Lärmkartierung und Lärmaktionsplan

Lärmaktionsplan Stufe III, Fortschreibung

Für die Fortschreibung der Lärmaktionsplanung zur Bekämpfung von gesundheitsschädlichem Umgebungslärm ist eine weitere Runde abgeschlossen. Die Öffentlichkeit konnte dazu vom 2. August bis zum 13. September 2018 Anregungen einbringen.

Vorausgegangen ist im Jahr 2017 eine umfangreiche Lärmkartierung des Straßen- und Stadtbahnverkehrs sowie von Industrie- und Hafenanlagen. Basierend auf dieser Lärmkartierung wurde eine Betroffenheitsanalyse erstellt, die die Lärmschwerpunkte im Stadtgebiet Heilbronn aufzeigt.

Lärmschwerpunkte durch Straßenverkehr

Als Lärmquelle problematisch ist in Heilbronn vornehmlich der Straßenverkehr. Der Straßenverkehr verursacht Lärmschwerpunkte in folgenden Straßen (sortiert nach der höchsten Betroffenheit gemäß dem Lärmpegel und der Zahl der betroffenen Bewohner):

Lärmschwerpunkte mit vordringlichem Handlungsbedarf

  • Weinsberger Straße
  • Theodor-Heuss-Straße, Klingenberg
  • Neckartalstraße südlich
  • Südstraße östlich
  • Wollhausstraße
  • Neckartalstraße Mitte
  • Wilhelm-Leuschner- Straße
  • Wilhelmstraße
  • Neckartalstraße nördlich
  • Südstraße westlich
  • Schlossstraße, Kirchhausen
  • Neckarsulmer Straße südlich
  • Oststraße nördlich
  • Großgartacher Straße
  • Oststraße südlich

  • Georg-Vogel-Straße, Böckingen (Immissionen von der Neckartalstraße)
  • Ludwigsburger Straße, Böckingen
  • Karlstraße
  • Jägerhausstraße
  • Saarbrückener Straße, Frankenbach
  • Oststraße Mitte
  • Unterlandstraße, Biberach
  • Speyerer Straße, Frankenbach
  • Charlottenstraße
  • Paul-Göbel-Straße
  • Weirachstraße, Biberach
  • Neckarsulmer Straße (nördlich)
  • Einsteinstraße

Entsprechend dem Ranking sind die Lärmschwerpunkte mit vordringlichem Handlungsbedarf die Weinsberger Straße bis Oststraße südlich. Neuer vordringlicher Handlungsbedarf ergibt sich gegenüber den früheren Lärmkartierungen in den Jahren 2008 und 2013 in der Wollhausstraße und der Schlossstraße in Kirchhausen.

Mögliche Maßnahmen zur Lärmminderung

Die städtischen Fachämter schlagen als lärmmindernde Maßnahmen in den Lärmschwerpunkten Folgendes vor:

Aus Sicht des Planungs- und Baurechtsamtes sollte das Lärmschutzfensterprogramm auf alle Lärmschwerpunkte ausgeweitet werden. Darüber hinaus schlägt das Amt vor, den Friedhof Heidelberger Straße ebenfalls als Ruhiges Gebiet auszuweisen. Als Ruhige Gebiete gelten bereits der Ziegeleipark, der Wertwiesenpark, der Hauptfriedhof, der Stadtgarten, der Pfühlpark, der Alte Friedhof und der Leinbachpark Ost und West. Funktion der ruhigen Gebiete ist es, den Menschen, die in dicht besiedelten Innenstädten leben und dem Lärm stark ausgesetzt sind, wohnungsnahe Erholungsgebiete anzubieten, in denen sie zur Ruhe kommen.

Das Amt für Straßenwesen empfiehlt Straßenbaumaßnahmen mit lärmabgesenktem Asphalt. Als nächstes profitiert hiervon die östliche Südstraße. Lärmoptimierter Asphalt aufgebracht wurde bereits in der Weinsberger Straße, der Großgartacher Straße (Böckingen) und in der Paul-Göbel-Straße.

Die Einführung von Tempo 30 wird vom Amt für Straßenwesen in der Theodor-Heuss-Straße (Klingenberg) und in der Jägerhausstraße von 22 bis 6 Uhr befürwortet. Bereits vorgeschrieben ist Tempo 30 in der Schlossstraße (Kirchhausen), Weirachstraße und Unterlandstraße (beide Biberach, letztere im westlichen Bereich Tempo 20), Saarbrückener und Speyerer Straße (beide Frankenbach).

Darüber hinaus stärkt das Amt für Straßenwesen den Radverkehr und den Öffentlichen Personennahverkehr, die ebenfalls dazu beitragen, Verkehrslärm zu reduzieren.

Die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Heilbronn GmbH planen die Beschaffung von mindestens sechs Elektrobussen in den nächsten Jahren. Das Betriebsamt rüstet seine Fahrzeugflotte ebenfalls mit elektrischen Antrieben auf.

Eisenbahnlärm

Eine weitere problematische Lärmquelle stellt der Eisenbahnverkehr dar. Zur Bekämpfung des Bahnlärms wurde Heilbronn in das Sanierungsprogramm des Bundes aufgenommen. Die Sanierungsmaßnahmen wurden im Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken fixiert (Vergleich Gemeinderatsdrucksache Nr. 103 vom 15.03.2016) und von August 2018 bis Ende März 2019 von der DB Netz AG umgesetzt.

Ausblick

Nach Abschluss der Öffentlichkeitsbeteiligung werden die eingegangenen Anregungen durch die betroffenen Fachämter geprüft. Der Fachgutachter prüft die Lärmminderungswirkungen. Danach wird ein Planentwurf erarbeitet und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt. Der Lärmaktionsplan wird über die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg dem Umweltbundesamt und der EU weitergeleitet.

Der Lärmaktionsplan für die Stadt Heilbronn wurde im Oktober 2014 vom Gemeinderat verabschiedet. Da Heilbronn als Ballungsraum II eingestuft ist, musste die Lärmaktionsplanung in zwei Stufen erfolgen. Bereits im Jahr 2009 hatte die Stadt in der I Stufe einen Aktionsplan beschränkt auf Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen mit mehr als sechs Millionen Kfz/Jahr erlassen, der in den aktuellen Plan eingeflossen ist.