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Bildung & Wissen

H2Oho!-Ausstellung gestartet: Wasser als Zukunftsfrage

Mitmachstationen, multimediale Inszenierungen und jede Menge Wissen rund ums Wasser: Die Ausstellung „H2Oho! – Heilbronn entdeckt das Wasser“ ist bis 14. März 2027 im Museum im Deutschhof zu sehen. Passend zu Heilbronns Jahr als Grüne Hauptstadt Europas 2027 zeigt sie, warum Wasser für die nachhaltige Stadt der Zukunft eine zentrale Rolle spielt.

Wasser entdecken, verstehen und neu erleben: Die Ausstellung „H2Oho!“ im Museum im Deutschhof macht die lebenswichtige Ressource mit zahlreichen interaktiven und multimedialen Stationen aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar.
Wasser entdecken, verstehen und neu erleben: Die Ausstellung „H2Oho!“ im Museum im Deutschhof macht die lebenswichtige Ressource mit zahlreichen interaktiven und multimedialen Stationen aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar. Fotos: Stadt Heilbronn/Klöppel

Im nächsten Jahr trägt Heilbronn den Titel „Grüne Hauptstadt Europas 2027“. Die Auszeichnung rückt viele Fragen in den Mittelpunkt, die darüber entscheiden, wie lebenswert Städte in Zukunft sein werden. Eine davon begleitet uns jeden Tag und wird dennoch häufig erst dann wahrgenommen, wenn sie zum Problem wird: Wasser.

Wie wertvoll die Ressource ist, welche enorme Kraft sie entwickeln kann und wie ein nachhaltiger Umgang mit ihr aussehen könnte, zeigt derzeit die Ausstellung „H2Oho! – Heilbronn entdeckt das Wasser“ im Museum im Deutschhof. Sie verbindet globale Zusammenhänge mit der Geschichte Heilbronns und schlägt zugleich die Brücke zu aktuellen Zukunftsaufgaben der Stadt. Passend dazu ist auch der Grüne-Hauptstadt-Pokal im Museum zu sehen.

Von der Wasserversorgung zur Schwammstadt

Gerade in Heilbronn lässt sich nachvollziehen, wie eng Wasser und Stadtentwicklung seit Jahrhunderten miteinander verbunden sind. Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung der örtlichen Wasserversorgung von den ersten hölzernen Leitungen im 16. Jahrhundert bis zur heutigen Trinkwasserversorgung nach. Gleichzeitig richtet sie den Blick nach vorne: Wie können Städte mit den Folgen des Klimawandels umgehen? Welche Rolle spielt Wasser dabei? Und was steckt hinter Konzepten wie der Schwammstadt?

Damit greift „H2Oho!“ ein Thema auf, das auch für Heilbronns Jahr als Grüne Hauptstadt Europas 2027 eine wichtige Rolle spielt. Wasser soll dabei allerdings nicht ausschließlich als knapper werdende Ressource oder als Bedrohung durch Starkregen und Hochwasser erscheinen. „Wir wollen keine apokalyptischen Zukunftsszenarien an die Wand werfen“, sagt Birgit Hummel, stellvertretende Leiterin der Städtischen Museen Heilbronn. Vielmehr gehe es darum, Herausforderungen sichtbar zu machen und Wasser aus unterschiedlichen Perspektiven neu zu entdecken.

Zwischen Naturgewalt und Wasserorgel

Das beginnt mit seiner Kraft. Großformatige Videosequenzen zeigen Sturmfluten und Hochwasser ebenso wie beinahe meditative Wasserlandschaften. Von dort führt der Weg in „Neptuns Wasserwelt“: Ein vollständig in Blau gestalteter Raum lässt eine Unterwasserlandschaft entstehen und nähert sich dem Thema über Geschichten, Hörstationen und spielerische Elemente.

