Zukunft der Sport- und Freizeitinfrastruktur

"Mit diesen Planungen gelingt uns ein großer Wurf für Heilbronn. Wir schaffen nicht nur eine moderne Sport- und Freizeitinfrastruktur, sondern gewinnen zugleich die einmalige Chance, den zentralen Bereich zwischen Bildungscampus und Innenstadt völlig neu zu entwickeln. So wachsen Wissensstadt und Innenstadt künftig noch enger zusammen“, so Oberbürgermeister Harry Mergel.
Hintergrund ist der erhebliche Sanierungsbedarf vieler bestehender Einrichtungen. Besonders das Soleo, das 1972 eröffnet wurde, ist in die Jahre gekommen. Eine Sanierung wäre mit Kosten von rund 54 Millionen Euro verbunden und würde eine Schließung von zwei bis drei Jahren erfordern. Auch die beiden Freibäder weisen einen hohen Investitionsbedarf auf: Für das Freibad Neckarhalde werden rund 19 Millionen Euro, für das Freibad Gesundbrunnen weitere rund 16 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadtwerke Heilbronn als Betreiber der Heilbronner Bäder sehen deshalb die Notwendigkeit, die Bäderlandschaft langfristig neu auszurichten. Ziel ist es, Schwimmen in Heilbronn dauerhaft, bezahlbar und für alle Generationen zu sichern. Neben den baulichen Herausforderungen spielen auch steigende Anforderungen an Energieeffizienz, Fachkräftegewinnung und einen wirtschaftlichen Betrieb auch angesichts rückläufiger Besucherzahlen eine wichtige Rolle.
Vor diesem Hintergrund wird der Gemeinderat am Montag, 27. Juli, öffentlich über mögliche Standorte für künftige Sportstätten sowie die weiteren Planungen beraten.
Moderne Sportstätten an neuen Standorten
Kern der Überlegungen ist der Bau eines neuen Kombibads am Standort Neckarhalde. Es soll Hallen- und Freibad an einem Standort vereinen und so auch mehr Wasserfläche für Schulen und Vereine bieten. Gleichzeitig wäre ein moderner Neubau energetisch wesentlich effizienter als die Sanierung mehrerer bestehender Anlagen. Um die Erreichbarkeit weiter zu verbessern, ist außerdem ein neuer Fuß- und Radsteg über den Neckar vorgesehen.
Auch für den Eissport werden neue Perspektiven geschaffen: Die Stadtsiedlung Heilbronn übernimmt im Auftrag der Stadt die Projektentwicklung für eine oberligataugliche Eissporthalle mit zusätzlicher Trainingshalle am Standort Frankenstadion. Dort entstehende Parkflächen könnten zugleich von Besucherinnen und Besuchern des Kombibads genutzt werden. Zudem könnte die Abwärme der Halle zur Beheizung des Bades genutzt werden und so die Energiekosten deutlich reduzieren.
Für die Rollsporthalle ist ein neuer Standort auf der Viehweide in Böckingen vorgesehen. Dort, auf dem Gelände des ehemaligen Geflügelzüchtervereins, soll eine moderne Anlage entstehen.
Für die Neubauten von Kombibad, Eissporthalle und Rollsporthalle sowie die damit verbundenen Bauten eines Parkhaues und eines Steges über den Neckar fallen voraussichtliche Gesamtkosten in Höhe von rund 150 Mio. Euro an. Dem gegenüber stehen allein Sanierungskosten von rund 104 Mio. Euro für die bestehenden Einrichtungen, ohne deren strukturelle Nachteile zu beseitigen. Zudem wären die Betriebskosten der sanierten Bestandsanlagen langfristig deutlich höher als bei modernen.
Für alle Vorhaben gilt: Bestehende Einrichtungen werden erst dann geschlossen, wenn der jeweilige Ersatz fertiggestellt und in Betrieb genommen ist. So soll sichergestellt werden, dass Sport- und Freizeitangebote für die Bürgerinnen und Bürger während der gesamten Entwicklungsphase erhalten bleiben.
Verwaltung und Gemeinderat haben sich zudem im Verwaltungsausschuss darauf verständigt, dass eine Entscheidung über die Zukunft des Freibads Gesundbrunnen und damit über den künftigen Standort der Hauptfeuerwehrwache erst im zweiten Halbjahr 2027 getroffen wird.
Neue Chancen für den Bildungscampus Süd
Mit der Verlagerung der Sport- und Freizeiteinrichtungen eröffnen sich zugleich neue Entwicklungsmöglichkeiten für den heutigen Standort im Bereich des Bildungscampus Süd. Ziel der Stadt ist es, dass sich der Campus stärker in Richtung Innenstadt entwickelt und beide Bereiche künftig noch enger miteinander verbunden sind.
Wie dieses Areal künftig aussehen könnte, wurde bereits in einem städtebaulichen Wettbewerb im vergangenen Jahr untersucht. Vorgesehen sind unter anderem attraktive Grün- und Freiräume entlang des Neckars sowie neue Nutzungen, die den Bildungscampus und die Innenstadt enger zusammenwachsen lassen.
Bürgerinformation am 22. Juli
Bereits vor der Beratung im Gemeinderat informiert die Stadt interessierte Bürgerinnen und Bürger über die Planungen. Die öffentliche Bürgerinformation findet am Mittwoch, 22. Juli, um 19 Uhr im Wilhelm-Maybach-Saal der Harmonie statt. Dort werden die verschiedenen Standorte, die Hintergründe der Planungen sowie die nächsten Schritte vorgestellt. Die Veranstaltung ist kostenfrei und wird von einem Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt. Zudem steht bei Bedarf eine Höranlage zur Verfügung.
