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Gerne sind wir für Sie da. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu den Terminvereinbarungen.
Bei der städtischen Kfz-Zulassungsstelle finden offene Sprechzeiten statt. Bei allen anderen Ämtern und Dienststellen ist eine Terminvereinbarung erforderlich. Bei den Bürgerämtern, bei der Ausländerbehörde, bei der Kfz-Zulassungsstelle und bei der Abteilung Abfallgebühren der Entsorgungsbetriebe vereinbaren Sie bitte Ihren Termin online. Ansonsten bitten wir Sie, zunächst telefonisch oder per E-Mail Kontakt mit den Ämtern aufzunehmen. Viele Angelegenheiten können auch online oder schriftlich erledigt werden. In allen Verwaltungsgebäuden der Stadt Heilbronn muss eine medizinische Maske - OP-Maske, FFP2- oder KN95-/N95-Maske - getragen werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

 

Bürgerservice A-Z

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Deponie Vogelsang

Die Deponie Vogelsang liegt circa 3 Kilometer nordöstlich des Zentrums von Heilbronn am Nordosthang des Wartbergs. Das Gelände umfasst eine Fläche von rund 56 Hektar. Dies entspricht etwa der Größe von 78 Fußballfeldern.

Auf der Deponie Vogelsang werden nur noch mineralische Massenabfälle bis zur Deponieklasse II abgelagert, die bei Baumaßnahmen oder in der Produktion anfallen (Bauschutt, Bodenaushub, Schlacken, Gießereisande, usw.). Abfallanlieferungen zur Deponierung können nur nach Voranmeldung bei den Entsorgungsbetrieben und nur durch gewerbliche Betriebe erfolgen. Privathaushalte können Kleinmengen an Bauschutt oder Bodenaushub auf dem Recyclinghof Plus anliefern.

 

Deponievolumen (Deponieklasse II):

Aktueller Ablagerungsbereich: ca. 1.263.612 Kubikmeter Restvolumen (Stand: Juli 2019)


Basisabdichtung:

Deponien müssen nach den Vorschriften der Deponieverordnung (DepV) mit einer Basisabdichtung ausgestattet sein. Die Basisabdichtung besteht aus zwei Dichtungsschichten aus unterschiedlichen Materialien und soll das Eindringen von Sickerwasser aus dem Deponiekörper in das Grundwasser verhindern.


Oberflächenabdichtung:

Nach der abgeschlossenen Verfüllung eines Deponieabschnittes und dem Ende von Setzungs- und Gasbildungsvorgängen muss dort ein Oberflächenabdichtungssystem ebenfalls aus mehreren unterschiedlichen Materialien aufgebracht werden. So soll das Eindringen von Niederschlagswasser in den Deponiekörper und das Anfallen von Sickerwasser dauerhaft verhindert werden.


Deponiegas:

Obwohl kein neuer Hausmüll mehr auf der Deponie Vogelsang abgelagert wird, entsteht durch den Abbau organischer Substanzen im Deponiekörper weiterhin sogenanntes Deponiegas. Dieses besteht hauptsächlich aus Kohlenstoffdioxid und Methan, wobei das Methan 28 Mal stärker klimawirksam ist als Kohlenstoffdioxid. Zur Sammlung und Verwertung des Gases gibt es auf dem Gelände der Deponie mehrere Gasbrunnen.

Eckdaten:

  • Insgesamt 80 Gasbrunnen sind in Betrieb.
  • Gutgas: > 35 Vol.-% Methan
  • Schwachgas:  < 15 Vol.-% Methan
  • Länge der Gasleitungen insgesamt: > 30 km

Weitere Informationen zur Deponieentgasung gibt es unter dem Punkt „Klima- und Umweltschutz auf der Deponie“


Sickerwasser:

Als Sickerwasser wird das Wasser bezeichnet, das nach Niederschlägen auf die Deponieoberfläche in den Deponiekörper eindringt und durch den Abfall fließt. Das Sickerwasser soll nicht ins Grundwasser gelangen, damit dieses nicht verunreinigt wird. Aus diesem Grund wurden Leitungen im Deponiekörper verlegt, über welche das Wasser aufgefangen und anschließend zum Klärwerk Heilbronn gepumpt wird.

Eckdaten:

  • Länge der Sickerwasserleitungen: > 15 Kilometer
  • Pufferspeicher für Sickerwasser:  700 Kubikmeter

Die gewerbliche Anlieferung mineralischer Massenabfälle auf der Deponie Vogelsang ist nur nach vorheriger Anmeldung bei den Entsorgungsbetrieben möglich.
Privatpersonen, die haushaltsübliche Mengen an Bauschutt und Erdaushub zu entsorgen haben, können diese ohne Voranmeldung beim Recyclinghof Plus anliefern.


