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Umwelt & Mobilität

Gemeinderat entscheidet über Ideen für Grüne Hauptstadt Europas 2027

Heilbronn plant ein großes Programm für das Jahr als „Grüne Hauptstadt Europas 2027“ – von mehr Grün in der Innenstadt bis zu Festivals und Mitmachaktionen. Doch entschieden ist noch nichts: Der Gemeinderat stimmt erst am Donnerstag, 30. April, öffentlich darüber ab.

Viele Menschen stehen hinter einem großen Blumengefäß, dass die Buchstaben now darstellt. Die Menschen heiißen: (von links) Baubürgermeister Andreas Ringle, Erster Bürgermeister Martin Diepgen, Stadtrat Nico Weinmann (FDP), Stadtrat Thomas Randecker (CDU), Sozialbürgermeisterin Agnes Christner, Oberbürgermeister Harry Mergel, Projektleiterin Dr. Julia Hufnagel, Geschäftsführer HMG Steffen Schoch, Stadtrat Holger Kimmerle, Stadträtin Marianne Kugler-Wendt, Stadtrat Herbert Burkhardt, Stadtrat Dr. Raphael Benner. Foto: Stadt Heilbronn/Jürgen Häffner
Im nächsten Jahr darf Heilbronn den Titel "Grüne Hauptstadt Europas" tragen. Jetzt steht das Programm für 2027, über das am Donnerstag der Gemeinderat entscheidet: (von links) Baubürgermeister Andreas Ringle, Erster Bürgermeister Martin Diepgen, Stadtrat Nico Weinmann (FDP), Stadtrat Thomas Randecker (CDU), Sozialbürgermeisterin Agnes Christner, Oberbürgermeister Harry Mergel, Projektleiterin Dr. Julia Hufnagel, Geschäftsführer HMG Steffen Schoch, Stadtrat Holger Kimmerle, Stadträtin Marianne Kugler-Wendt, Stadtrat Herbert Burkhardt, Stadtrat Dr. Raphael Benner. Foto: Stadt Heilbronn/Jürgen Häffner

Heilbronn will sich im Jahr 2027 als „Grüne Hauptstadt Europas“ mit einem vielfältigen Programm präsentieren. Wie genau dieses aussehen könnte, hat die Verwaltung jetzt im Auftrag des Gemeinderats in einem Konzept zusammengefasst. Fest steht aber: Es handelt sich bislang um Vorschläge – der Gemeinderat entscheidet darüber erst in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 30. April.

Vielfalt an Ideen

Die Ideen reichen von mehr Grün in der Innenstadt über neue Mobilitätsangebote bis hin zu großen Veranstaltungen. So könnten Plätze begrünt und umgestaltet werden, ein Fahrradring rund um die Innenstadt entstehen und einzelne Bereiche zeitweise verkehrsberuhigt werden. Auch ungewöhnliche Aktionen sind geplant – etwa eine große Wassershow mit Kulturprogramm, ein Licht-Kunst-Festival oder sportliche Events entlang des Neckars.

Beteiligung der Bürger steht im Mittelpunkt

Darüber hinaus setzt das Konzept stark auf Beteiligung: Bildungsangebote für Kitas und Schulen, Mitmachaktionen wie Baumpatenschaften oder Nachhaltigkeitsprojekte in den Quartieren sollen möglichst viele Menschen einbinden. Ergänzt wird das Programm durch Fachkongresse, internationale Treffen und Ausstellungen, die Heilbronn auch überregional sichtbar machen sollen.

Ein besonderer Blickfang könnte zudem das Wollhaus werden – unter anderem mit einem geplanten „Rooftop Walk“ als Highlight.

36 Steckbriefe stellen Teile des Programms ausführlich vor

Wer tiefer einsteigen möchte, findet in 36 Projektsteckbriefen im Anhang detaillierte Informationen zu einzelnen Maßnahmen.

Was denkt der Gemeinderat?

Ob und in welcher Form das Gesamtprogramm umgesetzt wird, entscheidet der Gemeinderat Ende April. Erste Stimmen aus dem Ratsrund: 

Thomas Randecker, Fraktionsvorsitzender CDU: 

“Nachhaltig und dauerhaft die Stadtentwicklung an sich verändernden Umwelt- und Klimabedingungen anpassen. Unter diese Überschrift stellt die CDU-Fraktion die geplanten Maßnahmen 2027. Grüne Hauptstadt Europas bedeutet für uns: Nicht nur glänzen im Festivaljahr – sondern bauen für die Zukunft. Dabei behalten wir die Finanzierbarkeit und auch die Stadtteile fest im Blick.”

