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Leben & Soziales

Als Pflegeeltern Kindern eine neue Perspektive geben

Die Arbeit ist herausfordernd und lohnend zugleich, Kindern in kritischen Familiensituationen als Pflegeeltern eine neue Perspektive zu vermitteln. Der Pflegekinderdienst der Stadt Heilbronn sucht interessierte Pflegeeltern, um Kindern ein neues Zuhause zu geben, die vorübergehend oder dauerhaft nicht in ihrer Familie leben können. Eine Infoveranstaltung hierzu findet am Dienstag, 5. Mai, statt.

Das Bild zeigt zwei Postkartenmotive des Pflegekinderdienstes der Stadt, auf denen Eltern mit Kindern und den Logo-Buchstaben H und N abgebildet sind.
Auch mit Postkarten wirbt der Pflegekinderdienst um neue interessierte Pflegeeltern im Team. Die derzeitige Altersspanne der Pflegekinder reicht von null bis 21 Jahren. (Bilder: Stadt Heilbronn)

Die Gründe für einen notwendigen Umzug eines Kindes können vielfältig sein: eine psychische Erkrankung der Eltern, Drogenprobleme, Überforderung, ein Haftaufenthalt oder Hinweise auf eine Gefährdung des Kindes im Haushalt der Eltern. „Eine Kindeswohlgefährdung ausschließen, Stabilität vermitteln und eine Perspektive für das Kind schaffen“ nennt Sozialpädagogin Stephanie Becker wichtige Ziele, wenn der Pflegekinderdienst im Amt für Familie, Jugend und Senioren handelt. 

Über 100 Pflegekinder werden aktuell betreut 

Bedarf an Pflegefamilien ist da. Derzeit sind es 113 Pflegekinder, die im Alter von null bis 21 Jahren betreut werden. „Wir freuen uns über jede Pflegefamilie, die sich meldet“, erklärt Sachgebietsleiterin Marina Becker-Kremsler. Interessierte können auch über eine Kurzzeitpflege einsteigen, die Wochen oder Monate dauern kann. Zudem gibt es die Betreuungsformen Bereitschafts- und Vollzeitpflege. Jeder Pflegefamilie steht eine feste Ansprechperson im Amt zur Seite. Diese begleitet die Entwicklung des Kindes und die regelmäßige Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie. 

Erste Erfahrung einer Pflegemutter: „Eine Bereicherung“

Im Vorjahr hat eine 42-jährige Heilbronnerin mit ihrem Mann ein Pflegekind aufgenommen. „Wir hatten das Gefühl, neben unserem eigenen Kind Platz für ein weiteres Kind in unserem Herzen zu haben“, sagt sie. „Wir hatten viel Glück im Leben und wollten etwas zurückgeben.“ Den einjährigen Jungen empfindet sie als absolute Bereicherung. Es sei ein gutes Gefühl, dem Kind mit einer zuvor unklaren Perspektive ein Zuhause zu geben. 
Eine Pflegefamilie erhält Pflegegeld zur Deckung der Unterhaltskosten sowie einen Zuschuss für die ehrenamtliche Tätigkeit. Zudem kann sie begleitende Unterstützungsangebote für sich oder das Kind in Anspruch nehmen. Marina Becker-Kremsler nennt wichtige Eigenschaften, die Pflegeeltern für die Aufgabe mitbringen sollten: Zeit, Feinfühligkeit, Akzeptanz und Toleranz für das Kind und dessen Bedürfnisse, Liebe, Geduld, und einen konsequenten Erziehungsstil. 
Weitere Infos gibt es unter: www.heilbronn.de/pflegekinderdienst 

INFO: Beim Infoabend am Dienstag, 5. Mai, 18 Uhr, stellt das Team des Pflegekinderdienstes den Alltag einer Pflegefamilie vor, geht auf Bedürfnisse, Regularien und Verfahrensschritte ein und beantwortet Fragen. Ort ist das Amtsgebäude in der Wollhausstraße 20, Raum 1.56. Anmeldung unter pkd@heilbronn.de ist erwünscht.