Neue Geh- und Radwegverbindung auf der Bottwarbahntrasse nimmt Gestalt an

Die Vorbereitungen für den neuen Geh- und Radweg auf der ehemaligen Bottwarbahntrasse haben begonnen. Rund um den alten Bahntunnel im Heilbronner Osten wurde das Gelände bereits gerodet. Derzeit werden dort heimische Eidechsen in geschützte Bereiche umgesiedelt. Mitte November starten zudem die Rodungsarbeiten auf dem südlichen Trassenabschnitt zwischen Sontheimer Landwehr und Charlottenstraße. Der eigentliche Bau beginnt 2027 – in dem Jahr, in dem Heilbronn Grüne Hauptstadt Europas ist.
Auf insgesamt 2,5 Kilometern entsteht eine weitgehend autofreie Verbindung von Sontheim über den Südbahnhof bis in den Heilbronner Osten. Der Abschnitt zwischen Charlottenstraße und Cäcilienbrunnenstraße ist bereits fertiggestellt. Ende 2028 soll die gesamte Strecke durchgängig nutzbar sein.
Neue Verbindung schließt Lücke im Radnetz
Der neue Geh- und Radweg verbessert insbesondere für Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Berufspendelnde die Verbindung zwischen dem Heilbronner Süden und Osten. Gleichzeitig schließt er eine Lücke im städtischen Radnetz im Bereich der Sontheimer Straße.
Ein besonderes Merkmal der Strecke ist der rund 400 Meter lange ehemalige Bahntunnel zwischen der Cäcilienbrunnenstraße und der Straße Im Wannental. Er ermöglicht es Radfahrenden künftig, den Höhenunterschied im Heilbronner Osten ohne größere Steigungen zu überwinden. Zugleich macht der historische Tunnel die Strecke auch für Ausflüge und die Freizeit attraktiv.
Bauarbeiten starten 2027
Auf dem südlichen Abschnitt zwischen Sontheim und dem Südbahnhof beginnen Mitte November nach dem Auslaufen bestehender Pachtverträge die Rodungsarbeiten. Entfernt werden Buschwerk sowie kranke oder stark geschädigte Fichten und Robinien. Gesunde Bäume sollen möglichst erhalten bleiben. Ergänzend sind Neupflanzungen vorgesehen. Der Bau des Geh- und Radwegs soll hier im Frühsommer 2027 starten und rund acht Monate dauern.
Am ehemaligen Bahntunnel sind die Vorbereitungen bereits weiter fortgeschritten. Nach der Rodung wurden entlang der künftigen Strecke Schutzzäune für Eidechsen aufgestellt. Die dort lebenden Tiere werden derzeit in geschützte Bereiche hinter den Zäunen umgesetzt. Nach Abschluss der Bauarbeiten können sie in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückkehren.
Ab Frühjahr 2027 werden auf der ehemaligen Bahntrasse zunächst Gleise und Bohlen entfernt. Anschließend wird der Untergrund planiert und geschottert. Auch der historische Bahntunnel wird saniert und erhält einen neuen Entwässerungskanal. Die Sanierung soll im August 2027 beginnen und etwa ein Jahr dauern. Danach folgen die Asphaltierung des Geh- und Radwegs sowie die Gestaltung der Grünflächen.
Bund und Land übernehmen rund 89 Prozent der Kosten
Das Projekt wird mit insgesamt 10,4 Millionen Euro von Bund und Land gefördert. Die Mittel stammen aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG-RuF) und dem Bundesprogramm „Stadt und Land“. Damit werden rund 89 Prozent der Gesamtkosten durch Fördermittel gedeckt. Der Eigenanteil der Stadt Heilbronn liegt bei rund 1,3 Millionen Euro beziehungsweise elf Prozent.