Dr. Raphael Benner, Fraktionsvorsitzender AfD: 

"Ähnlich wie die Buga 2019 ist der Titel European Green Capital City eine Riesenchance und Herausforderung für Heilbronn zugleich. Das Programm ist ausgewogen und brilliert durch ein hohes Maß an Kreativität. Wir hoffen auf viele Sponsoren, damit das alles finanziert werden kann. Der Titel sollte jedoch nicht dazu missbraucht werden, grüne Verbotspolitik zu legitimieren."

Tanja Sagasser-Beil, SPD: 

“Das wird gut! Highlights wie der Roof-Top-Weg schaffen Aufmerksamkeit und zahlreiche inhaltliche Formate stärken das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und helfen uns dort besser zu werden, wo es nötig ist wie z.B. beim ÖPNV. Auf eins wird die SPD achten: Keine Schulsanierung, kein Spielplatzbau, kein lang geplantes Vorhaben darf wegen Green Capital zurückgestellt oder gestrichen werden.”

Holger Kimmerle, Fraktionsvorsitzender GRÜNE:

“Das breit angelegte Konzept für 2027 steht. Entscheidend ist jetzt, die gesamte Stadtgesellschaft mitzunehmen. Einige der geplanten Formate setzen hier an - in den Quartieren, im öffentlichen Raum und im Alltag der Menschen, ob in Schule oder Verein. Wenn es gelingt, möglichst viele einzubeziehen, wird dieses Jahr weit über 2027 hinaus wirken. Denn: Du machst die Grüne Hauptstadt.”

Michael Kuhn, FWGHN: 

“Heilbronn hat einen großen Meilenstein in Sachennachhaltigkeit erreicht! „Grünen Hauptstadt Europas 2027”. Die Jury lobte den konsequenten Weg zur nachhaltigen Stadtentwicklung – gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, von urbanen Gartenprojekten bis zu innovativen Mobilitätslösungen. Heilbronn reiht sich damit als dritte Deutsche Stadt zu Hamburg und Essen ein.”

Nico Weinmann, Fraktionsvorsitzender FDP: 

Mit dem Green-Capital-Jahr verbinden wir die Chance, das emotionale und komplexe Thema der Nachhaltigkeit sympathisch zu besetzen und mit ‚spielerischer Leichtigkeit‘ für Umwelt- und Klimaschutz zu werben. Mit den projektierten Maßnahmen - mal sichtbar, mal subtil, mal provokant, mal lebenslustig, aber stets zukunftsgewandt – gelingt es, dies für alle zum Erlebnis werden zu lassen und Gemeinsamkeit zu erfahren. Lassen Sie sich begeistern!

Malte Höch, UfHN: 

“Heilbronn überzeugt als Vorreiterin für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und innovative Stadtentwicklung. Die Veranstaltungen stellen ein Feuerwerk dar, das Begeisterung für unsere schöne Stadt entfacht. Die Investition steht im Verhältnis, um dem Titel gerecht zu werden. Heilbronn ist längst keine Stadt der Krämerseelen mehr. Herzlich willkommen in Heilbronn, der Grünen Hauptstadt Europas 2027.”

Maria Haido, DIE LINKE: 

“Ein Konzept mit Wow-Effekt wurde vorgestellt: mehr Grün, lebenswerte Plätze und weniger Verkehr in der Innenstadt. Das unterstütze ich ausdrücklich. Doch es darf nicht bei einem kurzfristigen Projekt bleiben. Wir brauchen eine langfristige, sozial gerechte und ökologische Umgestaltung zum Beispiel durch entsiegelte Schulhöfe und mehr Grün in allen Quartieren.”

Alfred Dagenbach, PRO: 

“'Brot und Spiele' waren schon in der Antike die bewährte Ablenkung fürs gemeine Volk. Ob die euphorische Stimmung des Gemeinderats mit Lichtspektakel und Wasserspielen für 9 Millionen Euro aber auch nützlich für Natur und Umwelt sein wird und welchen nachhaltigen Nutzen das Heilbronner „Vorbild für Europa“ außer „BuGa-Feeling“ dafür haben wird, wird sich erst zeigen müssen.”
 

 

 

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