zur Hauptnavigation zum Hauptinhalt
1

Aktuelle Meldungen

Hier gelangen Sie zur Übersicht aller News

Über hundert Fußballfelder

Ackerrandstreifenprogramm der Stadt Heilbronn

Das Ackerrandstreifenprogramm der Stadt Heilbronn soll Schule machen. Um auf das EU-notifizierte Agrarprogramm und auf weitere Möglichkeiten für Projekte zum Artenschutz aufmerksam zu machen, trafen sich über 40 Vertreter des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“ vergangene Woche in Heilbronn.

Dr. Jürgen Hetzler vom städtischen Grünflächenamt konnte hier mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: 89 Landwirte beteiligen sich am Heilbronner Agrarumweltprogramm, das 1992 vom Gemeinderat beschlossen wurde. Insgesamt gibt es 76 Hektar Ackerrandstreifen. Das entspricht einer Fläche von 108 Fußballfeldern. Hintereinandergelegt sind die Ackerrandstreifen 200 Kilometer lang. Auf den Grünstreifen säen die Landwirte überwiegend Salbei-Glatthafer-Wiesen aus. Neben Heckensträuchern wie Pfaffenhütchen, Hundsrose oder Schlehen wachsen auch alte Obstbaumsorten wie der Frankenbacher Feldschütz-Apfel, die Gewürzluike oder der Boskoop. Zu den Auflagen für die Landwirte gehört ein vorgeschriebenes Pflegekonzept. Gemäht wird zeitversetzt, zwei Mal im Jahr.

Ackerrandstreifen schaffen Artenreichtum

Die positiven Folgen sind messbar: 82 Wildbienenarten summen auf Heilbronns Ackerrandstreifen. Allein auf einem blühenden Streifen im Böckinger Bruhweg wurden 34 verschiedene Wildbienenarten gezählt. Die Ackerrandstreifen sind überlebenswichtige Habitate für stark gefährdete Vogelarten wie Rebhühner.

Für die Pflege erhalten die Landwirte zwischen 1250 und 2900 Euro pro Hektar. „Einen blühenden Ackerrandstreifen anzulegen, ist eine Leistung und ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz“, betont Hetzler. Nicht zu vernachlässigen sei der Beitrag für die Naherholung der Bevölkerung. Der promovierte Biologe betont, dass das Agrarprogramm das Umweltbewusstsein bei den Beteiligten geschärft habe: „Die Landwirte sind stolz auf ihre Ackerrandstreifen. Sie posten teilweise Fotos in den sozialen Medien und bringen vor Ort eigene Infotafeln an“.