Zu den ungewöhnlichsten Stationen gehört eine Wasserorgel. Unterschiedlich geformte und mit farbiger Flüssigkeit gefüllte Flaschen werden dabei zu Instrumenten. In der richtigen Kombination lässt sich sogar die Melodie des Kinderlieds „Fünf kleine Fische“ spielen.

Solche Mitmachangebote ziehen sich durch die gesamte Ausstellung. Besucherinnen und Besucher erfahren unter anderem, warum Meerwasser salzig ist, wie Wolken und Wellen entstehen oder welche besonderen Eigenschaften Wasser besitzt. Die Ausstellung spannt den Bogen von Wassergottheiten und Seeungeheuern über Naturphänomene bis zum Weg des Trinkwassers vom Wasserwerk über den heimischen Hahn ins Klärwerk.

Wie viel Wasser steckt in unserem Alltag?

Besonders unmittelbar wird das Thema beim eigenen Konsum. An einer Station lassen sich Alltagsprodukte scannen. So wird sichtbar, dass der persönliche Wasserverbrauch nicht beim Duschen, Kochen oder Zähneputzen endet. Auch für Lebensmittel, Kleidung und andere Produkte wird Wasser benötigt – häufig weit entfernt von dem Ort, an dem sie später gekauft werden. Eine Jeans oder Mandeln zum Backen bekommen damit plötzlich eine zweite, zunächst unsichtbare Dimension: ihren Wasserverbrauch. Die Ausstellung will so dafür sensibilisieren, Konsumentscheidungen bewusster zu treffen und auch regionale Produkte stärker in den Blick zu nehmen. 

Trotz der ernsten Fragen bleibt „H2Oho!“ bewusst eine Ausstellung zum Ausprobieren und Entdecken. Eine immersive Gestaltung, multimediale Inszenierungen und zahlreiche Mitmachstationen sollen Wasser nicht nur erklären, sondern erlebbar machen. Damit setzen die Städtischen Museen ihre Reihe interaktiver Ausstellungen zu gesellschaftlich relevanten Themen fort.

Ideen aus der Stadtgesellschaft

Dabei soll die Ausstellung nicht allein Wissen vermitteln. Unter dem Motto „So geht Wasser gut“ können Besucherinnen und Besucher eigene Erfahrungen und Ideen einbringen. Vereine, Initiativen sowie städtische und kulturelle Akteure beteiligen sich ebenfalls. So entsteht ein Forum, in dem unterschiedliche Perspektiven auf den Umgang mit Wasser zusammenkommen. 

Auch außerhalb der Ausstellungsräume wird das Thema weitergeführt. Zum Begleitprogramm gehören unter anderem eine öffentliche Besichtigung der Heilbronner Schleuse am 23. August, eine „H2Oho!“-Modenschau der Akademie für Kommunikation bei der Langen Nacht der Kultur am 10. Oktober sowie ein Vortrag von Stadtwerke-Geschäftsführer Erik Mai am 10. November zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der regionalen Wasserversorgung.

„H2Oho!“ auf einen Blick

Ausstellung: „H2Oho! – Heilbronn entdeckt das Wasser“

Ort: Museum im Deutschhof, Deutschhofstraße 6, 74072 Heilbronn

Laufzeit: 29. Juli 2026 bis 14. März 2027

Öffnungszeiten: Dienstag 10 bis 19 Uhr, Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen – außer montags – 10 bis 17 Uhr.

Eintritt: Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Familienkarte 12 Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahre haben freien Eintritt.

Das erwartet Besucherinnen und Besucher: Eine interaktive Ausstellung rund um Wasser als Lebensgrundlage, Naturkraft und Zukunftsressource. Multimediale Inszenierungen und zahlreiche Mitmachstationen verbinden globale Zusammenhänge mit der Geschichte der Heilbronner Wasserversorgung sowie Fragen zu Klimawandel, Ressourcenschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung.

Weitere Informationen: https://museen.heilbronn.de/museum-im-deutschhof.html

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