Ausrichtung der SLK-Kliniken steht fest: Lungenzentrum zukünftig im Klinikum am Plattenwald

Bis voraussichtlich zum Jahr 2030 soll das Lungenzentrum der Fachklinik Löwenstein vollständig in das Klinikum am Plattenwald integriert werden. Diese Entscheidung der SLK-Geschäftsführung fiel Mitte Oktober vor dem Hintergrund des Grundsatzbeschlusses durch Kreistag und Gemeinderat am 27. Juli dieses Jahres zur SLK-Medizinstrategie 2030. Darin ist vorgesehen, alle medizinischen Fachbereiche der Fachklinik Löwenstein innerhalb des SLK-Verbunds zu verlagern sowie weitere Fachbereiche zwischen Heilbronn und Bad Friedrichshall zu verschieben. Die Geschäftsführung wurde zugleich beauftragt, die künftige Verortung des Lungenzentrums zu prüfen.
Erfolgsfaktor Mensch
Zentrale Triebfeder für die Entscheidung ist der Erhalt eingespielter Teams als entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Zukunft des Lungenzentrums. Darüber hinaus bleibt die über Jahrzehnte gewachsene, überregional bekannte Marke „Lungenzentrum Löwenstein“ erhalten, auf die Zuweisende und Patienten somit auch weiterhin bauen können. „Gute Gebäude lassen sich planen. Hochspezialisierte Teams sind unersetzlich“, bringt es SLK-Geschäftsführer Georg Schmidt auf den Punkt.
Ursprünglich war geplant, das Lungenzentrum aufzuteilen: Die Thorakale Onkologie und die Thoraxchirurgie sollten in das Klinikum am Gesundbrunnen integriert und die Pneumologie an den Plattenwald verlagert werden.
Im Rahmen des ganzheitlichen Ansatzes der SLK-Medizinstrategie 2030 sind – unabhängig der Verortung des Lungenzentrums – weitere Verlagerungen geplant, die vor dem Hintergrund der aktuellen Entscheidung wie folgt aussehen: Durch die Integration als Einheit in das Klinikum am Plattenwald entfallen die vorgesehenen Verlagerungen von Augenheilkunde und Dermatologie. Beide Fachbereiche verbleiben wie bislang etabliert in Heilbronn. Die Gefäßchirurgie wird, wie bereits bisher vorgesehen, von Bad Friedrichshall nach Heilbronn verlagert. Die Schmerztherapie aus Löwenstein wird, wie bisher auch geplant, in den Standort Plattenwald integriert.
Ziele im Fokus
Während des Entscheidungsprozesses wurde klar, dass der Erhalt des Lungenzentrums als geschlossene medizinische Einheit höher zu bewerten ist, als die maximale onkologische Bündelung am Gesundbrunnen sowie Synergieeffekte durch die Verortung dort. „Die Erfahrungen und Einschätzungen der Mitarbeitenden unserer Fachklinik in Löwenstein, aber auch externe Rückmeldungen haben uns dazu bewogen, noch einmal neu zu priorisieren, ohne dabei unsere übergeordneten Ziele aus den Augen zu verlieren“, erklärt Georg Schmidt. Die Ziele der SLK-Medizinstrategie 2030 bleiben unverändert:
- Hochwertige Medizin und Versorgungsqualität
- Sicherung der Arbeitsplätze
- Umsetzung der Krankenhausreform
- Wirtschaftlich tragfähige Standorte
Bestmögliche Medizin
Vor dem Hintergrund der notwendigen Veränderungen im Rahmen der SLK-Medizinstrategie 2030 ist das „Lungenzentrum Löwenstein“ als Einheit unter einem Dach auch die Variante, die innerhalb des SLK-Verbundes die notwendige Akzeptanz erfährt. „Wir haben den Fokus auf das gelegt, was exzellent funktioniert, denn unsere Mitarbeitenden in Löwenstein leisten hervorragende Arbeit“, sagt Georg Schmidt. „Diesen Vorteil wollen wir nutzen, um auch zukünftig erfolgreich zu bleiben.“
Durch die zentrale Bündelung bleibt der strukturierte Behandlungspfad für Patienten an einem Ort erhalten – von der Diagnostik und der Bestimmung des Stadiums einer Erkrankung über die Therapieentscheidung bis zu Operation und Nachsorge. Zudem bleiben die Wege kurz, beispielsweise zwischen Pneumologie und Thoraxchirurgie. Auch der direkte interdisziplinäre Austausch aller Bereiche des Lungenzentrums bleibt erhalten, wie auch die Versorgung akuter Lungennotfälle. Menschen mit pneumologischen Lungenerkrankungen sind leider oft auch von weiteren internistischen Erkrankungen betroffen. Durch die Integration des Lungenzentrums „am Plattenwald“ entstehen Synergien mit weiteren dort vorhandenen Disziplinen der inneren Medizin, wie beispielsweise der Kardiologie oder darüber hinaus mit Geriatrie sowie Schmerz- und Schlafmedizin. Das verbessert die Versorgung von Menschen mit komplexen, chronischen oder altersbedingten Erkrankungen. Zudem kommt die Expertise der Mitarbeitenden aus Löwenstein im Bereich der Beatmungsentwöhnung dem Standort Plattenwald zugute, was wiederum Vorteile für die Versorgung von Patienten mit sich bringt.
