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Stadtquartier Neckarbogen

Das Stadtquartier Neckarbogen im Herzen Heilbronns macht bereits heute mit preisgekrönter Architektur und den großzügigen Grün- und Wasserflächen von sich reden. In den nächsten Jahren soll das Areal, auf dem im Jahr 2019 die Bundesgartenschau Heilbronn stattfand, nun Schritt für Schritt zu einem Zuhause für bis zu 3500 Bewohner und zu einem Arbeitsplatz für etwa 1000 Menschen weiterentwickelt werden. Die Chance dazu ergriff die Stadt Heilbronn, als sie im Jahr 2005 das 25 Hektar große, überwiegend brach liegende Areal von der Deutschen Bahn erwarb. Seitdem wurde zunächst die BUGA mit der Stadtausstellung Neckarbogen auf dem Gelände geplant. Nach deren erfolgreichem Abschluss geht nun die Entwicklung zum Stadtquartier Neckarbogen weiter. 

Der Neckarbogen liegt in der geographischen Mitte Heilbronns, wird gefasst durch das Gleisfeld des Hauptbahnhofs im Süden, den Altneckar im Osten sowie den Hafenberg und die Gleisanlagen entlang der Hafenstraße im Westen. Über die Kraneninsel und die Adolf-Cluss-Brücke ist die Innenstadt in ca. 10 bis 15 Gehminuten erreichbar.

Die zentrale Lage, die hervorragende Anbindung an den ÖPNV und das überörtliche Straßennetz sowie die weitläufigen Parks und die beiden Seen machen den Neckarbogen zu einem attraktiven Quartier, in dem sich Wohnen, Arbeiten, Lernen und Erholen an einem Ort verbinden.

Nachdem bis zur BUGA bereits die östliche Flanke des Floßhafens mit 22 Gebäuden auf drei Baufeldern bebaut sowie weiter südlich die Jugendherberge errichtet wurde, soll es im nächsten Schritt an der Südflanke weitergehen. Dieser Bauabschnitt, der sogenannte Neckarbogen-Mitte, umfasst wiederum drei Baufelder (K, L und M) zwischen dem Floßhafen und der Paula-Fuchs-Allee.

Ziel bleibt es, ein lebendiges Quartier mit einer vielfältigen Nutzung, einer hochwertigen Architektur und wegweisenden Konzepten in Hinblick auf Mobilität, energetische Versorgung und sonstige Haustechnik zu schaffen.

Maßgeblich für die weitere Aufsiedlung des Neckarbogens bleiben deshalb die Instrumente, die sich im ersten Bauabschnitt für die Stadtausstellung Neckarbogen bewährt haben. Dazu zählen:

  • Investorenauswahlverfahren mit Konzeptvergabe durch Qualitätswettbewerb
  • Kleinteilige Vergabestruktur
  • Grundstücksanhandgabe zur Qualitätssicherung
  • Baukommission als beratendes Gremium im Auswahl- und Planungsprozess
  • Einbindung von Baugruppen / Bauherrengemeinschaften

In seiner Sitzung am 29.07.2020 hat der Gemeinderat das zweite Investorenauswahlverfahren für den Neckarbogen beschlossen.

Seit dem 31.07.2020 können sich Interessenten online registrieren und unter www.iav-neckarbogen.machleidt.info die Auslobungsunterlagen herunterladen.

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 29.10.2020. Im Anschluss erfolgt eine Bewertung der Konzepte durch ein Bewertungsgremium, welches eine Anhandgabeempfehlung an den Gemeinderat ausspricht.

Im weiteren Planungsverlauf werden die Bauherren durch eine Interdisziplinäre Baukommission bestehend aus externen Stadtplaner*innen und Architekt*innen begleitet. Zudem werden weiterhin der Baudezernent (stimmberechtigt) sowie Mitarbeiter des Planungs- und Baurechtsamtes und des Amtes für Liegenschaften und Stadterneuerung (ohne Stimmrecht) Mitglieder der Baukommission Neckarbogen sein. Sie garantieren durch Begleitung und eine weitere Prüfung der Baugesuchsplanung die Einhaltung der im Konzept deklarierten Ziele und deren Umsetzung.

