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Rathaus & Politik

Gedenken an die Reichspogromnacht in Heilbronn

Wider das Vergessen: Zum Gedenken an die Reichspogromnacht in Heilbronn lädt die Stadt am Montag, 9. November, um 19.15 Uhr auf den Max-Beermann-Platz an der Wollhausstraße ein. Erinnert wird an die gewalttätigen Vorgänge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, als Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen in Brand setzten, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger durch die Straßen hetzten und Geschäfte zerstörten.

Das Bild zeigt Menschen beim Gedenken an die Reichspogromnacht im Vorjahr am Gedenkstein an der Allee.
Am Gedenkstein an der Allee: Oberbürgermeister Harry Mergel und Avital Toren (Jüdische Gemeinde Heilbronn) bei der Gedenkveranstaltung im Jahr 2025. (Foto: Stadtarchiv/B. Kimmerle)

Auch die damalige Heilbronner Synagoge an der Allee wurde zerstört – eines der schönsten Bauwerke der Stadt, das von 1873 bis 1877 im orientalischen Stil errichtet wurde. Die 38 Meter hohe Synagoge war aus Heilbronner Sandstein erbaut worden, hatte fünf Kuppeln, Walmdächer und eine Zweiturmfassade. Heute erinnert ein Gedenkstein an der Allee an den früheren Standort.

Bei der Gedenkveranstaltung wird Oberbürgermeister Harry Mergel zunächst begrüßen. Dr. Thomas Schnabel, Vorsitzender des Historischen Vereins Heilbronn, hält die Ansprache. Am Synagogengedenkstein legen OB Mergel und Pascal Raugust, Vorsitzender des DGB-Stadt- und Kreisverbandes Heilbronn, Kränze nieder. Unter Federführung des Posaunenchors Horkheim umrahmen Bläser aus verschiedenen Posaunenchören die Veranstaltung musikalisch. 

Kurzzeitig kann es durch abgesperrte Straßen zu Verkehrseinschränkungen kommen. 

OB Mergel sieht Verantwortung für die Zukunft

Im Vorjahr hatte OB Mergel vor vielen Teilnehmenden bei dem Gedenken die Notwendigkeit betont, an die barbarischen Taten der Nationalsozialisten zu erinnern. „Dieses Gedenken ist keine Pflichtübung. Es ist eine Haltung, aus der Verantwortung und Zukunft erwachsen“, betonte Mergel. Erst seien Synagogen, dann Menschen verbrannt worden. Für Mergel gibt es kein ehrliches Erinnern ohne die Anerkennung von Schuld. Gedenken ohne Brücke zur Gegenwart nannte der OB „Erinnerung ohne Wirkung“.