Naturdenkmal St. Anna-Linde

Die „St. Anna-Linde“, wie diese mächtige Winterlinde (Tilia cordata) mit Standort im Stadtteil Kirchhausen genannt wird, steht seit 1941 unter Naturschutz. Mit einem Stammumfang von 7,16 Meter und einem Alter von rund 300 Jahren ist das Naturdenkmal in weitem Umkreis der größte und älteste Baum. An der Stelle der Linde soll einst eine der heiligen Anna geweihte Kapelle gestanden haben, über deren Untergang die Sage Folgendes  zu berichten weiß:

Die in Großgartach ansässigen Pächter der zur Kapelle gehörenden Äcker waren verpflichtet, jährlich zum Fest der Kirchenheiligen sechs Wachskerzen „von der Dicke und Höhe eines wehrbaren Mannes“ in die Kapelle zu liefern. Dieser Last wollten sie sich nach der Reformation entziehen. Sie höhlten die Kerzen aus und füllten sie mit Schießpulver. Als die Kerzen während des Festgottesdienstes am Namenstag der heiligen Anna angezündet wurden, kam es zu einer gewaltigen Explosion. Der Priester und viele Gläubige starben unter den Trümmern des zusammenstürzenden Gotteshauses. Zur Erinnerung an diese Untat wurde später dort, wo die Kapelle gestanden hatte, ein Gedenkstein errichtet, das „Annakreuz“, welches bald von einer Linde überwachsen wurde. Das Kreuz wurde 1975 etwas zur Seite versetzt. Gedenkstein und Baum führen nach dieser urkundlich nicht bezeugten Kapelle ihren Namen.

 
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