Berliner Bildhauerin erhält den Vogelmann-Preis 2026

„deutsch deutsch“ lautet der Titel der Ausstellung, in der Andrea Pichl das Augenmerk auf die gesellschaftspolitische Dimension bestimmter Entwicklungen und Objekte in den früher getrennten deutschen Staaten lenkt.
Schnittstelle von Architektur, Stadtplanung und Geschichte
Pichl, Jahrgang 1964, hat in Berlin und London Kunst studiert. Sie ist keine Bildhauerin im traditionellen Sinn. Sie recherchiert, dokumentiert, rekonstruiert und kombiniert Elemente in ihren Installationen und Formelementen. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Architektur, Stadtplanung und Geschichte und setzt sich intensiv mit dem Bedeutungswandel des öffentlichen und privaten Lebens vor und nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 auseinander. Pichl deckt Widersprüche und Verwerfungen auf, rückt Fragen nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt ins Bewusstsein. In Kombination mit Fotografien, Projektionen und Zeichnungen entfaltet sich ein vielschichtiges Panorama deutscher Geschichte.
Der Ernst Franz Vogelmann-Preis für zeitgenössische Skulptur ist mit 30.000 Euro dotiert. Er wird seit dem Jahr 2008 von der Ernst Franz Vogelmann-Stiftung und den Städtischen Museen Heilbronn alle drei Jahre verliehen. Pichl ist die siebte Preisträgerin. Die Stiftung geht zurück auf den Heilbronner Unternehmer und Kunstmäzen Ernst Franz Vogelmann (1915–2003): Leidenschaftlich engagierte er sich für die kulturelle, wirtschaftliche und bildungspolitische Weiterentwicklung seiner Heimatstadt Heilbronn.
INFO: Die Ausstellung „deutsch deutsch“ in der Kunsthalle Vogelmann ist bis Sonntag, 6. September, zu folgenden Zeiten geöffnet: Donnerstag 11 bis 19 Uhr, Dienstag bis Sonntag und Feiertage 11 bis 17 Uhr.



