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Schauspiel

Germania 3 Gespenster am Toten Mann
20.11.2019 | 19:30 Uhr

"Deutschland [war] immer nur ein Traum […],
kein Ort, eine Flucht, keine Heimat, ein Jenseits,
das sich immer wiedeR aus seinen Toten zu
legitimieren versuchte, zuletzt ein Totenreich."

In den fünf Jahren vor seinem Tod am 30. Dezember 1995 arbeitet sich Heiner Müller noch einmal an seinem Lebensthema ab: den Entgleisungen der deutschen Geschichte und den zum Scheitern verurteilten Versuchen, eine gerechte Gesellschaft zu schaffen. "Wenn du siehst, dass ein Baum keine Äpfel bringt, dass er anfängt zu verfaulen, siehst du nach den Wurzeln", antwortet er auf die Frage, was es mit seiner Obsession für dieses Thema auf sich habe. An der Umsetzung seines Projektes behindert Müller in dieser Zeit jedoch neben seinen zunehmenden öffentlichen Verpflichtungen eine quälende Schreibblockade, die wesentlich aus der Schwierigkeit entsteht, nach dem gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 aus den Fragmenten der Vergangenheit noch Zukunft und damit Stoff für ein Drama zu sprengen. Das letztlich entstandene Stück spiegelt dieses Ringen um das schwierige Vermächtnis des zerrissenen 20. Jahrhunderts formal wie inhaltlich.
Vier Gesellschaftssysteme sind auf deutschem Boden in nur einem Jahr-hundert untergegangen: das Kaiserreich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich, die DDR. Und nun? Steuert Deutschland wieder auf einen Abgrund zu? Erleben wir nach der Diktatur des Nationalsozialismus und der sogenannten Diktatur des Proletariats nun die dritte Diktatur? Die Diktatur des Geldes, die die Gesellschaft spaltet, ja zerreißt, den sozialen Frieden bedroht und die Menschen erneut in die Arme von Rechtspopulisten treibt. Wie ist das möglich? 
Heiner Müller hat in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit Antworten auf die drängenden gesellschaftlichen Fragen gesucht, aber keine einfachen Erklärungen gewonnen. Er hat versucht, sich zu den Wurzeln der historischen Verwerfungen vorzuarbeiten, mit einer dialektisch geprägten Arbeitsweise, die präzise Analyse, große Bilder und eine Sprache miteinander verbindet, die so plastisch und drastisch ist wie das Leben selbst. Sich mit seinem Werk auseinanderzusetzen heißt, neu und anders denken zu lernen.

Weitere Infos auf www.theater-heilbronn.de/programm

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