zur Hauptnavigation zum Hauptinhalt
1

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind die Verwaltungsgebäude für Publikum ohne Termin geschlossen. Wir bitten Sie daher, zunächst telefonisch oder per E-Mail Kontakt mit den Ämtern aufzunehmen. Bitte beachten Sie auch, dass in allen städtischen Verwaltungsgebäuden und Einrichtungen die Pflicht besteht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung!

Bürgerservice A-Z

A  |  B  |  D  |  E  |  F  |  G  |  H  |  I  |  J  |  K  |  L  |  M  |  N  |  O  |  P  |  R  |  S  |  T  |  U  |  V  |  W  |  Z

Mehr.WERT.Garten

Die Idee für den Mehr.WERT.Pavillon stammt vom Fachgebiet "Nachhaltiges Bauen" am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Professor Dirk Hebel und Felix Heisel riefen ein studentisches Projekt ins Leben, bei welchem es darum ging, einen Pavillon aus Abfallstoffen zu bauen. So entstanden sieben Entwürfe aus den unterschiedlichen Materialien: Papier, Stoff, Stroh, Kunststoff, Glas, Bauschutt und Metall. Eine Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Umweltministeriums, der Stadt Heilbronn, des KIT, der ETH-Zürich und der Bundesgartenschau, sollte einen Pavillon zum Sieger kühren. Dies war jedoch nicht möglich: Alle Entwürfe waren sehr durchdacht und gut ausgearbeitet.
Daher entschied man sich dafür, einen Pavillon zu realisieren, der möglichst viele Ideen der Studierenden aufgreift und aus verschiedenen Materialien besteht.
Der Mehr.WERT.Pavillon ist also echtes Teamwork!

Das Projekt Mehr.WERT.Pavillon zeichnet sich durch einen innovativen und sinnvollen Einsatz vorhandener Ressourcen aus: Denn alle im Projekt eingesetzten Materialien haben mindestens einen Lebenszyklus durchlaufen. Zudem wurden alle Materialien sortenrein verbaut, was bedeutet, dass diese nach dem Rückbau wieder in die verschiedenen Stofffraktionen getrennt und somit auch verwertet werden können. Bei dem Projekt kommen keinerlei Klebstoffe, Silikonfugen, Anstriche oder sonstige Imprägnierungen zum Einsatz. Damit bedient sich das Projekt zum einen der bestehenden urbanen Mine, zum anderen stellt es auch ein Materiallager dar, dessen Ressourcen nach der Bundesgartenschau wieder vollständig zur Verfügung stehen.

Die Struktur:
Die tragende Struktur besteht aus wiederverwendeten Stahlrohren, die aus einem inzwischen abgerissenem Kohlekraftwerk stammen. Neben einer genauen Sichtprüfung zur Feststellung möglicher Beschädigungen der Elemente wurde der Stahl auf verschiedene Eigenschaften (Zugfestigkeit, Elastizität, Kerbschlagzähigkeit, chemische Zusammensetzung) untersucht. 

Die Fassade:
Hauptsächlich besteht die Fassade aus zwei verschiedenen Produkten aus Brauch- und Bruchglas. Magna Glaskeramik wird zu 100 Prozent aus Recyclingglas hergestellt und es kann nach Gebrauch vollständig und hochwertig wieder dem Glaskreislauf zugeführt werden. Transparentes, grünes oder braunes Flaschenglas wird durch einen Sinterprozess zu Glaskeramik verschmolzen, wobei die Farbigkeit und Form der Glasscherben erhalten bleiben und eine besondere Ästhetik entsteht. Das zweite Produkt, das sogenannte Foamglas, wird ebenfalls aus Recyclingglas hergestellt, das durch die Zugabe von Gas zu einem leichten aber dennoch stabilen Dämmmaterial aufgeschäumt wird. Foamglas kann nach Gebrauch wieder zu neuwertigem Foamglas verwertet werden. 

Der Boden:
Der Boden kombiniert verschiedene mineralische Materialien, die in Stahlrahmen gefasst sind. Die hierfür benutzten Materialien sind Beton- und Ziegelbruch, direkt wiederverwendete Klinkersteine und sogenannte WasteBasedBricks der Firma StoneCycling. Diese Firma verarbeitet mineralischen Bauschutt zu neuen Backsteinen. 
Die Fläche zwischen dem "Laub" besteht aus Porzellanbruch von zerbrochenen Tellern, Tassen, Kloschüsseln und Waschbecken. Dieser Porzellanbruch stammt vor allem aus einem Produktionsausschuss. 

Die Möblierung:
Der Tresen und die Videostele wurden aus einem Plattenmaterial der Firma Really produziert, welches aus rezyklierten Textilfasern (weiße Baumwolle und Denim-Jeansstoffe) hergestellt wird.
Die Arbeitsplatte besteht aus Dapple, einer sehr harten und beständigen Platte aus HDPE der Firma Smile Plastics. Der Rohstoff, der hierfür genutzt wurde, sind benutzte Küchen-Schneidebretter. 
Die Hocker und Stühle wurden vom Studio Dirk van der Kooij aus Kunststoff-Hausabfällen mit der Hilfe eines 3-D-Druckers hergestellt.

