitaetsmanagement/foerderprogramm-betriebliches-und-behoerdliches-mobilitaetsmanagement/

Ein dritter Schwerpunkt der Gespräche ist die Nutzung einer gemeinsamen Mitfahr-App, die bereits bei AUDI und der Schwarz-Gruppe im Einsatz ist. Je mehr Nutzer es für eine solche App gibt, je besser werden die Angebote sein. Die beiden Mitunterzeichner des Paktes sind bereits sehr aktiv geworden. Sie haben erkannt, dass man versuchen muss, das Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter zu beeinflussen. Denn die Mitarbeiter, die täglich zu ihren Arbeitsorten mit dem Auto fahren, sind auch eine der Ursachen für den morgendlichen Stau. Deshalb versuchen die Firmen Angebote zu schaffen, die die Mitarbeiter dazu bringen sollen, mit dem ÖPNV, als Mitfahrer oder mit dem Rad in die Firma zu kommen.

Als Kontaktpersonen stehen im Heilbronner Amt für Straßenwesen der Sachgebietsleiter Mobilität, Jens Boysen, sowie seine Mitarbeiterin Kerstin Küster zur Verfügung. Beim Tiefbauamt der Stadt Neckarsulm ist Carina Puff mit der Projektleitung für das Betriebliche Mobilitätsmanagement betraut.  

Das Land hat den Kommunen mit Grenzwertüberschreitungen in Baden-Württemberg und Umlandkommunen, die an zuwendungsberechtigte Kommunen angrenzen, durch die anteilige Übernahme der Personalkosten die Möglichkeit gegeben, kurzfristig zusätzliche personelle und fachliche Kapazitäten zu schaffen, die bei der Fördermittelakquise sowie der Umsetzung von Maßnahmen aus dem Fonds „Nachhaltige Mobilität für die Stadt“ unterstützen.

Die Stadt Heilbronn hat dank dieses Förderprogramms zwei Stellen geschaffen, die auch den Firmen für Fragen rund um das Thema „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ zur Verfügung stehen werden. Bei der Stadt Neckarsulm ist das Betriebliche Mobilitätsmanagement ein Baustein des multimodalen kommunalen Mobilitätskonzepts, das den regionalen Mobilitätspakt auf lokaler Ebene ergänzt.

Außerdem werden in den nächsten Jahren in Heilbronn durch die beiden Mitarbeiter folgende Themen bearbeitet:

  • Koordination und Bearbeitung der Fördermaßnahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft 2017- 2020“ (Eigenleistung)
  • Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes zur Elektroladeinfrastruktur für den öffentlichen Raum (Vergabe, Eigenleistung)
  • Umsetzung der notwendigen Maßnahmen des Masterplans (vergabe, Eigenleistung)
  • Koordinieren und Bearbeiten eines nachhaltigen Logistikkonzept sowie die Betreuung eines Mobilitäts-Hubs (Vergabe, Eigenleistung)
  • Mitarbeit in neuem Team einer Koordinierungsstelle für betriebliches und behördliches Mobilitätsmanagement für den Wirtschaftsraum Heilbronn- Neckarsulm 
    [Aufbau Netzwerk, Verlagerung von Verkehrsströmen auf dem Umweltverbund (Eigenleistung)
  • Erstellung eines Parkraumbewirtschaftungskonzept für Heilbronn (Vergabe, Eigenleistung)
  • Koordinierung von verschiedenen Aktivitäten zum Thema Mobilität (z.B. Aktionstage) (Eigenleistung)

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der neuen Mitarbeiter wird die Mitwirkung bei der Erarbeitung eines behördlichen Mobilitätsmanagements für die Stadtverwaltung Heilbronn sein. Hierzu gab es bereits ein erstes Gespräch mit dem Leiter des Personal- und Organisationsamtes und dem Gesamtpersonalrat. „Wir haben hier als Stadtverwaltung Vorbildfunktion und wollen diese gern mit Leben erfüllen“, betont Oberbürgermeister Harry Mergel.

