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Klingenberger Felsenband wird gesichert
Arbeiten schützen Grundstücke und erhalten wertvolle Lebensräume
Das markante Felsenband oberhalb von Heilbronn-Klingenberg ist nicht nur ein besonderes Naturdenkmal, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. Damit sich keine größeren Gesteinsbrocken lösen und die darunterliegenden Straßen sowie Gartengrundstücke gefährden, lässt die Stadt Heilbronn das Felsenband derzeit sichern. Bei den Arbeiten wird besonders darauf geachtet, die empfindliche Natur so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
Die Sicherungsarbeiten haben Anfang Oktober begonnen und dauern voraussichtlich bis Ende Februar 2027. Dabei wird das Felsenband mit einem Stahldrahtgeflecht gesichert. Davor werden lockere Gesteinsteile entfernt, überhängende Felsbereiche mit Natursteinmauerwerk abgestützt und größere Felsspalten mit Spritzbeton gesichert. Die Arbeiten sollen verhindern, dass sich Steine oder größere Felsblöcke lösen und auf die Verkehrsflächen sowie Gartengrundstücke im Bereich der Theodor-Heuss-Straße und Felsenstraße stürzen.
Dass solche Felsabbrüche möglich sind, zeigen Ereignisse aus den Jahren 1870, 1927 und 1977. Nach dem letzten Ausbruch in den 70er Jahren fanden erste größere Felssicherungsarbeiten statt. Seither wird das Felsenband regelmäßig von einer Fachfirma untersucht. Bei diesen Kontrollen wurde nun nach etwa 50 Jahren wieder die Notwendigkeit der aktuellen Sicherungsmaßnahmen festgestellt. Untere und Obere Naturschutzbehörde haben ihre Zustimmung zu den Maßnahmen erteilt.
Ein Naturdenkmal aus der Eiszeit
Das rund 700 Meter lange und bis zu zehn Meter hohe Felsenband ist ein Zeugnis der Erdgeschichte. Es entstand aus Kies- und Schotterablagerungen, die der Neckar während der Eiszeit hinterlassen hat. Als sich der Fluss im Laufe der Jahrtausende immer tiefer in die Landschaft eingrub, formte er bei Klingenberg die heute sichtbaren Felsen.
Bereits 1937 wurde das rund 4000 Quadratmeter große Gebiet als Naturdenkmal „Felsendiluviale“ unter Schutz gestellt. Der Name erinnert an die Eiszeit, die früher auch als Diluvium bezeichnet wurde.
Lebensraum für 75 Wildbienenarten
Besonders wertvoll sind die sonnenbeschienenen Felsen als Lebensraum für wärmeliebende Tiere und Pflanzen. Allein 75 verschiedene Wildbienenarten kommen hier vor, darunter zahlreiche seltene Arten. Sie finden Nahrung an Pflanzen wie Aufrechtem Ziest, Natternkopf und Resede. Auch die stark gefährdete Mauereidechse und der Ameisenlöwe sind hier heimisch.
Um die Tiere während der Bauarbeiten zu schützen, wurden im Vorfeld entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen. Dazu gehörten das Vergrämen und Umsetzen von Tieren. Auch bei der Sicherung der Felsspalten wird darauf geachtet, Lebensräume für Kleinstlebewesen möglichst zu erhalten.
So sollen die Arbeiten nicht nur die Grundstücke unterhalb des Felsenbandes schützen, sondern zugleich dazu beitragen, das besondere Naturdenkmal mit seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt langfristig zu bewahren.