Neben dem Pavillon vermittelten insgesamt sieben Mehr.WERT.Türme im Garten einen nachhaltigen, ressourceneffizienten und ideenreichen Umgang mit Abfall. 
Klicken Sie auf einen der folgenden Stoffe, um zu erfahren, wie aus dem jeweiligen Abfall Mehr.WERT wird:

Das Metall für die Türme stammt aus einem metallverarbeitenden Betrieb in Baden-Württemberg. Wo es möglich war, wurde Direktrecycling-Material verwendet. Der Einsatz von Neumaterial wurde auf ein Minimum reduziert. Insgesamt wurden die Türme durch moderne Planungs-, Konstruktions- und Fertigungsmethoden sehr materialeffizient, abfallarm und ressourcensparend gefertigt.

Die Gestaltung der Türme wurde im Direktdruckverfahren auf die Platten aufgebracht (kein Druck auf Kunststoff-Folie). Zum Schutz gegen Vandalismus wurde jedoch eine Anti-Graffitti-Folie verwendet. Beim verwendeten Acrylglas handelt es sich um ein Produkt der Firma "greencast", welches zu 100 Prozent aus Acrylglas-Recyklat besteht und ebenfalls wieder recyclebar ist.

Alle verwendeten Materialien der Mehr.WERT.Türme sind komplett recyclebar. Die Türme wurden so konzipiert, dass sie problemlos wieder- oder weiterverwendet werden können - in Einzelteilen oder komplett. Alle Materialverbindungen sind geschraubt oder zerstörungsfrei lösbar. Mit dem Fundament sind die Türme über Schraub-Klemm-Verbindungen aneinandergefügt. Sie können also problemlos und ohne Beschädigung aus dem Fundament gelöst werden.

Die Bepflanzung des Gartens orientierte sich an heimischen Wildstauden und am Bild einer Kräuterwiese. Im Garten fanden sich der Gedanke der Nachhaltigkeit und der Naturnähe in den Beeten wieder: Zum Beispiel wurde die Weinbergtulpe, die noch in Süddeutschland vorkommt, verwendet. Die Wildstauden treiben jedes Jahr neu aus und können wie gezüchtete Stauden einen Platz im Hausgarten finden. 

Es wurden die folgenden Pflanzen in die Beete gesetzt:

  • Campanula rapunculoides- alternativ: C. persicifolia Ackerglockenblume
  • Centaurea jacea Wiesenflockenblume
  • Chrysanthemum corymbosum Wucherblume
  • Malva sylvestris Wilde Malve
  • Salvia pratensis Wiesensalbei 
  • Achillea nobilis, Edle Schafgarbe
  • Aquilegia vulgaris, Akelei
  • Anthericum liliago, Astlose Graslilie
  • Aster amellus, Bergaster
  • Aster linosyris, Goldhaaraster
  • Astrantia major, Sterndolde
  • Campanula glomerata, Knäuelglockenblume
  • Filipendula vulgaris, Knolliges Mädesüß
  • Geranium pratense, Wiesenstorchschnabel
  • Geranium sanguineum, Blutstorchschnabel
  • Origanum vulgare, Dost
  • Stellaria holostea, Große Sternmiere
  • Briza media, Mittleres Zittergras 
  • Melica ciliata, Wimper-Perlgras
  • Calendula arvensis, Ringelblume
  • Consolida regalis, Acker-Rittersporn
  • Tulipa sylvestris, Weinbergtulpe
  • Hyacinthoides non-scripta, Hasenglöckchen 

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, die Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn und das Institut für Umwelt und Zukunftsforschung Bochum haben im Mehr.WERT.Garten zwei verschiedene Unterrrichtseinheiten im Rahmen des Bunten Klassenzimmers der Bundesgartenschau 2019 angeboten.

Abfall.Scout
Alufolie rund ums Pausenbrot, Einweggeschirr beim Klassenfest oder To-go-Wegwerfbecher im Lehrerzimmer – Ihr wollt etwas gegen die „Müllsünden“ in Eurer Schule tun? Dann werdet Abfall.Scouts! In unserem Abfall-Trainingsprogramm gibt es Informationen zum Abfall, zum Vermeiden, zum Recycling und viele Ideen und Anregungen für Mitmachaktionen in Eurer Schule!

Hinter den Kulissen: die Folgen des Handy-Booms
Weltweit werden pro Sekunde etwa 36 Handys neu produziert. Doch was hat das mit wertvollen Rohstoffen, Kriegen oder Ausbeutung zu tun? Wie gehen wir mit den über 100 Millionen alten Mobiltelefonen um, die allein in Deutschland ungenutzt herumliegen und wie kann man sein eigenes Smartphone verantwortungsvoll nutzen? Gemeinsam mit der Handy-Aktion Baden-Württemberg werfen wir einen Blick auf die Schattenseiten von Smartphone und Co.