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Umwelt & Mobilität

Heilbronn baut 15 weitere Bushaltestellen barrierefrei um

Heilbronn baut 15 weitere Bushaltestellen barrierefrei um. Höhere Busborde und Leitelemente erleichtern den Ein- und Ausstieg sowie die Orientierung. Erstmals erhalten Busunterstände auch begrünte Dächer.

Frau mit Krücke beim Einsteigen in einen Bus an einer barrierefreien Bushaltestelle
15 weitere Bushaltestellen in Heilbronn werden auf Busniveau erhöht und mit Orientierungshilfen für Menschen mit Seheinschränkungen versehen. Foto: Stadt Heilbronn

Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen in Heilbronn geht weiter. Bis November werden 15 weitere Haltestellen so umgebaut, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, im Rollstuhl oder mit Kinderwagen leichter ein- und aussteigen können. Leitelemente im Boden erleichtern zudem Menschen mit Sehbeeinträchtigungen die Orientierung.

Seit Beginn der aktuellen Baumaßnahmen im Juli wurden bereits die Haltestellen „Industrieplatz“ (stadtauswärts), „Pestalozzistraße“ am Technischen Schulzentrum (stadteinwärts) und „Stauwehrhalle“ in Horkheim umgebaut.

Bis in den Herbst folgen die Haltestellen „Hallenbad/Bildungscampus Ost“ in der Mannheimer Straße in beiden Richtungen sowie „Industrieplatz“ (stadteinwärts), „Pestalozzistraße“ (stadtauswärts), „Karmeliterstraße“ (stadteinwärts), „Südbahnhof“ (stadteinwärts) und „LebensWerkstatt“ in Böckingen.

Im Zuge der Sanierung der Römerstraße werden außerdem die Haltestellen „Im Fleischbeil Nord“ und „Breslauer Straße“ jeweils in beiden Richtungen barrierefrei umgebaut. Die Haltestelle „Freibad Gesundbrunnen“ (stadteinwärts) wurde bereits im Zusammenhang mit der Einrichtung einer Busspur entsprechend umgestaltet.

Nach Abschluss der laufenden Arbeiten werden nahezu 80 Haltestellen in Heilbronn barrierefrei ausgebaut sein. Bei insgesamt rund 380 Haltestellen bleibt der weitere Ausbau auch in den kommenden Jahren eine große Aufgabe.

Höhere Busborde und Leitelemente

Beim barrierefreien Umbau werden die vorhandenen Bordsteine durch höhere und breitere Busborde ersetzt. Sie verringern den Höhenunterschied zwischen Haltestelle und Bus und erleichtern damit den Ein- und Ausstieg. Zusätzlich werden Leitelemente in den Boden eingelassen. Rillen, Noppen und eine kontrastreiche Gestaltung helfen Menschen mit Sehbeeinträchtigungen bei der Orientierung und markieren den Einstiegsbereich.

„Was nach Standard klingt, ist in der Realität oft Maßarbeit“, sagt Markus Kunert, Projektleiter beim Amt für Straßenwesen. Jede Haltestelle stelle andere Anforderungen. So müssten Bordsteine teilweise begradigt oder Haltestellen verlängert werden, damit auch Gelenkbusse sicher halten können. Auch das Gefälle müsse jeweils so angepasst werden, dass Regenwasser zuverlässig zur Straße abfließen kann.

Welche Haltestellen umgebaut werden, hat die Stadt mit dem Inklusionsbeirat abgestimmt, der die Interessen von Menschen mit Beeinträchtigungen vertritt. „Der barrierefreie Ausbau erleichtert vielen Menschen die selbstständige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und ist damit ein wichtiger Beitrag zu mehr Teilhabe“, sagt Irina Richter, Inklusionsbeauftragte der Stadt Heilbronn.

Erstmals begrünte Dächer für Busunterstände

Im Zuge der Arbeiten stellt die Stadt erstmals Busunterstände mit begrünten Dächern auf. Die Begrünung spendet bei Hitze zusätzlichen Schatten und hält bei Regen einen Teil des Wassers zurück. Damit verbindet die Stadt den barrierefreien Ausbau mit Maßnahmen zur Klimaanpassung und setzt zugleich einen weiteren Baustein auf dem Weg zur Grünen Hauptstadt Europas 2027 um.

Wo es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, prüft die Stadt außerdem, ob Flächen entsiegelt und zusätzliche Bäume gepflanzt werden können. Nicht an jeder Haltestelle ist dies möglich: Häufig ist der Platz begrenzt, zudem müssen Leitungen im Untergrund berücksichtigt werden.

Für Beeinträchtigungen im Umfeld der Baustellen bittet das Amt für Straßenwesen um Verständnis.