Lärmaktionsplan

Der Lärmaktionsplan für die Stadt Heilbronn wurde im Oktober 2014 vom Gemeinderat verabschiedet. Da Heilbronn als Ballungsraum II eingestuft ist, musste die Lärmaktionsplanung in zwei Stufen erfolgen. Bereits im Jahr 2009 hatte die Stadt in der I Stufe einen Aktionsplan beschränkt auf Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen mit mehr als sechs Millionen Kfz/Jahr erlassen, der in den aktuellen Plan eingeflossen ist.

Lärmkartierung

Der Lärmaktionsplan in der Stufe II basiert auf einer Lärmkartierung, die im Jahr 2012 von einem durch die Stadt beauftragten Ingenieurbüro erstellt wurde. Die durchschnittliche Lärmbelastung wird jeweils für einen 24-Stunden-Tag sowie für die Nacht ermittelt. Dabei werden die Schallpegel nicht gemessen, sondern mit Hilfe eines komplexen Rechenmodells berechnet. Die Lärmkartierung ist jeweils differenziert nach drei Lärmarten aufzustellen:

  • Hauptverkehrsstraßen mit einem Kfz-Aufkommen von mehr als 3 Millionen Fahrzeugen im Jahr
  • Stadtbahn
  • Hafen- und Industriegebiete.

Es wurden 1500 Straßenabschnitte mit einer Länge von insgesamt 212 km untersucht.

Karten der Lärmkartierung im Geodatenportal:

Auch für die Haupteisenbahnstrecken ist eine Lärmkartierung erforderlich. Für diese zuständig ist das Eisenbahnbundesamt. Dieses hat im Jahr 2015 eine Kartierung vorgelegt.

Lärmkarten für Schienenwege von Eisenbahnen im Geodatenportal:

Entsprechend dem Bundesimmissionsschutzgesetz muss die Stadt bis zum 30.06.2017 eine aktuelle Lärmkartierung erstellen. Alle fünf Jahre oder bei bedeutsamen Entwicklungen ist die Lärmkartierung zu aktualisieren.

Lärmaktionsplan

Straßenverkehr, Straßenbahn, Hafen- und Industriegebiete

In einem nächsten Schritt wurden die Kartierungen bewertet und eine Betroffenheitsanalyse durchgeführt, um die Lärmschwerpunkte im Stadtgebiet zu ermitteln.

Der Betroffenheitsanalyse liegen Auslösewerte vor den Fassaden der Gebäude von 70 Dezibel tagsüber und 60 Dezibel nachts zu Grunde. Die Untersuchung hat aufgezeigt, dass lediglich beim Straßenverkehrslärm ein Handlungsbedarf besteht.

Beim Straßenverkehrslärm wurden 3900 Einwohner ermittelt, bei denen der Tageswert, und 3500 Einwohner, bei denen der Nachtwert überschritten ist. Es wurden 13 Lärmschwerpunkte festgestellt und anschließend untersucht, welche lärmmindernde Maßnahmen für den jeweiligen Straßenabschnitt geeignet ist.

Der Lärmaktionsplan enthält folgende Maßnahmen, die je nach Lärmschwerpunkt unterschiedlich sind:

  • die Aufbringung von lärmoptimiertem Asphalt
  • die Ausweisung von Tempo-30-Zonen und ein
  • städtisches  Lärmschutzfensterprogramm

Bis 2016 wurden fünf von zehn Straßenabschnitten saniert. Die Stadt hat hier 2,4 Millionen aufgebracht. Eine Straßenbaumaßnahme wird 2017 noch für 1 Million Euro ausgeführt. Bei Umsetzung aller festgelegten Maßnahmen (ohne Lärmschutzfensterprogramm) wären tags 1158 Menschen und nachts 1210 Menschen weniger betroffen.

Im Lärmaktionsplan hat die Stadt gemäß den Vorgaben der EU „Ruhige Gebiete“ ausgewiesen. Ziel ist es, den Menschen, die in dicht besiedelten Innenstädten leben und dem Lärm stark ausgesetzt sind, wohnungsnahe Erholungsgebiete anzubieten, in denen sie zur Ruhe kommen. Bei den „Ruhigen Gebieten“ steht der Vorsorgegedanke im Vordergrund. Die ausgewiesenen „Ruhigen Gebiete“ sind vor einer Zunahme des Lärms zu schützen.

Eisenbahnlärm

In Bezug auf den Eisenbahnlärm hat die Stadt Heilbronn im Mai 2016 die Lärmschutzplanungen der Deutschen Bahn in den städtischen Lärmaktionsplan aufgenommen.

Die Bahn hat im Jahr 2015 eine Lärmkartierung für die Eisenbahnstrecken in Heilbronn vorgelegt. Gemäß der Betroffenheitsanalyse sind 640 Personen tagsüber über 70 dB (A) ausgesetzt und 1110 über 60 dB (A) nachts. Auf dieser Grundlage wurde Heilbronn in das Lärmsanierungsprogramm des Bundes für die Haupteisenbahnstrecke Besigheim - Bad Friedrichshall aufgenommen.

Die Sanierungsplanung sieht drei Meter hohe Lärmschutzwände in Klingenberg, Böckingen und am Sülmertor vor. Darüber hinaus wird ein Lärmschutzfensterprogramm für die Betroffenen aufgelegt, die keinen Schutz durch Lärmschutzwände erfahren.

Die Bürger wurden darüber im Juli 2015 im Bürgerhaus Böckingen informiert. Für die Baumaßnahmen, die eine freiwillige Leistung des Bundes sind, wird die Bahn Plangenehmigungsverfahren durchführen. Die Umsetzung der Maßnahmen ist im Jahr 2018 geplant.

 
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