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Umwelt & Mobilität

Brennholzversteigerung im Stadtwald Kirchhausen

Der Winter war kalt, die Holzöfen liefen auf Hochtouren und nun neigt sich der Holzvorrat dem Ende zu – höchste Zeit, für Nachschub zu sorgen. Warum dafür nicht Holz aus dem eigenen Stadtwald beziehen? In beiden Revieren werden mehrmals über den Winter Brennholzversteigerungen angeboten, bei denen Holz aus dem Heilbronner Stadtwald für den eigenen Gebrauch ersteigert werden kann. In Kirchhausen ist die Brennholzversteigerung bereits seit Jahrzehnten ein feierliches Highlight mit gelassener Stimmung und abschließend gemütlichem Zusammensein am Lagerfeuer.

Entlang der bereitliegenden Polter verfolgen die Teilnehmenden im Stadtwald Kirchhausen aufmerksam den Ablauf der Brennholzversteigerung im Revier West. Foto: Stadt Heilbronn

Brennholzversteigerung im Stadtwald Kirchhausen

Für viele gehört sie fest zum Jahresbeginn. Die Brennholzversteigerung im Stadtwald Revier West bringt Menschen zusammen, die regionales Brennholz nutzen und den direkten Weg vom Wald bis zum eigenen Ofen schätzen. Treffpunkt ist der Waldparkplatz Stöckach bei Kirchhausen. Von dort aus zieht die Gruppe gemeinsam durch das Revier. Entlang der Wege liegen die Polter bereit, an jedem dieser sortierten Rundholzstapel wird Halt gemacht, erklärt und direkt versteigert wird.

Begleitet wird der Termin von Mitarbeitenden der Abteilung Forst- und Landwirtschaft im Amt für Liegenschaften und Stadterneuerung. Heinz Steiner, Forstwirt und Revierleiter West, führt gemeinsam mit Natalie Heermann aus der Forstverwaltung und Forstwirt Silas Rössl durch den Stadtwald. Das Team sorgt für einen klaren Ablauf, gibt Hinweise zu den Rahmenbedingungen und steht während des gesamten Rundgangs für Fragen zur Verfügung.

Schon vor dem eigentlichen Start verschaffen sich viele Interessenten einen ersten Überblick. Die Lose liegen sichtbar am Weg, das Holz ist aufgearbeitet und bereitgestellt. Wer regelmäßig teilnimmt, kennt den Ablauf. Andere schließen sich erstmals der Gruppe an und nutzen die Gelegenheit, sich überhaupt erstmal vor Ort ein Bild vom Brennholzverkauf der Stadt zu machen.

Bild 1 zeigt Revierleiter West Heinz Steiner bei der Erläuterung eines Loses im Stadtwald. Bild 2 zeigt die Gruppe der Teilnehmenden auf dem Weg entlang der Polter während der Versteigerung. Bild 3 zeigt den Stadtwald Kirchhausen mit typischem Laubholzbestand als Kulisse der Veranstaltung. Foto: Stadt Heilbronn

So wird das städtische Holz verkauft 

Das Revier West ist geprägt von klassischem Laubholz. „Wir haben hier vor allem Buche, diesmal ist aber auch ein bisschen Nadelholz dabei“, erklärt Revierleiter Steiner. Die Bäume haben städtische Forstwirte gepflanzt, jahrzehntelang gepflegt und zuletzt gefällt und aufbereitet. 

Zur Versteigerung stehen zwei Varianten bereit: Brennholz lang in Poltern sowie Flächenlose. Die Polter liegen am Weg und sind aufgearbeitet. Flächenlose befinden sich noch im Bestand und werden als markierte Fläche dem Ersteigerer zugeteilt. Sie erfordern mehr Einsatz und Ausrüstung, sind dafür aber auch günstiger angesetzt. Welche Variante infrage kommt, hängt vom eigenen Bedarf und von der Art der weiteren Verarbeitung ab.