Info:

Mobilität kann in der heutigen Zeit nicht mehr in den Grenzen eine Stadt gedacht werden. Mobilität strahlt in die Region und aus der Region in die Städte. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt kontinuierlich:
Arbeitsplätze NSU: 29.990 (2005) - 39.087 (2015)
Arbeitsplätze HN: 80.963 (2005) - 88.135 (2015)
Arbeitsplätze Landkreis: 128.191 (2005) - 157.147 (2015)
Damit steigt auch die Zahl der Pendler. 

Allein aus diesen Zahlen wird deutlich, dass Mobilität über die Grenzen einer Stadt hinaus konzipiert werden muss. Auf einen umfangreichen Mobilitätspakt für den Wirtschaftsraum Heilbronn-Neckarsulm haben sich unter Leitung von Verkehrsminister Winfried Hermann Vertreter des Regierungspräsidiums Stuttgart, des Landkreises Heilbronn, der Städte Heilbronn und Neckarsulm, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft Karlsruhe (AVG) sowie der Unternehmen AUDI AG und Schwarz-Gruppe geeinigt.
Das „Zukunftsorientierte Mobilitätskonzept für den Wirtschaftsraum Heilbronn-Neckarsulm“ benennt Ziele und Eckpunkte für die weitere Entwicklung des Verkehrs in der Region. Es listet eine umfängliche Reihe von Einzelmaßnahmen auf, die die Verkehrsträger Schiene und Straße umfassen. Außerdem benennt es auch ein Arbeitsprogramm zur Verbesserung des Radverkehrs und des betrieblichen Mobilitätsmanagements. Neu ist, dass die Städte Heilbronn, Neckarsulm, der Landkreis, aber auch die Wirtschaft, das Land Baden-Württemberg und die Verkehrsunternehmen gemeinsam tätig werden. Neu ist auch der ganzheitliche Ansatz über alle Verkehrsträger.

Die Koordinierungsbeauftragten für das Betriebliche Mobilitätsmanagement in Heilbronn und Neckarsulm

Jens Boysen (32): Studium an der Hochschule Heilbronn (2007-2014) mit Abschlüssen in den Fächern „Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik“ (B. A.) und „Business Administration in Transport and Logistics“ (M. A.); Berufserfahrung: Forschungsreferent Verkehr und Logistik an der Hochschule Heilbronn (2014-2018); Leiter des Sachgebiets „Mobilität und Verkehrsplanung“ beim Amt für Straßenwesen der Stadt Heilbronn; Aufgaben: Förderantragsmanagement und Elektromobilität.

Kerstin Küster (31): Studium an der Technischen Universität Clausthal (2007-2015) mit Abschlüssen in den Fächern „Geoenvironmental Engineering“ (B. Sc.) und „Umweltverfahrenstechnik und Recycling“ (M. Sc.); Berufserfahrung: Tätigkeit in den Bereichen Anwendungstechnik und Vertrieb in der Rohstoffindustrie Niedersachsen (2016-2018); Aufgaben im Amt für Straßenwesen: Projektleitung in den Arbeitsfeldern Mobilitätsmanagement, Parkraummanagement und Neue Formen der Mobilität.

Carina Puff (27): Studium an der Julius-Maximilian-Universität Würzburg (2011-2018) mit den Abschlüssen in den Fächern „Humangeographie“ (B. Sc.) und „Angewandte Humangeographie“ (M. Sc.); Berufserfahrung: Tätigkeit in der Regionalplanung und Entwicklung in der Region Mainfranken, Förderberatung im Bereich Breitbandausbau (2014-2016); Aufgaben in der Abteilung „Mobilität“ beim Tiefbauamt der Stadt Neckarsulm: Projektleitung für das Betriebliche Mobilitätsmanagement, Betreuung weiterer Themenfelder im Bereich der nachhaltigen Mobilität (Rad- und Fußverkehr, ÖPNV).

Entwicklung der Pendlerzahlen von 2005 zum Jahr 2015

Entwicklung der Pendlerzahlen von 2005 zum Jahr 2015