Förderfähig und wirtschaftlich
In Bezug auf strukturelle Vorgaben, die durch die bundesweite Krankenhausreform (Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz) bereits in Kraft getreten sind, gilt: Spezialisierte Leistungen dürfen zukünftig nur dann noch so umfänglich wie bisher angeboten werden, wenn Schwerpunkte gesetzt und Leistungen konzentriert werden. Vor diesem Hintergrund wurde ein Transformationsfonds aufgesetzt. Dieser unterstützt Krankenhäuser finanziell unter anderem bei Umstrukturierungen, wie beispielsweise bei der Zusammenführung von Standorten. „Mit unseren Entscheidungen tragen wir Sorge dafür, die Voraussetzungen für Fördermittel zu erfüllen, um damit Baukosten, die sich voraussichtlich im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich bewegen werden, abzumildern“, erklärt Georg Schmidt. Geplant ist, bis voraussichtlich 2030 am Klinikum am Plattenwald einen Anbau zu realisieren, in dem rund 40 Betten sowie medizinische Funktionsflächen untergebracht werden können. Dieser lässt sich auf dem vorhandenen Flächenpotenzial im Umfeld des Klinikums am Plattenwald gut realisieren und bewegt sich bei den erwarteten Baukosten im gleichen Rahmen wie die ursprünglich angedachte Variante, in der das Lungenzentrum aufgeteilt worden wäre.
Zukunftsfähiger Verbund
Die SLK-Medizinstrategie 2030 ist als ganzheitliche Weiterentwicklung des SLK-Verbundes für die langfristige Sicherung der stationären Gesundheitsversorgung der Menschen im Stadt- und Landkreis Heilbronn zu verstehen. Alle bisherigen medizinischen Leistungen bleiben auch zukünftig erhalten, die Versorgung der Bevölkerung bleibt unverändert sichergestellt und Arbeitsplätze werden gesichert. Das Bekenntnis zu den Standorten in Heilbronn mit dem Klinikum am Gesundbrunnen als Maximalversorger und in Bad Friedrichshall mit dem Klinikum am Plattenwald als Schwerpunktversorger mit Lungenzentrum zeigt: Die SLK-Kliniken stellen sich medizinisch zukunftssicher auf und handeln im Sinne ihrer Patienten und Mitarbeitenden, setzen die Vorgaben der bundesweiten Krankenhausreform um und stellen die Zeichen damit Richtung Zukunft.
Hintergrund zur SLK-Medizinstrategie 2030
Die SLK Kliniken stehen wie alle Krankenhäuser vor veränderten Rahmenbedingungen in der Krankenhausversorgung. Insbesondere neue gesetzliche Vorgaben, steigende Anforderungen an Qualität und Spezialisierung sowie Fachkräftemangel und Kostenentwicklung verändern die Rahmenbedingungen spürbar. Ein „Weiter so“ wird diesen Entwicklungen langfristig nicht gerecht. Deshalb ist es notwendig, bestehende Strukturen gezielt weiterzuentwickeln, um den Klinikenverbund zukunftsfähig aufzustellen. Vor diesem Hintergrund wurden mit externer Unterstützung verschiedene Szenarien zur Fortschreibung der Medizinstrategie erarbeitet.


