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Neuer Gedenkort macht KZ „Steinbock“ in Neckargartach sichtbar
Ein Ort, der lange unsichtbar war, rückt wieder ins Bewusstsein: In Heilbronn-Neckargartach erinnert ein neuer Gedenk- und Lernort an das ehemalige KZ „Steinbock“ – und verbindet Geschichte, Erinnerung und Bildung auf eindrucksvolle Weise.
Was jahrzehntelang kaum noch zu erkennen war, ist nun wieder sichtbar: Am ehemaligen Standort des Konzentrationslagers „Steinbock“ in Heilbronn-Neckargartach erinnert ein neu gestalteter Gedenk- und Lernort an die Geschichte des Lagers und seine Opfer.
Rote Bodenmarkierungen mit symbolischem Stacheldraht, markante Elemente aus Cortenstahl sowie ein Tastmodell machen die Dimensionen des ehemaligen Lagers im heutigen Gewerbegebiet nachvollziehbar. Herbst 1944 bis zum Frühjahr 1945 waren hier zeitweise mehr als 1000 Häftlinge interniert; Schätzungen gehen von über 300 Todesopfern aus.
An dieser Stelle wird die Bildergalierie dargestellt
Einweihung am historischen Datum
Oberbürgermeister Harry Mergel hat den neuen Gedenkort am 1. April eingeweiht – dem Jahrestag der Räumung des Lagers, an dem traditionell der Opfer gedacht wird. Erstmals werden dabei der ehemalige Lagerstandort an der Böllinger Straße und der KZ-Friedhof auf der nahegelegenen Anhöhe sichtbar miteinander verbunden.
„Wir wollen die menschliche und moralische Katastrophe der NS-Zeit greifbarer machen“, betonte Mergel. „Dieses dunkle Kapitel ist Teil unserer Stadtgeschichte – und es verpflichtet uns, alles dafür zu tun, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen.“
Lernen vor Ort – auch für kommende Generationen
Ziel der Neugestaltung ist es, die Öffentlichkeit besser über das Konzentrationslager zu informieren – insbesondere junge Menschen. Der Gedenkort soll zur Auseinandersetzung mit der Geschichte anregen und eine demokratische Grundhaltung stärken.
An drei zentralen Stationen – am ehemaligen Lager, am Treppenaufgang und am Friedhof – vermitteln unterschiedliche Elemente die Geschichte des Ortes:
- nachgezeichnete Barackengrundrisse
- Cortenstahl-Wände mit Zitaten und Informationen
- farbige Bodenmarkierungen mit symbolischem Stacheldraht
- ein Modell des Lagerareals.
QR-Codes auf den Informationselementen führen zudem zu einer begleitenden Webseite und erweitern den Gedenkort digital.
Breite Zusammenarbeit bei der Umsetzung
Die Konzeption für die Erweiterung wurde 2024 unter Federführung des Grünflächenamts gemeinsam mit dem Stadtarchiv entwickelt. Maßgeblich beteiligt waren außerdem die „Initiative Gedenkstätte KZ Heilbronn-Neckargartach“ sowie die Gruppe Sepia. Grundlage bildeten unter anderem die Forschungen von Dr. Heinz Risel.
Weitere Informationen
Mehr zum Gedenkort gibt es online unter: https://kz-neckargartach.heilbronn.de
(v.r.) Oberbürgermeister Harry Mergel, Archivleiterin Miriam Eberlein, Bernhard Löffler und Heinz Risel, beide von der Gedenkstätten-Initiative, Bürgermeister Andreas Ringle und Grünflächenamtsleiter Oliver Toellner nehmen eine der Stahlwände am neuen Gedenkort in Augenschein. Foto: Stadtarchiv Heilbronn/Amelie Beilmann
Grünflächenamtsleiter Oliver Toellner und Archivleiterin Miriam Eberlein erläutern vor rund 150 Interessierten das neue Gedenkkonzept, das das ehemalige KZ "Steinbock" mit dem KZ-Friedhof verbindet. Rechts im Bild: das Modell des Arbeitslagers. Foto: Stadtarchiv Heilbronn/Amelie Beilmann
Die markanten Stahlwände und die roten Bodenmarkierungen sorgen mitten im Gewerbegebiet für Aufmerksamkeit. Foto: Stadtarchiv Heilbronn/Amelie Beilmann