Für die Prüfung auf Einhaltung der Annahmekriterien sind bei der Anmeldung grundsätzlich folgende Unterlagen einzureichen:

Das Formular für die grundlegende Charakterisierung, der Positivkatalog zur Annahme von Abfällen auf der Deponie Vogelsang, die Benutzungsordnung und die allgemeinen Vertragsbestimmungen können unter Downloads abgerufen werden.

Zur Anmeldung und bei Fragen zur gewerblichen Anlieferung mineralischen Massenabfällen (Annahmekriterien, Mengen, Preise usw.) nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

 


Informationen zur Anlieferung gefährlicher Abfälle wie Asbest und Dämmmaterialien

Asbest, Dämmmaterial und andere mineralische Massenabfälle, die aufgrund ihrer gefahrenrelevanten Eigenschaften als gefährlich einzustufen sind, können auf der Deponie Vogelsang grundsätzlich angenommen werden.

Gefährliche Abfälle zur Beseitigung sind der Sonderabfallagentur Baden-Württemberg (SAA) anzudienen. Die Annahme gefährlicher Abfälle auf der Deponie Vogelsang ist daher nur möglich, wenn das Entsorgungsnachweisverfahren (elektronisch) rechtzeitig vor der Anlieferung bei der SAA durchgeführt wurde.

Für die Anmeldung von gefährlichen mineralischen Massenabfällen sind dieselben Unterlagen einzureichen, wie bei den nicht gefährlichen Abfällen. Was bei der Anmeldung und Anlieferung von asbesthaltigen Abfällen und Abfällen, die künstliche Mineralfasern (KMF) enthalten, alles zu beachten ist, können Sie aus den folgenden Merkblättern entnehmen:

Zur Anmeldung und bei Fragen zur gewerblichen Anlieferung von asbesthaltigen Abfälle, KMF-Abfällen und sonstigen gefährlichen mineralischen Massenabfällen (Annahmekriterien, Mengen, Preise usw.) auf der Deponie Vogelsang nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Stoffstrommanagement mineralische Abfälle:

 


 


Verpackung

Bitte beachten Sie, dass Sie die Abfälle vor der Anlieferung unbedingt staubdicht  in einem dafür zugelassenen Big Bag verpacken müssen, die Sie Fachhandel oder im Entsorgungszentrum Heilbronn (Deponie Vogelsang, Waage) erwerben können. Angenommen werden ausschließlich Abfälle, die jeweils in folgenden zugelassenen Big Bags angeliefert werden:

  • asbesthaltige Abfälle: Big Bag mit den Maßen 0,30 x 1,25 x 2,60 m (Platten-Big Bag)
  • mineralische Dämmstoffe: Big Bag mit den Maßen 0,90 x 0,90 x 1,10 m

 



Anlieferung

  • Die Annahme ist ausschließlich donnerstags von 8 bis 12 Uhr möglich
  • Anlieferungsort ist das Entsorgungszentrum Heilbronn, Vogelsangklinge 1, 74076 Heilbronn
  • Die Anmeldung, Zahlung und Belegausstellung erfolgt an der Deponiewaage
  • Die maximale Menge pro Anlieferung beträgt jeweils 1 Big Bag.
    (Zur Entsorgung größerer Mengen an asbesthaltigen Abfällen bzw. mineralischen Dämmstoffen wenden Sie sich bitte direkt an ein regionales Entsorgungsunternehmen!)


WICHTIG! Die im Big Bag verpackten Abfälle müssen an einer speziellen Abladestelle unter Anwesenheit eines Mitarbeiters des Entsorgungszentrums selbstständig abgeladen werden!



Entgelt (brutto)

 ENTSORGUNGVERPACKUNG

 

Asbesthaltige Abfälle 
 

 
  • pro Big Bag: 20 Euro 
 
 
  • Big Bag 0,30 x 1,25 x 2,60 m: 15 Euro
 

 

Mineralische Dämmstoffe
 

 
  • pro Big Bag: 40 Euro
 
 
  • Big Bag 0,90 x 0,90 x 1,10 m: 12 Euro
 

Bitte beachten Sie, dass ausschließlich Bargeldzahlung möglich ist.

