Kreativität entdecken und gemeinsam wachsen

Wenn Kunst mehr ist als nur ein Fach
Kunst kann vieles sein. Für die einen ist sie ein Rückzugsort, für andere eine Möglichkeit, sich auszuprobieren. Genau diese Offenheit macht das Projekt Kunstatelier so besonders. Jede und jeder darf selbst entscheiden, was gefällt und was nicht. Es gibt kein richtig oder falsch, nur eigene Ideen.
Bei der Präsentation der Ergebnisse wird schnell klar, wie viel Leidenschaft in den Projekten steckt. Gruselzimmer aus Kartons, kleine Monster aus Papier, Figuren aus Ton oder farbenfrohe Experimente mit Wasser und Farbe. Die Vielfalt ist genauso groß wie die Kreativität der Kinder.
Selbstvertrauen durch eigenes Schaffen
Hinter dem Projekt steckt eine klare Idee. Kinder sollen früh die Möglichkeit bekommen, kreativ zu arbeiten und eigene Stärken zu entdecken. Die Friedrich-Niethammer-Stiftung unterstützt die Kunstateliers gezielt, um genau das zu fördern.
„Kreatives Arbeiten stärkt das Selbstbewusstsein und eröffnet neue Wege, sich auszudrücken. Statt Inhalte nur zu konsumieren, gestalten die Schülerinnen und Schüler selbst. Sie entwickeln eigene Ideen, probieren Dinge aus und erleben, was sie schaffen können“, so Christoph Niethammer, Vorsitzender der Friedrich-Niethammer-Stiftung und Sohn des Namensgebers Friedrich Niethammer. Die Stiftung wurde nach dessen Tod zu seinem Andenken gegründet und erinnert an sein Engagement als Staatsanwalt sowie an die Menschen, für die er sich eingesetzt hat.
Herr Siewior, Rektor der Dammrealschule, betonte die Bedeutung des Projekts für die Schülerinnen und Schüler. Das Kunstatelier bereichere den Schulalltag auf besondere Weise. Kunst habe eine ganz besondere Magie, da sie neue Perspektiven eröffne.
Zwei Stunden pro Woche, die etwas verändern können
Die Kunstateliers finden über mehrere Monate einmal wöchentlich statt und werden schnell zu einem festen Bestandteil im Alltag der Kinder. Viele von ihnen nehmen die Ideen sogar mit nach Hause.
„Ich probiere die Ideen oft daheim nochmal aus“, berichtet die zehnjährige Saskia. „Meine Mama macht auch oft mit und wir machen dann zusammen daheim Kunst.“
Andere erzählen, wie sie neue Techniken ausprobieren oder eigene Motive entwickeln. Was im Atelier beginnt, wirkt also weit über die Schule hinaus. Durchgeführt wird das Atelier von Birgit Baum, Dozentin an der Jugendkunstschule Heilbronn. Sie begleitet die Kinder Schritt für Schritt, fördert gezielt ihre Experimentierfreude und unterstützt individuelle Ideen, vom ersten Entwurf bis zum fertigen Werk.
Ein Projekt, das verbindet
Das Kunstatelier bringt viele zusammen. Schulen, Stiftung, Stadt und die Jugendkunstschule arbeiten eng zusammen, damit diese Angebote möglich werden. Die Stadt Heilbronn übernimmt dabei die Organisation und sorgt dafür, dass das Projekt langfristig bestehen kann.
Karin Schüttler, Amtsleiterin bei der Stadt Heilbronn, hob die ganzheitliche Wirkung hervor: „Mit den Kunstateliers öffnen sich den Schülerinnen und Schülern nicht nur neue Zugänge zu Kunst und Kreativität, das gemeinsame Schaffen fördert auch die Arbeit im Team sowie das Selbstbewusstsein und die Konzentrationsfähigkeit.”
Ulrike Dörr-Brucker, Leiterin der Jugendkunstschule, ergänzte: „Die Stiftung ermöglicht es den Kindern, einen geschützten Raum zu erleben, in dem sie frei gestalten, experimentieren und ihre eigenen Ideen zum Ausdruck bringen können.”
Gleichzeitig entsteht im Atelier selbst etwas, das über das Kreative hinausgeht. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten gemeinsam, tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig. Es entsteht ein Raum, in dem Gemeinschaft ganz selbstverständlich wächst.
Mehr als nur Kunst
Am Ende bleibt nicht nur ein Bild oder eine Skulptur. Es bleibt das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Es bleibt die Erfahrung, dass eigene Ideen zählen. Und es bleibt die Lust, weiterzumachen.
Genau das macht die Kunstateliers so wertvoll. Sie eröffnen neue Perspektiven, stärken junge Menschen und zeigen, wie viel in ihnen steckt.



