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Schmuckbild: Rathaus Heilbronn, historische Kunstuhr.

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Gemeinderat beschließt Vorplanung für urbane Seilbahn

Machbarkeitsstudie liegt vor, nächste Planungsphase beginnt

Heilbronn könnte als erste Stadt Deutschlands eine urbane Seilbahn als festen Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs realisieren. Der Gemeinderat hat am 27. Juli 2026 den Startschuss für die Vorplanung des Projekts gegeben. Grundlage der Entscheidung sind die positiven Ergebnisse einer umfassenden Machbarkeitsstudie. 

„Mit der geplanten Seilbahn wollen wir neue Wege in der Mobilität gehen. Als vollständig in den öffentlichen Nahverkehr integrierte urbane Seilbahn wäre sie in Deutschland bislang einzigartig. Gleichzeitig verbindet sie die Innenstadt mit dem Bildungscampus, dem Zukunftspark Wohlgelegen, dem Stadtteil Neckargartach, der Neckarau und dem entstehenden Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI). Damit stärken wir Heilbronn als Bildungs-, Innovations- und KI-Standort.“, so Oberbürgermeister Harry Mergel.

Mit dem Beschluss beginnt die nächste Planungsphase. In den kommenden Monaten werden europaweit Planungsleistungen für die Seilbahntechnik sowie für Architektur und Verkehrsplanung ausgeschrieben. Parallel dazu werden Fachgutachten erstellt, um die technische, verkehrliche, städtebauliche und umweltfachliche Integration der Seilbahn zu untersuchen. 

Trasse verbindet 
zentrale Zukunftsstandorte

Die geplante Seilbahn soll auf einer rund 4,9 Kilometer langen Strecke mit sechs Stationen zentrale Zukunftsstandorte Heilbronns miteinander verbinden. Die Trasse führt von der Innenstadt in der Nähe des Hauptbahnhofs über den Bildungscampus und den Zukunftspark Wohlgelegen bis zum Campus des IPAI. Dort entsteht eines der größten KI-Ökosysteme Europas. Die Planungen sehen zudem vor, die Seilbahn so auszulegen, dass eine spätere Verlängerung in Richtung Böllinger Höfe grundsätzlich möglich bleibt. 

Gegenüber früheren Planungen wurde insbesondere der Standort der Innenstadtstation angepasst. Sie soll künftig am Kurt-Schumacher-Platz in unmittelbarer Nähe der Stadtbahnhaltestelle Neckarturm entstehen und damit eine direkte Verknüpfung mit dem schienengebundenen Nahverkehr ermöglichen.

Machbarkeitsstudie bewertet 
Seilbahn als geeignete ÖPNV-Lösung

Die Machbarkeitsstudie bewertet die urbane Seilbahn im Vergleich zu den untersuchten Alternativen Bus und Stadtbahn als eine flächeneffiziente und emissionsarme Lösung. Auch die Wirtschaftlichkeitsprüfung fällt positiv aus: Mit einem Kosten-Nutzen-Indikator von über 1,0 erfüllt das Vorhaben eine wichtige Voraussetzung für eine Förderung durch Bund und Land.

Vorgesehen ist eine vollständige Integration in den bestehenden ÖPNV-Tarif. Die Nutzung wäre damit beispielsweise mit dem Deutschlandticket oder einem Jobticket möglich. Geplant sind Gondeln mit einer Kapazität von bis zu zehn Personen, Taktabstände von 20 bis 30 Sekunden sowie barrierefreie Stationen. Auch die Mitnahme von Fahrrädern, Kinderwagen und Gepäck ist vorgesehen.

Trassenführung berücksichtigt 
Wohnbebauung

Ein besonderer Schwerpunkt der bisherigen Planung lag auf der verträglichen Einbindung in den Stadtraum. Baubürgermeister Andreas Ringle sagt: „Entscheidend bei der bisherigen Planung war, dass keine Wohnbebauung überquert beziehungsweise mit zu geringem seitlichen Abstand passiert wird. Das können wir mit der jetzigen Trassenplanung sicherstellen.“

Mit dem Beschluss setzt die Stadt die Planungen für das Vorhaben fort. In den kommenden Jahren folgen die weiteren Planungs- und Genehmigungsschritte sowie die Beantragung von Fördermitteln. Parallel dazu soll die Öffentlichkeit fortlaufend über den Planungsstand informiert und in geeigneter Form beteiligt werden.

 

Das Bild zeigt einen Visualisierung der Innenstadtstation am Kurt-Schumacher-Platz. Bildnachweis: Stadt Heilbronn / UNS Studio

Visualisierung der Innenstadtstation am Kurt-Schumacher-Platz. Bildnachweis: Stadt Heilbronn / UNS Studio