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Investieren und finanzielle Handlungsfähigkeit sichern
Stadt stellt Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 vor
Die Stadt Heilbronn bringt am Montag, 28. September, den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 in den Gemeinderat ein. Für beide Jahre sind Investitionsauszahlungen von insgesamt rund 273 Millionen Euro vorgesehen: 133,5 Millionen Euro im Jahr 2027 und 139,4 Millionen Euro im Jahr 2028. Zugleich wird der finanzielle Spielraum enger. Der Entwurf weist ein negatives Gesamtergebnis von 37,7 Millionen Euro für 2027 und 51,6 Millionen Euro für 2028 aus. Gemeinderat und Stadtverwaltung haben sich daher bereits zu Beginn des Jahres darauf verständigt im Rahmen eines strategischen Finanzmanagements ihre Finanzen zu stabilisieren und weiterhin gezielt in die Zukunft zu investieren.
„Heilbronn hat sich eine starke finanzielle Ausgangslage erarbeitet. Damit das so bleibt, müssen wir jetzt Prioritäten setzen. Wir wollen handeln, solange wir selbst entscheiden können, wo wir Schwerpunkte setzen“, sagt Oberbürgermeister Harry Mergel. „Wir werden nicht alles gleichzeitig verwirklichen können. Entscheidend ist, dass wir die Investitionen ermöglichen, die Heilbronn langfristig stark machen und auch kommenden Generationen finanzielle Spielräume erhalten.“
Fünf Schwerpunkte
für Heilbronns Zukunft
Aus den Entwicklungen der vergangenen Jahre, den Initiativen des Gemeinderats und den anstehenden Aufgaben leitet Mergel fünf Schwerpunkte ab: einen starken Wirtschaftsstandort, Heilbronn als Bildungs- und Wissensstadt, eine leistungsfähige Daseinsvorsorge und attraktive Infrastruktur, eine nachhaltige Stadtentwicklung sowie eine moderne und leistungsfähige Verwaltung. Im Haushaltsentwurf finden sich dafür unter anderem Mittel für die Innenstadtentwicklung und die Erschließung des IPAI, die neue Grundschule in der Innenstadt und den Neubau der Neckartalschule. Vorgesehen sind außerdem Mittel für die zukünftige Sicherung der Sport- und Freizeiteinrichtungen der nördlichen Innenstadt durch die Planung eines neuen Kombibades, der Eissporthalle und der Rollsporthalle, die Nordumfahrung Frankenbach, den Ausbau von Fuß- und Radwegen, Brückensanierungen, Hochwasserschutz und Klimaanpassung. Investitionen in Datennetze sowie Hard- und Software sollen die Verwaltung weiter modernisieren.
Finanziellen Spielraum
dauerhaft sichern
Dass die Stadt Prioritäten setzen muss, zeigt die Entwicklung des Ergebnishaushalts. Zwar schloss 2025 mit einem Überschuss von rund 12,3 Millionen Euro deutlich besser ab als geplant. Für 2026 wird derzeit jedoch ein Fehlbetrag von geplanten rund 58,3 Millionen Euro erwartet. Wie viele Kommunen steht Heilbronn vor wachsenden Aufgaben und höheren gesetzlichen Anforderungen, während die Finanzierung zusätzlicher Aufgaben durch Bund und Land nicht immer Schritt hält. Gleichzeitig steigen insbesondere die Personal- und Sozialausgaben sowie die Baukosten. Die Erträge können diese Entwicklung zunehmend nicht mehr auffangen.
„Ein leistungsfähiger laufender Haushalt ist die Voraussetzung dafür, dass wir notwendige Investitionen dauerhaft finanzieren können“, sagt Erster Bürgermeister Martin Diepgen. „Nur wenn wir unsere Ausgaben und Einnahmen wieder in ein tragfähiges Verhältnis bringen, können wir notwendige Investitionen auch künftig verlässlich finanzieren. Dazu zählt auch, dass wir bei Vorhaben die Kosten für Betrieb und Unterhalt im Blick behalten.“
Nach der Planung entsteht aus der laufenden Verwaltungstätigkeit 2027 ein Zahlungsmittelbedarf von 14,9 Millionen Euro, 2028 von 38,7 Millionen Euro. Der laufende Betrieb erwirtschaftet damit keine Mittel für Investitionen. Für deren Finanzierung sind in beiden Jahren Kreditaufnahmen von insgesamt rund 139 Millionen Euro vorgesehen. Die frei verfügbaren liquiden Mittel gehen voraussichtlich bis Ende 2028 auf rund 41 Millionen Euro zurück.
Konsolidierung bedeutet dabei mehr als Einsparungen bei einzelnen Projekten, sind sich OB Mergel und EBM Diepgen einig. Auch Aufgaben, Standards und Abläufe müssen überprüft werden. Digitalisierung und ein verantwortungsvoller Einsatz Künstlicher Intelligenz können dabei eine Digitalisierungsrendite schaffen und so dazu beitragen, die Verwaltung leistungsfähiger und effizienter zu machen.
Strategisches Finanzmanagement
gibt den Rahmen vor
Diesen Weg haben Stadtverwaltung und Gemeinderat bereits eingeschlagen: Im März 2026 beschloss der Gemeinderat das Projekt „Strategisches Finanzmanagement für eine zielorientierte und nachhaltige Stadtentwicklung 2025–2029“. Gemeinsam mit der Verwaltung berät er darin, wie sich das strukturelle Defizit verringern und geplante Investitionen mit den finanziellen und personellen Möglichkeiten der Stadt in Einklang bringen lassen.
Mit der Einbringung am 28. September beginnen die Beratungen im Gemeinderat und seinen Ausschüssen. Über die Haushaltssatzung entscheidet der Gemeinderat am 17. Dezember.
Ausgewählte Investitionen in den Haushaltsjahren 2027/2028
- Für den Neubau der Neckartalschule sind 12 Millionen Euro vorgesehen, für die neue Grundschule in der Innenstadt 8,5 Millionen Euro und für die Erweiterung der Heinrich-von-Kleist-Realschule 6 Millionen Euro.
- In die Erweiterung der Tageseinrichtung für Kinder in der Nussäckerstraße sollen 4 Millionen Euro fließen. Für die Erweiterung des Kindergartens der Becker-Franck-Stiftung im Badener Hof sind rund 4,2 Millionen Euro eingeplant.
- Für Maßnahmen im Sanierungsgebiet Innenstadt sind rund 4,2 Millionen Euro vorgesehen, für Baumaßnahmen im Sanierungsgebiet Wollhausplatz III weitere 1,5 Millionen Euro.
- Für die Nordumfahrung Frankenbach sind 22 Millionen Euro veranschlagt, für den Abschnitt der Neckartalstraße zwischen Neckargartacher Brücke und Autobahn 6 Millionen Euro.
- Der Fuß- und Radweg auf der Bottwarbahntrasse ist mit 5,8 Millionen Euro eingeplant. Weitere 3 Millionen Euro sind für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED vorgesehen.
- Für Fahrzeuge der Feuerwehr sind rund 2,8 Millionen Euro eingestellt, für Geräte und Maschinen der Integrierten Leitstelle rund 3,5 Millionen Euro.
- Für Sportstätten und deren Außenanlagen sind 5,75 Millionen Euro vorgesehen, für die Umgestaltung von Spiel-, Bolz- und Skateanlagen eine Million Euro.