 


Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg 


 

Projekt Deponieentgasung

Obwohl seit 2005 kein neuer Hausmüll mehr auf der Deponie Vogelsang abgelagert wird, entsteht weiterhin durch den Abbau organischer Substanzen im Deponiekörper sogenanntes Deponiegas. Dieses besteht hauptsächlich aus Kohlenstoffdioxid und Methan, wobei das Methan 28 Mal stärker klimawirksam ist als Kohlenstoffdioxid. Die Deponie verfügt über ein „aktives“ Entgasungssystem und Einrichtungen zur Gaserfassung. Die Maßnahmen zur Deponieentgasung wurden gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Hintergrund: Eine Analyse aus dem Jahr 2015 hat u. a. aufgezeigt, dass die Deponiegasproduktion rückläufig ist und die anaeroben Abbauprozesse im Deponiekörper zunehmend instabil sind. Die erfassten Gasmengen haben sich in den letzten zehn Jahren um ca. 80 Prozent verringert. Das Gasfassungssystem besitzt bei konventionellem Absaugbetrieb keine ausreichende Leistungsfähigkeit mehr. Teilbereiche der Deponie können nicht optimal entgast werden. Die Gaserfassung bzw. Wirksamkeit der Entgasung ist eingeschränkt. An der Deponieoberfläche wurden vergleichsweise hohe unkontrollierte Austritte von Deponiegas nachgewiesen, das in großem Maß zum Treibhauseffekt beiträgt. Nachdem Methan rund 28 Mal stärker klimawirksam ist als Kohlendioxid, ist das Potential für den Klimaschutz durch eine optimierte Deponiegaserfassung und -entsorgung sehr hoch.

Maßnahmen und Ziele: Die folgenden Ziele konnten durch die Förderung erreicht werden:

  • Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Ist-Zustand
  • Reduzierung des Reaktionspotenzials im Deponiekörper
  • Minimierung der diffusen Methanemissionen und der Gasmigrationen
  • Steigerung des Gaserfassungsgrades, optimale Gaserfassung
  • Aerobisierung und Stabilisierung des Deponiekörpers
  • Minimierung der Explosionsgefahren
  • Minimierung des Gefährdungspotenzials durch Schwefelwasserstoffbildung
  • Beschleunigung der Abbauprozesse im Deponiekörper über den Gaspfad
  • Verkürzung des Nachsorgezeitraums
  • Diese Maßnahmen werden gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland.

Umsetzungsschritte:

  • 2016: Installation einer neuen Gasförder- und Verdichterstation (GVS) zur Deponieentgasung
  • Dezember 2016: Inbetriebnahme der neuen GVS.
    • Nun wird sogenanntes „Gutgas“ mit einem Methangehalt über 35 Prozent erfasst, das über eine Gasdruckleitung weiter zu einem Blockheizkraftwerk der Heilbronner-Versorgungs-GmbH geleitet und dort verwertet wird (Erzeugung von Strom und Wärme).
    • Das „Schwachgas“ mit geringerem Methangehalt wird in einer neuen Anlage mittels regenerativen thermischen Oxidation auf dem Deponiegelände behandelt.
  • Ab 2017: Reaktivierung eines stillgelegten Gasfassungssystems.
    • Das hiermit erfasste Schwachgas wird so behandelt, dass aus der entstehenden heißen Abluft sämtliche, für die Beheizung des Betriebsgebäudes und zur Warmwasserbereitung benötigte, Wärme gewonnen wird.
  • August 2018: Fertigstellung der Sanierung der bisher vorhandenen Gasbrunnen, Behebung der Funktionsbeeinträchtigungen am Gasleitungssystem und Modernisierung der Gassammelstelle.

Istzustand:

  • Es existieren circa 80 Gasbrunnen
  • Diese Gasbrunnen sind über ein Gasleitungsnetz, welches mehr als 30 Kilometer lang ist, miteinander verbunden.
  • Es werden zwei Gasförder- und Verdichterstationen auf dem Deponiegelände betrieben.
  • Es werden im Schnitt rund 320 m³/h Deponiegas aus dem Ablagerungskörper gefördert.
  • Beschleunigung der Abbauprozesse durch die Entgasung und durch den dadurch erzeugten Unterdruck im Deponiekörper (Aerobisierung)
  • Der Überwachungszeitraum kann durch den schnelleren Abbau von organischem Material verkürzt werden (Verkürzung des Nachsorgezeitraumes).

Das Bundesumweltministerium bestätigt der Stadt Heilbronn, dass sie mit ihrem Projekt „Klimaschutz bei stillgelegten Siedlungsabfalldeponien“ insgesamt 140.000 Tonnen CO2-Äquivalente an Treibhausgas (THG)-Emissionen vermeidet und damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz liefert.

Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

Weitere Informationen zu der Nationalen Klimaschutzinitiative sind beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMUB unter www.klimaschutz.de und beim Projektträger Jülich unter www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen zu finden.