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Kultur & Freizeit

Berliner Bildhauerin erhält den Vogelmann-Preis 2026

Die Berliner Künstlerin Andrea Pichl ist in Heilbronn mit dem renommierten Ernst Franz Vogelmann-Preis ausgezeichnet worden. Damit geht der Preis erstmals an eine Künstlerin, die in der DDR geboren wurde und in Ost-Berlin aufgewachsen ist. Eine Ausstellung mit ihren Werken, die die Wechselwirkung von öffentlichem und privatem Raum vor und nach der Wiedervereinigung beleuchtet, ist in der Kunsthalle Vogelmann bis Anfang September zu sehen.

Das Bild zeigt die Berliner Künstlerin Andrea Pichl, die in Heilbronn mit dem Ernst Franz Vogelmann-Preis ausgezeichnet worden ist.
Vogelmann-Preisträgerin Andrea Pichl hat in Berlin und London Kunst studiert. In ihren Werken verarbeitet sie die jüngere deutsch-deutsche Geschichte. (Foto: Roman März, Berlin)

„deutsch deutsch“ lautet der Titel der Ausstellung, in der Andrea Pichl das Augenmerk auf die gesellschaftspolitische Dimension bestimmter Entwicklungen und Objekte in den früher getrennten deutschen Staaten lenkt. 

Schnittstelle von Architektur, Stadtplanung und Geschichte

Pichl, Jahrgang 1964, hat in Berlin und London Kunst studiert. Sie ist keine Bildhauerin im traditionellen Sinn. Sie recherchiert, dokumentiert, rekonstruiert und kombiniert Elemente in ihren Installationen und Formelementen. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Architektur, Stadtplanung und Geschichte und setzt sich intensiv mit dem Bedeutungswandel des öffentlichen und privaten Lebens vor und nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 auseinander. Pichl deckt Widersprüche und Verwerfungen auf, rückt Fragen nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt ins Bewusstsein. In Kombination mit Fotografien, Projektionen und Zeichnungen entfaltet sich ein vielschichtiges Panorama deutscher Geschichte. 

Der Ernst Franz Vogelmann-Preis für zeitgenössische Skulptur ist mit 30.000 Euro dotiert. Er wird seit dem Jahr 2008 von der Ernst Franz Vogelmann-Stiftung und den Städtischen Museen Heilbronn alle drei Jahre verliehen. Pichl ist die siebte Preisträgerin. Die Stiftung geht zurück auf den Heilbronner Unternehmer und Kunstmäzen Ernst Franz Vogelmann (1915–2003): Leidenschaftlich engagierte er sich für die kulturelle, wirtschaftliche und bildungspolitische Weiterentwicklung seiner Heimatstadt Heilbronn.

INFO: Die Ausstellung „deutsch deutsch“ in der Kunsthalle Vogelmann ist bis Sonntag, 6. September, zu folgenden Zeiten geöffnet: Donnerstag 11 bis 19 Uhr, Dienstag bis Sonntag und Feiertage 11 bis 17 Uhr.