Zum Ende der Konkretisierungsphase prüft die Baukommission die Planung erneut und spricht dem Gemeinderat ihre Empfehlung aus. Nach Genehmigung der Planung durch das Baurechtsamt kommt es dann zum Verkauf des Grundstückes an den Bewerber.

Die jeweiligen Wettbewerbsergebnisse der Auswahlverfahren werden nach Beschluss des Gemeinderates der Öffentlichkeit als Ausstellung präsentiert.

Der erste Bauabschnitt des neuen Stadtquartiers Neckarbogen entstand zur Bundesgartenschau und war als Stadtausstellung Neckarbogen Teil des BUGA-Ausstellungskonzepts und -programms. Mit ihren 22 Gebäuden war sie eine architektonische Attraktion auf dem Bundesgartenschau-Gelände und ein einzigartiges Projekt, das es bei einer BUGA so noch nicht gegeben hat.

Der erste Bauabschnitt umfasst Eigentumswohnungen und Mietwohnungen unterschiedlicher Größe, Wohnkonzepte für Studenten, junge Leute und Ältere sowie Inklusionsprojekte. Auch zwei Baugemeinschaften haben ihre Entwürfe realisiert. In einem Gebäude befindet sich eine Kindertagesstätte mit bis zu 80 Plätzen. Auf fast allen Gebäuden steht die Dachfläche für die Hausgemeinschaft zur Verfügung. Zusätzlich zu modernster Haustechnik sind E-Mobilitätsstationen oder Bike-Sharing-Angebote einbezogen. In den Erdgeschosszonen zum Floßhafen hin sind gewerbliche Nutzungen vorgesehen. Eine Jugendherberge ergänzt die Stadtausstellung.

Auch architektonisch überzeugen die Arbeiten in ihrer Vielfalt und Qualität. Begrünte Fassaden, Holz- oder Glasfassaden wechseln sich ab. Maßstäbe setzt das höchste Holzhaus Deutschlands, das Skaio, das von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit ihrer höchsten Auszeichnung, dem Diamanten, bedacht wurde.

Die Grundstücke wurden seit Mitte 2016 bebaut, zur Bundesgartenschau 2019 wohnten bereits rund 500 Bewohner in den fünf- bis zehngeschossigen Häusern. Insgesamt wurden in der Stadtausstellung Neckarbogen samt Studentenwohnungen etwa 150 Millionen Euro verbaut.

Die Auswahl der Bauherren und Architekten erfolgte im Rahmen eines aufwändigen Investorenauswahlverfahrens. Bei diesem wurden insgesamt 85 Entwürfe für die 22 Grundstücke eingereicht. Ein 13-köpfiges Bewertungsgremium sprach schließlich eine Empfehlung an den Gemeinderat aus, der dieser Ende Juli 2015 mit großer Mehrheit gefolgt ist. Den Vorsitz des Bewertungsgremiums hatte Reiner Nagel von der Bundesstiftung Baukultur, weitere Mitglieder waren Oberbürgermeister Harry Mergel, Baubürgermeister Wilfried Hajek, sechs Stadträte und Stadträtinnen aller Fraktionen sowie fünf Fachgutachter, Stadtplaner und Architekten aus dem ganzen Bundesgebiet.

Bei der Auswahl war die Qualität der Konzepte für Nutzung, Mobilität und Energie ebenso wichtig wie die Architektur. So wurden Mischung, Vielfalt und technische Innovation gewährleistet und entstand gleichzeitig ein stimmiges architektonisches Quartiers-Ensemble.

