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Bildung & Wissen

Pflanzaktion im Heilbronner Schulwald vermittelt Wissen über Wald und Natur

Im Schulwald der Stadt Heilbronn lernen Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen, wie nachhaltige Waldentwicklung funktioniert. Unter fachlicher Anleitung pflanzen sie Bäume, übernehmen Verantwortung für ein eigenes Waldstück und erleben den Wald als wichtigen Lebensraum für Klima und Zukunft.

Herr Finck und Kollegen mit den Schülern bei der Vorstellung auf dem Schweinsberg
Christoph Finck von der Unteren Forstbehörde der Stadt Heilbronn erläutert gemeinsam mit Kollegen den Ablauf der Pflanzaktion im Schulwald am Schweinsberg. Foto: Stadt Heilbronn

Schülerinnen und Schüler pflanzen Bäume im Schulwald

Der Schulwald am Schweinsberg ist ein außerschulischer Lernort für Schülerinnen und Schüler aus Heilbronn. Mehrere Schulen und Klassen arbeiten hier gemeinsam mit der Unteren Forstbehörde der Stadt Heilbronn und setzen sich praktisch mit nachhaltiger Waldentwicklung auseinander. Unter fachlicher Begleitung pflanzen sie junge Bäume auf städtischer Fläche und erhalten Einblicke in ökologische Zusammenhänge. Die Sparkasse unterstützt das Schulwaldprojekt finanziell.

Im Mittelpunkt des Projekts steht das regelmäßige Arbeiten im Wald. Schülerinnen und Schüler lernen, worauf es beim Pflanzen ankommt. Dazu gehören die richtige Pflanztiefe, der notwendige Abstand zwischen den jungen Bäumen sowie grundlegende Kenntnisse zu Boden, Wasser und Standortbedingungen. Begleitet werden sie dabei von Fachkräften der städtischen Forstverwaltung. Neben Waldpädagoge Christoph Finck sind auch Amtsleiter Immanuel Schmutz, Abteilungsleiter Michael Weiß sowie die Revierleiter Robin Ihle für den Ostbereich und Heinz Steiner für den Westbereich regelmäßig in das Projekt eingebunden. Unterstützt wird das Team zudem von Auszubildendem Florian Henze. Gemeinsam vermitteln sie Wissen über Tiere und Pflanzen, unterschiedliche Baumarten, Waldpflege, Schutzmaßnahmen und Aspekte der Forstwirtschaft. So entsteht ein praxisnaher Überblick über die Arbeit im Wald.

Bei den Pflanzarbeiten kommen bewusst verschiedene Baumarten zum Einsatz. Die Vielfalt macht ökologische Zusammenhänge anschaulich und zeigt, warum gemischte Wälder langfristig widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels sind.

Schulwald vermittelt Verantwortung

Die Schulklassen tragen im Schulwald die Verantwortung für ein eigenes Waldstück. Unter Anleitung der Stadt Heilbronn arbeiten die Schülerinnen und Schüler über mehrere Termine hinweg auf derselben Fläche. Sie erleben den Wald in unterschiedlichen Jahreszeiten, vermessen Bereiche, setzen sich mit Baumarten auseinander und erhalten Einblicke in die Forstwirtschaft. Nach Abschluss des Projekts übergibt die Klasse das Waldstück an die nächste Jahrgangsstufe der Schule.

Mit diesem Angebot erfüllt die Stadt Heilbronn ihre gesetzliche Aufgabe in der Waldpädagogik und vermittelt Kindern frühzeitig Wissen über den Wald als Lebensraum.

Unterricht findet draußen statt

Regina Kuder, Klassenlehrerin der 7b des Bildungszentrums St. Kilian in Heilbronn, begleitete die Klasse in den Schulwald. Sie erlebte den Tag und die gesamte Initiative als wertvolle Ergänzung zum Unterricht. In der siebten Klasse setzen sich die Schülerinnen und Schüler bereits theoretisch mit dem Thema Wald auseinander. Die praktische Arbeit im Schulwald vertiefe dieses Wissen und mache ökologische Zusammenhänge direkt erlebbar.

Neben den Erfahrungen im Schulwald konnten die Schülerinnen und Schüler bereits im vergangenen Jahr praktische Kenntnisse sammeln, als sie ein eigenes Schulbeet betreuten. Diese Erlebnisse halfen ihnen auch bei der Arbeit im Wald. Nach anfänglicher Zurückhaltung wegen schmutziger Kleidung stand schnell die gemeinsame Aufgabe im Mittelpunkt.

Wald erleben und verstehen

Der dreizehnjährige Lion arbeitete aktiv mit und zeigte großes Interesse an den Abläufen. Er kannte den Wald bereits aus Ausflügen mit seinen Eltern und aus dem Unterricht. Im Schulwald lernte er nun, wie wichtig die richtige Pflanztiefe ist und warum junge Bäume ausreichend Abstand benötigen. Besonders überraschte ihn, wie viel Planung und Wissen hinter der Entwicklung eines Mischwaldes steckt.

Lion freut sich darauf, in einigen Jahren an diesen Ort zurückzukehren und die Bäume wiederzusehen, an deren Pflanzung er selbst beteiligt war.

Lernen durch eigenes Tun

Die Pflanzaktion am Schweinsberg verbindet Umweltbildung mit praktischer Erfahrung. Die Schülerinnen und Schüler handeln selbst, übernehmen Verantwortung und erleben Natur unmittelbar. Der Schulwald entwickelt sich so zu einem Lernort, der Wissen, Bewegung und gemeinschaftliches Engagement dauerhaft miteinander verbindet.

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