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Lärmkartierung und Lärmaktionsplan

Lärmaktionsplan Stufe III, Fortschreibung

Zur Lärmaktionsplanung Stufe III gibt es vom 11. Juni bis zum 9. Juli 2017 eine zweite Öffentlichkeitsbeteiligung. Bürger und Bürgerinnen können in dieser Phase Anregungen zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zur Lärmminderung in den Lärmschwerpunkten mit vordringlichem Handlungsbedarf geben. 

Für die Fortschreibung der Lärmaktionsplanung zur Bekämpfung von gesundheitsschädlichem Umgebungslärm ist eine weitere Runde abgeschlossen. Die Öffentlichkeit konnte dazu vom 2. August bis zum 13. September 2018 Anregungen einbringen.

Vorausgegangen ist im Jahr 2017 eine umfangreiche Lärmkartierung des Straßen- und Stadtbahnverkehrs sowie von Industrie- und Hafenanlagen. Basierend auf dieser Lärmkartierung wurde eine Betroffenheitsanalyse erstellt, die die Lärmschwerpunkte im Stadtgebiet Heilbronn aufzeigt.

Lärmschwerpunkte durch Straßenverkehr

Als Lärmquelle problematisch ist in Heilbronn vornehmlich der Straßenverkehr. Der Straßenverkehr verursacht Lärmschwerpunkte in folgenden Straßen (sortiert nach der höchsten Betroffenheit gemäß dem Lärmpegel und der Zahl der betroffenen Bewohner):

Lärmschwerpunkte mit vordringlichem Handlungsbedarf

  • Weinsberger Straße
  • Theodor-Heuss-Straße, Klingenberg
  • Neckartalstraße südlich
  • Südstraße östlich
  • Wollhausstraße
  • Neckartalstraße Mitte
  • Wilhelm-Leuschner- Straße
  • Wilhelmstraße
  • Neckartalstraße nördlich
  • Südstraße westlich
  • Schlossstraße, Kirchhausen
  • Neckarsulmer Straße südlich
  • Oststraße nördlich
  • Großgartacher Straße
  • Oststraße südlich

Mögliche Maßnahmen zur Lärmminderung

Die städtischen Fachämter schlagen als lärmmindernde Maßnahmen in den Lärmschwerpunkten Folgendes vor:

Aus Sicht des Planungs- und Baurechtsamtes sollte das Lärmschutzfensterprogramm auf alle Lärmschwerpunkte ausgeweitet werden. Darüber hinaus schlägt das Amt vor, den Friedhof Heidelberger Straße ebenfalls als Ruhiges Gebiet auszuweisen. Als Ruhige Gebiete gelten bereits der Ziegeleipark, der Wertwiesenpark, der Hauptfriedhof, der Stadtgarten, der Pfühlpark, der Alte Friedhof und der Leinbachpark Ost und West. Funktion der ruhigen Gebiete ist es, den Menschen, die in dicht besiedelten Innenstädten leben und dem Lärm stark ausgesetzt sind, wohnungsnahe Erholungsgebiete anzubieten, in denen sie zur Ruhe kommen.

Ganz allgemein kommen Straßenbaumaßnahmen mit lärmminderndem Asphalt oder die Einführung von Tempo-30-Zonen in Lärmschwerpunkten in Betracht. Weiter wird durch die Förderung des Fahrradverkehrs, den öffentlichen Nahverkehr und die Anschaffung von Elektrobussen ebenfalls ein Beitrag zur Lärmminderung geleistet.

Eisenbahnlärm

Eine weitere problematische Lärmquelle stellt der Eisenbahnverkehr dar. Zur Bekämpfung des Bahnlärms wurde Heilbronn in das Sanierungsprogramm des Bundes aufgenommen. Die Sanierungsmaßnahmen wurden im Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken fixiert (Vergleich Gemeinderatsdrucksache Nr. 103 vom 15.03.2016) und von August 2018 bis Ende März 2019 von der DB Netz AG umgesetzt.

Ausblick

Nach Abschluss der Öffentlichkeitsbeteiligung werden die eingegangenen Anregungen durch die betroffenen Fachämter geprüft. Der Fachgutachter prüft die Lärmminderungswirkungen. Danach wird ein Planentwurf erarbeitet und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt. Der Lärmaktionsplan wird über die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg dem Umweltbundesamt und der EU weitergeleitet.

Der Lärmaktionsplan für die Stadt Heilbronn wurde im Oktober 2014 vom Gemeinderat verabschiedet. Da Heilbronn als Ballungsraum II eingestuft ist, musste die Lärmaktionsplanung in zwei Stufen erfolgen. Bereits im Jahr 2009 hatte die Stadt in der I Stufe einen Aktionsplan beschränkt auf Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen mit mehr als sechs Millionen Kfz/Jahr erlassen, der in den aktuellen Plan eingeflossen ist.