Das neue Museum bündelt die vielen historischen Schätze

Die Archäologie, bisher etwas beengt im Dachgeschoss untergebracht, ist im ersten Obergeschoss eingezogen. Als die Museen 1879 in Heilbronn gegründet wurden, war die archäologische Sammlung die „Keimzelle“ des Hauses, erklärte OB Mergel. Er dankte Firmen, Privatpersonen und Kulturstiftungen, die die Museen bis heute unterstützten, und lobte gleichermaßen die Beteiligten im Museum für ihren Einsatz bei der umfangreichen Neugestaltung.
Mehr Platz für die Funde, Anfassen auch mal erlaubt
Mehr Platz, mehr Fundstücke und eine moderne Präsentation mit digitalen Medien, Mitmach- und Hörstationen prägen das Angebot. „Hier darf man auch mal etwas anfassen“, verdeutlichte Kulturbürgermeisterin Agnes Christner. Für sie bietet das Haus tolle Möglichkeiten kultureller Bildung gerade für junge Menschen.
Rund eine Million Euro investiert
Museumsleiter Dr. Marc Gundel verwies darauf, dass das neue Haus in Etappen umgestaltet wurde und mit der verlagerten Archäologie nun der „letzte Baustein“ umgesetzt sei. Man habe die Sammlungen gebündelt und thematisch verzahnt. Wer möchte, kann sich auf eine Zeitreise von der Trias und dem Eiszeitalter über die archäologischen Epochen bis zur Kunst der Gegenwart begeben. Im Zusammenspiel von Inszenierung und Exponaten eröffnen sich auch Bezüge zu Themen wie Klimawandel oder Migration. Rund eine Million Euro haben Umbau und Neueinrichtung gekostet, etwa 400.000 Euro kamen über Drittmittel in die Kasse.




Vom Höhlenbären über Birkenteer bis zu Vogelmann-Preisträgern
Das Konzept sieht vor, dass die Sonderausstellungen im Erdgeschoss gezeigt werden, in den oberen Geschossen die immer kostenfreien Dauerausstellungen. Gundel erinnerte daran, dass die Museen bei der verheerenden Bombennacht in Heilbronn im Dezember 1944 rund 90 Prozent der Sammlungsbestände verloren hätten. Exemplarisch in die Tiefe gehen und auf bedeutende Themen konzentrieren, ist ein Leitsatz geworden.
Großer Bogen vom Erdzeitalter Trias bis zur Gegenwartskunst
Aktiv in Zeitepochen „eintauchen und staunen“, ist für die stellvertretende Museumsleiterin Birgit Hummler der Charme eines Rundgangs. „Es gibt nicht viele Stadtmuseen dieser Art, die einen so großen Bogen spannen können.“ Von der Trias vor 240 Millionen Jahren bis zu Vogelmann-Preisträgern der 2020er Jahre ist eine Zeitreise möglich. Beispiele für spannende Exponate im neu gestalteten Obergeschoss sind das große Skelett eines Höhlenbären oder Schädel und Hörner eines Auerochsen. Eine markante Duftprobe mit Birkenteer, einem der ersten Klebstoffe der Menschheit, ist in einer Dose zu beschnuppern. Musik aus der Altsteinzeit, von einer Flöte aus einem Schwanenhalsknochen, kann gelauscht werden. Ein Eisenbarren aus der Eisenzeit ist ebenso zu bestaunen wie ein altes Transportgefäß für Salz oder Fragmente von Textilstoffen. Eine große Amphore und Austernschalen aus der Römerzeit fallen ins Auge, ebenso Sicheln und Schmuck aus der Bronzezeit.
Am Eröffnungswochenende war das Haus vor allem am Sonntag gut besucht. Rund 700 Besucherinnen und Besucher zählten die Museen, es gab viele positive Rückmeldungen. Für Birgit Hummler ist das ein sehr erfreulicher Start in die neue Zeit.
INFO: Geplante Sonderausstellungen in diesem Jahr sind KI und Archäologie sowie H20 und Heilbronn.