Für die Teilnahme gelten klare Voraussetzungen. Wer selbst mit der Motorsäge arbeitet, benötigt einen Sachkundenachweis. Alternativ besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit einer sachkundigen Person aufzutreten. Wer einmal eine Kundennummer hat, behält sie für alle künftigen Versteigerungen. 

Regionaler Holzverkauf bringt ökologische Vorteile

Mit dem Brennholzverkauf verfolgt die Stadt Heilbronn ein klares Ziel. „Mir ist wichtig, dass wir die Bevölkerung hier regional mit Brennstoff versorgen können“, betont Heinz Steiner. Holz gilt dabei als nachwachsender Rohstoff und als bewusste Alternative zu fossilen Energieträgern. Außerdem wird das in den Bäumen gespeicherte CO2 durch den regionalen Verkauf beim Verbrennen wieder in der Umgebung freigesetzt und die Energie direkt bei uns verwertet.

Gleichzeitig verbleibt ein Teil des Holzes bewusst im Wald. Nicht jeder Stamm wird verkauft. Einige bleiben liegen, zersetzen sich über Jahre und geben Nährstoffe an den Boden zurück. Diese Totholzstrukturen schaffen Lebensräume für Insekten, Käfer und weitere Tiere. Die Forstverwaltung verbindet den Brennholzverkauf so mit naturnaher Bewirtschaftung und langfristiger Planung. Grundlage dafür ist die Forsteinrichtung, eine Zehnjahresplanung, aus der sich der jährliche Holzeinschlag ableitet.

Bild 1 zeigt einen angeschnittenen Baumstamm aus dem Stadtwald. Bild 2 zeigt die Teilnehmenden der Brennholzversteigerung auf einem Waldweg. Bild 3 zeigt Revierleiter West Heinz Steiner links und Forstwirt Silas Rössl rechts bei der Erläuterung eines Loses. Foto: Stadt Heilbronn

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten - verkauft

Nach der Einführung durch Revierleiter Steiner setzt sich die Gruppe in Bewegung. Von Polter zu Polter führt der Weg durch den Stadtwald. An jedem Halt nennt er den Startpreis. Die Gebote steigen in festen Schritten, bei Brennholz lang in Fünf-Euro-Schritten, bei Flächenlosen in Zehnerschritten, bis der Zuschlag erfolgt.

Der Ablauf bleibt übersichtlich und gut nachvollziehbar, auch für neue Teilnehmende. Nicht jedes Los findet sofort einen Abnehmer. Einzelne Polter bleiben bewusst übrig und gehen gegebenenfalls in einen der nächsten Termine ein.

Bewirtung als fester Bestandteil

Nach dem fachlichen Teil verlagert sich der Schwerpunkt zurück zur Waldhütte. Dort übernehmen die Motorradfreunde Unteres Rotbachtal die Bewirtung. Der Verein organisiert diesen Teil seit mehr als zehn Jahren. Mit eigener Ausrüstung und viel Routine sorgen die Motorradfreunde für Essen und Getränke wie beispielsweise traditioneller gestauchter Wein, Glühwein und Softdrinks.

Viele bleiben noch vor Ort, setzen sich zusammen und führen Gespräche fort. Auch Menschen aus dem Ort stoßen dazu, ohne selbst Holz zu kaufen. Bis in den Nachmittag hinein, teils bis es dunkel wird, bleibt der Treffpunkt belebt.

Weitere Termine für beide Reviere folgen

Mit der Brennholzversteigerung im Revier West schafft die Stadt Heilbronn eine transparente Möglichkeit zur regionalen Holzversorgung. Der Termin im Revier West bei Kirchhausen verbindet fachliche Information, klare Regeln und gemeinschaftliches Miteinander und bleibt für viele ein fester Bestandteil des Forstjahres. Weitere Termine für die beiden Reviere West und Ost werden bald unter www.heilbronn.de/brennholz veröffentlicht.