Brücken durch Bewegung: Heilbronn startet Projekt mit interkulturellen Sportcoaches

Bewegung, Begegnung und neue Zugänge zum Sport
Für viele Menschen ist Sport nicht nur Bewegung, sondern ein Lebensgefühl. Auf dem Fußballplatz, in der Turnhalle oder beim Training entsteht ein Ort, an dem man abschalten, Kraft tanken und Teil einer Gemeinschaft werden kann. Sport schafft Begegnungen und verbindet Menschen. Genau deshalb spielt Sport in Heilbronn eine so wichtige Rolle im Alltag vieler junger Menschen. In den 71 Sportvereinen der Stadt engagieren sich mehr als 47.000 Mitglieder. Hinzu kommen über 100 Hobby- und Freizeitvereine, die insgesamt 53 Sportarten anbieten. Dahinter steht ein starkes Netzwerk aus engagierten Ehrenamtlichen.
Doch nicht alle Menschen finden selbstverständlich den Weg in einen Sportverein. Heilbronn ist eine vielfältige Stadt. Mehr als 60 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner haben eine internationale Geschichte. Oft ist ihnen nicht bekannt, welche Angebote es gibt oder wie der Einstieg in einen Verein gelingt. Genau hier setzt das Projekt „Sportcoaches interkulturell“ an. Beim Auftakt im Rathaus beschrieb Bürgermeisterin Agnes Christner die Idee dahinter wie folgt: „Heilbronn ist eine Stadt der Vielfalt. Viele Menschen in unserer Stadt haben internationale Wurzeln. Und der Sport ist eine tolle Möglichkeit zur Integration. Unsere Sportvereine leisten bereits großartige Arbeit.“
Zwei Sportcoaches bauen künftig Brücken
Damit in Zukunft noch mehr Menschen Zugang zu diesen Angeboten finden, arbeitet die Stadt gemeinsam mit dem Württembergischen Landessportbund daran, eine Brücke zwischen Vereinen und Stadtgesellschaft zu schlagen. Eine wichtige Rolle übernehmen dabei der 29-jährige Ahmad Tatar und der 38-jährige Gökhan Öztürk. Beide bringen eigene Erfahrungen aus der Heilbronner Sportlandschaft mit und kennen die Stadt aus unterschiedlichen Perspektiven.
Zunächst liegt ihr Fokus darauf, Strukturen aufzubauen, Kontakte zu knüpfen und Menschen zu erreichen, die bislang noch keinen Zugang zum Vereinssport gefunden haben.
Gökhan Öztürk denkt dabei vor allem an junge Menschen. „Ich will Kindern helfen, vor allem denen, die es schwer haben, hier Anschluss zu finden. Dass sie eine Aktivität finden, mit der sie ihre Freizeit gestalten können.“ Schritt für Schritt sollen Kinder, Jugendliche und Familien an den Vereinssport herangeführt werden. Die beiden Coaches zeigen Möglichkeiten auf, stellen Kontakte her und begleiten Interessierte auf Wunsch auch bei den ersten Schritten in einen Verein.
Auch Ahmad Tatar weiß aus eigener Erfahrung, welche Kraft im Sport steckt. „Mein Ziel ist es, Sport als Werkzeug zu nutzen, um Menschen zusammenzubringen.“ Dabei geht es nicht immer sofort um den Eintritt in einen Verein. Manchmal beginne alles ganz einfach, erklärt er, etwa mit kleinen gemeinsamen Aktivitäten oder ersten Bewegungseinheiten. Von dort aus könne sich der Weg in einen Verein ganz natürlich entwickeln.
Beide Sportcoaches verbindet vor allem ein Ziel: Sie möchten Kinder, Jugendliche und Familien erreichen, die Unterstützung benötigen, um ihren Platz im Sport zu finden.
Ein Projekt mit Perspektive
Das Projekt „Sportcoach interkulturell“ wird bis September 2028 in Heilbronn umgesetzt und aus Landesmitteln des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg gefördert. In dieser Zeit bauen die beiden Sportcoaches Schritt für Schritt ein Netzwerk aus Vereinen, Communities sowie weiteren Kontakten auf und entwickeln neue Bewegungsangebote.
Ahmad Tatar bringt die Motivation der beiden Coaches am Ende des Auftakts noch einmal auf den Punkt: „Wir freuen uns besonders darauf, Menschen kennenzulernen, die gerne Sport machen möchten und Unterstützung brauchen.“
Denn wenn man gemeinsam Sport treibt, entsteht oft mehr als nur Bewegung. Es entstehen Begegnungen, Vertrauen und neue Verbindungen in der Stadtgesellschaft.


