Kindergipfel Heilbronn: Zuhören, mitreden, mitgestalten

Kinder an die Macht? Beim Kindergipfel im Heilbronner Rathaus hieß es zumindest: Kinder an den Ratstisch.
Im Großen Ratssaal, dort, wo normalerweise über Schulen, Spielplätze, Sportangebote oder neue Projekte für die Stadt entschieden wird, haben Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Heilbronner Grundschulen ihre Sicht auf Heilbronn eingebracht. Sie formulieren Wünsche, sprechen über ihren Alltag und denken gemeinsam darüber nach, wie die Stadt für Kinder noch lebenswerter werden kann.
Der Kindergipfel gibt Kindern eine Stimme und bringt ihre Anliegen direkt zu Politik und Verwaltung. Getragen wird das Beteiligungsformat vom Stadt- und Kreisjugendring Heilbronn e.V., dem Jugendgemeinderat Heilbronn, dem Kinderschutzbund Heilbronn und der Stadt Heilbronn. Auch Mitglieder des Heilbronner Gemeinderats unterstützen den Austausch und begleiten die Gespräche mit den Kindern.
Die Expertinnen und Experten für ihre Lebenswelt
Für Oberbürgermeister Harry Mergel stand genau dieser Gedanke im Mittelpunkt. In seiner Begrüßung machte er deutlich, dass Kinder selbst am besten wissen, was sie brauchen: „Natürlich können wir nicht so gut sagen, was ihr dringend braucht, wie ihr es selber könnt.“ Gleichzeitig gab er den Kindern einen Einblick in die Aufgaben der Stadtverwaltung. Rund 3.200 Mitarbeitende arbeiten täglich daran, Heilbronn weiterzuentwickeln und gute Bedingungen für die Menschen in der Stadt zu schaffen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Kindern und Jugendlichen. „Wir überlegen jeden Tag: Was können wir machen, damit das Leben in dieser Stadt für die Menschen noch besser wird? Ganz besonders schauen wir dabei auf unsere Kinder und ihre Bildungs- und Lebenschancen.“
Was Kinder an Heilbronn mögen
Die Gespräche machen deutlich, wie aufmerksam Kinder ihre Stadt wahrnehmen. Alina aus Sontheim nennt den Wertwiesenpark und Spieplätze als Orte, die ihr besonders gut gefallen. Für ihren Schulalltag wünscht sie sich mehr Spielmöglichkeiten: „Ich wünsche mir Rutschen, Schaukeln, Bänke und was es halt noch gibt für das Spiel.“ David aus Heilbronn schätzt vor allem das Miteinander in der Stadt: „Ich mag ganz arg, dass hier die Menschen nett zueinander sind.“ Auch die vielen Veranstaltungen gefallen ihm. Antonia aus Heilbronn blickt ebenfalls positiv auf ihre Stadt: „Mir gefällt an Heilbronn, dass es genug Platz gibt für alle Menschen und dass wir hier so freundlich sind.“
Aus Ideen werden Anregungen für die Stadt
Beim Kindergipfel geht es nicht nur um Gespräche. Die Kinder sammeln ihre Ideen, diskutieren sie gemeinsam und entwickeln daraus Vorschläge für ihre Stadt. Diese Anregungen gehen anschließend an Verwaltung und Politik. Oberbürgermeister Harry Mergel macht den Kindern deutlich, dass ihre Beiträge nicht einfach in einer Schublade verschwinden. Die Stadt prüft die Vorschläge und gibt Rückmeldung.
Genau darin liegt die besondere Stärke des Kindergipfels. Kinder erleben, dass ihre Meinung zählt, dass Beteiligung Wirkung haben kann und dass Demokratie dort beginnt, wo Menschen ihre Ideen einbringen und gehört werden. Der Große Ratssaal wird so zum Ort für die jüngsten Stimmen der Stadt. Und vielleicht entstehen genau hier einige der Ideen, die Heilbronn in Zukunft noch ein Stück lebenswerter machen.

