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Wirtschaft & Digitales

Perspektive für Audi Neckarsulm gefordert

Der Audi-Standort Neckarsulm braucht zwingend eine belastbare Zukunftsperspektive. Eine Schließung oder ein schleichendes Auslaufen des Werks hätte dramatische Folgen für die gesamte Region. Das haben Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig, der Erste Bürgermeister der Stadt Heilbronn, Martin Diepgen, stellvertretend für Oberbürgermeister Harry Mergel und Landrat Norbert Heuser in einem intensiven Video-Gespräch mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten und VW-Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies deutlich gemacht.

Foto von der Kundgebung beim Audi-Werk Neckarsulm am 9. Juli 2026, an der auch Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig, Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel und Landrat Norbert Heuser teilnahmen.
Der Einsatz für den Audi-Standort Neckarsulm geht weiter: Nach der großen Kundgebung bei Audi am 9. Juli, an der auch Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig, Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel und Landrat Norbert Heuser (1. Reihe von links) teilnahmen, machten sich die drei Gebietskörperschaften nun auch im Gespräch mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten und VW-Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies für eine klare Zukunftsperspektive für das Werk stark. Foto: Stadt Heilbronn

In dem Vierergespräch waren sich die Teilnehmer einig, dass für eine derart weitreichende Entscheidung belastbare Zahlen, Daten und Alternativen fehlen. Der Bitte der kommunalen Vertreter nach einem regelmäßigen Austausch kam Ministerpräsident Lies nach, der nächste Termin ist bereits in Vorbereitung.

In der rund einstündigen Videokonferenz ging es unter anderem um die bislang ungeklärte Anschlussbelegung des Audi-Werks Neckarsulm nach 2034 und um die Frage, welche tragfähigen Zukunftsperspektiven für den Standort entwickelt werden können. Lies betonte, dass die Zukunft der betroffenen Standorte weiterhin offen sei. Zugleich wurde deutlich: Solange die Anschlussbelegung offen ist, fehlt den betroffenen Werken eine belastbare Perspektive.

In dem Gespräch machten alle drei regionalen Vertreter deutlich, welche dramatischen und weitreichenden Folgen eine Schließung des Werks mit seinen 15.000 Beschäftigten für die Stadt aber auch für die Region mit sich bringen würden. „Alle Beteiligten tragen eine enorme Verantwortung. Der Standort Neckarsulm darf nicht nur als Zahl in einer Konzernrechnung betrachtet werden. Hier geht es um Menschen, um industrielle Kompetenz und um die Zukunft einer ganzen Region“, sagten sie. Der Neckarsulmer Oberbürgermeister hob aber auch die Stärken des Standorts Neckarsulm hervor.

Dies bestätigte Ministerpräsident Lies ausdrücklich. Bei einem früheren Besuch im Audi-Werk Neckarsulm habe er sich persönlich von der Innovationskraft und technologischen Stärke des Werks überzeugen können. Zukunftskompetenzen wie Künstliche Intelligenz müssten aus seiner Sicht eng mit industrieller Produktion verbunden bleiben. Gerade daraus könne für Neckarsulm eine besondere Chance entstehen.

Deutlich machte Ministerpräsident Lies außerdem, dass aus seiner Sicht die langfristige Zukunft der betroffenen Standorte sorgfältig geprüft werden müsse. Eine so weitreichende Entscheidung setze eine tragfähige Grundlage und die Prüfung möglicher Zukunftsperspektiven voraus. „Es ist wichtig, dass tragfähige Perspektiven für die betroffenen Standorte entwickelt und bewertet werden“, sagte der Ministerpräsident.

Darüber solle, so Lies, ein enger Austausch zwischen den Ministerpräsidenten der Länder mit den betroffenen Standorten sowie den jeweiligen kommunalen Spitzen geführt werden: „Die einzelnen Standorte dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es geht darum, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“ Damit solle für jeden einzelnen Standort eine Zukunftsperspektive eröffnet werden.

Ministerpräsident Olaf Lies, Oberbürgermeister Steffen Hertwig, Erster Bürgermeister Martin Diepgen und Landrat Norbert Heuser waren sich einig: Die aktuelle Situation erfordert entschlossenes gemeinsames Handeln. Es gelte, aktiv Zukunftsperspektiven für die betroffenen Standorte zu entwickeln.

Gemeinsame Pressemitteilung Landkreis Heilbronn, Stadt Neckarsulm und Stadt Heilbronn