Klimaschutz Deponie Vogelsang

Projekttitel

“Deponie Vogelsang -Deponieentgasung GS 1-3 und 4-7“

NKI Förderprojekt FKZ 03K02621 und 03K04566


Klimaschutzinitiative

Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen und des Emissionspotenzials der Deponie Vogelsang GS 1-3 und GS 4-7 unter Anwendung des inspiro-Verfahrens


Antragsteller

Stadt Heilbronn
- Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn -
74072 Heilbronn


Fachplanung und Projektbegleitung

Auftragnehmer: contec GmbH, Herrenberg


Projektablauf -Zeitplan

NKI Förderprojekt FKZ 03K02621
Starttermin: Januar 2016; Geplanter Endtermin: Dezember 2016; Gesamtdauer: 12 Monate
NKI Förderprojekt FKZ 03K04566
Starttermin: Januar 2017; Geplanter Endtermin: Juni 2018; Gesamtdauer: 18 Monate

Optimierungspotenzial bestehender technischer Einrichtungen

Das Optimierungspotenzial wurde im Rahmen der Potenzialstudie identifiziert und in die nachfolgenden Hauptbereiche unterteilt:

·       Gasfassungssystem GS 4 -7

-      Sanierung der mit Zugzylindern ausgebauten Gasbrunnen

-      Sanierung relevanter Funktionsbeeinträchtigungen am Gasleitungssystem

-      Modernisierung der Gassammelstellen

·       Reaktivierung des stillgelegten Gasfassungssystems GS 1 -3

·       Ersatz der Gasförderstation und der Hochtemperaturfackelanlage (Bericht in der Heilbronner Stimme vom 31.03.2017)


Derzeitige Situation der Deponieentgasung

Die Deponie Vogelsang in der Stadt Heilbronn verfügt über ein „aktives“ Entgasungssystem und Einrichtungen zur Gaserfassung. Das Gasfassungssystem besteht aus Gasbrunnen, die über ein verzweigtes Leitungssystem an dezentrale Gassammelstellen angeschlossen sind. Von dort aus wird das abgesaugte Gas zur Förderstation im nördlichen Randbereich der Deponie transportiert und weiter zu einem Blockheizkraftwerk der Heilbronner-Versorgungs-GmbH geleitet, wo die energetische Verwertung des abgesaugten Deponiegases erfolgt.

Eine im Jahr 2015 erarbeitete Potenzialanalyse (NKI Förderprojekt FKZ 03K01327) für die Deponie Vogelsang hat u. a. aufgezeigt, dass die Deponiegasproduktion rückläufig ist und die anaeroben Abbauprozesse im Deponiekörper zunehmend instabil sind. Die erfassten Gasmengen haben sich in den letzten zehn Jahren um ca. 80 Prozent verringert. Das Gasfassungssystem besitzt bei konventionellem Absaugbetrieb keine ausreichende Leistungsfähigkeit mehr. Teilbereiche der Deponie können nicht optimal entgast werden. Die Gaserfassung bzw. Wirksamkeit der Entgasung ist eingeschränkt. An der Deponieoberfläche wurden vergleichsweise hohe unkontrollierte Austritte von Deponiegas nachgewiesen, das in großem Maß zum Treibhauseffekt beiträgt. Nachdem Methan rund 21mal stärker klimawirksam ist als Kohlendioxid, ist das Potential für den Klimaschutz durch eine optimierte Deponiegaserfassung und –entsorgung sehr hoch.

Im ersten Schritt wurden die technischen Voraussetzungen für eine kontrollierte und effektive Entgasung des aktiven Gasfassungssystems GS 4 -7 geschaffen. Im Jahr 2016 haben die Entsorgungsbetriebe mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Umweltschutz (NKI Förderprojekt FKZ 03K02621) die auf der Deponie Vogelsang vorhandene Anlagentechnik demontiert und eine neue Gasförder- und Verdichterstation (GVS) zur Deponieentgasung installiert.

Die neue Anlage ist seit Dezember 2016 in Betrieb und erfasst einerseits sogenanntes „Gutgas“ mit einem Methangehalt über 35 Prozent, das über eine Gasdruckleitung weiter zu einem Blockheizkraftwerk der Heilbronner-Versorgungs-GmbH geleitet und dort verwertet wird (Erzeugung von Strom und Wärme). In einem zweiten Strang wird sogenanntes „Schwachgas“ mit geringerem Methangehalt gefördert und in einer neuen Anlage zur regenerativen thermischen Oxidation auf dem Deponiegelände behandelt.


Weitere Umsetzung

In einem zweiten Schritt wird im Rahmen eines weiteren vom Bundesministeriums für Umweltschutz geförderten Projektes (NKI Förderprojekt FKZ 03K04566) ab 2017 ein auf der Deponie vorhandenes, aber zwischenzeitlich stillgelegtes Gasfassungssystem reaktiviert (GS 1 -3). Das dort erfasste Schwachgas soll ebenfalls behandelt werden, wobei die Auskoppelung von entstehender Prozesswärme geplant ist. Die ausgekoppelte Wärme soll zur Wärmeversorgung der Betriebsgebäude auf der Deponie genutzt werden.

Um das angestrebte Klimaschutzziel - Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Ist-Zustand vor der Installation der neuen Technik und der Umstellung auf die getrennte Erfassung von Gut-und Schwachgas - zu erreichen, sind weitere bauliche Maßnahmen notwendig. In 2017 sollen deshalb zusätzlich vorhandene Gasbrunnen saniert, Funktionsbeeinträchtigungen am Gasleitungssystem behoben sowie Gassammelstellen modernisiert werden.


Ziele und Maßnahmen

  • Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Ist-Zustand
  • Reduzierung des Reaktionspotenzials im Deponiekörper
  • Minimierung der diffusen Methanemissionen und der Gasmigrationen
  • Steigerung des Gaserfassungsgrades, optimale Gaserfassung
  • Aerobisierung und Stabilisierung des Deponiekörpers
  • Minimierung der Explosionsgefahren
  • Minimierung des Gefährdungspotenzials durch Schwefelwasserstoffbildung
  • Beschleunigung der Abbauprozesse im Deponiekörper über den Gaspfad
  • Verkürzung des Nachsorgezeitraums

Diese Maßnahmen werden gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland.
Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

Weitere Informationen zu der Nationalen Klimaschutzinitiative sind beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMUB unter www.klimaschutz.de und beim Projektträger Jülich unter www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen zu finden.

 
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