Im Januar 2014 hat der Gemeinderat der Fortschreibung des städtebaulichen Rahmenplans zur Entwicklung des Quartiers Neckarbogen zugestimmt. Ihr zugrunde lag die Urfassung vom Juli 2010, die erstmals formulierte, wie zum Beispiel eine Bebauung sowie die verkehrliche Erschließung aussehen könnte. Vorgesehen für das rund 30 Hektar große Areal wurde eine fünf- bis zehngeschossige Bebauung. Kleine Erschließungsstraßen sollten in einem Rundkurs durch das Viertel führen, aber auch das Promenieren direkt am Floßhafen und am Karlssee ermöglichen. Der Neckaruferpark stellte die Verbindung zur Innenstadt her.

Die städtebaulichen Rahmenbedingungen und gestalterischen Vorgaben für die weiteren Bauvorhaben werden auch künftig durch das Baudezernat erarbeitet und bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Bebauung. Die Parzellierung sowie die städtebaulichen Anforderungen an die einzelnen Baufelder, der Bedarf an sozialen Einrichtungen und die baulandpolitischen Zielsetzungen werden in den einzelnen Verfahren konkretisiert und bekanntgegeben.

Es gibt verschiedene Wege, zu einer Immobilie im Neckarbogen zu kommen. Die Stadt Heilbronn wird die Grundstücke in den nächsten Verfahren an Investoren veräußern.
Der Verkauf und die Vermietung von bezugsfertigen Wohnungen im Neckarbogen erfolgt dann durch die Bauherren über die am Markt üblichen Wege.

Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, sich als private Bauherrengemeinschaft mit eigenem Konzept um ein Grundstück zu bewerben. Auf Grund der positiven Erfahrungen mit zwei Bauherrengemeinschaften, die bereits zur BUGA jeweils ein Gebäude im Neckarbogen realisiert haben, sollen diese auch künftig zum Zuge kommen und werden im Wettbewerb entsprechend berücksichtigt.
 

Neben Investoren sollen auch private Bauherrengemeinschaften oder Baugruppen mit eigenem Konzept die Möglichkeit erhalten, Gebäude im Neckarbogen zu realisieren. Als Baugruppe werden Baugemeinschaften eingestuft, die als Eigennutzer ihre Gebäude eigenverantwortlich mit einem beratenden und ausführenden Architekturbüro planen und bauen und entsprechend in den Planungs- und Bauprozess eingebunden sind. Das Amt für Liegenschaften und Stadterneuerung berät und unterstützt diese gerne.

Weitläufige Grünflächen, zwei Seen, sechs Spiel- und Sportanlagen und 1,5 Kilometer Uferlandschaften am Neckar sind das Erbe von der BUGA. Sie machen den Neckarbogen zu einem außerordentlich grünen und familienfreundlichen Stadtquartier mit einem hohen Erholungs- und Freizeitwert. Schlendern, walken, joggen, radfahren - all dies ist direkt vor der Haustür möglich.

Dauerhaft zur BUGA angelegt prägen diese Grünanlagen das neue Stadtquartier Neckarbogen:

  • der Neckaruferpark von der Schleusenbrücke bis zum Zukunftspark Wohlgelegen mit Wassertreppe an der Alten Reederei und Holzsteg sowie einladenden Sitzgelegenheiten am terrassierten Neckarufer 
  • der Hafenpark mit dem Karlssee, dem Strandspielplatz und dem Felsenufer
  • der Floßhafen mit Wasserspielplatz
  • der Campuspark mit altem Baumbestand, Sportpunkt und Gradierwerk
  • Stadtdschungel auf der Kraneninsel

Sportliche Aktivitäten ermöglichen der große Sportpunkt im Campuspark, das Beachvolleyballfeld im Wohlgelegen, der Bolzplatz bei der Jugendherberge, die Kletterwand am Hafenberg und der dortige Spielplatz sowie der Strandspielplatz am Karlssee. 

Das  Neckarbogen ist als autoarmes Stadtquartier geplant. Die Nähe zur Innenstadt und zum Hauptbahnhof ermöglicht es, viele Wege zu Fuß, mit dem Rad, dem ÖPNV oder der Bahn zurückzulegen.

Die Erschließung für den Kfz-Verkehr erfolgt über die Bleichinselbrücke und die Paula-Fuchs-Allee, die in den kommenden Jahren entlang der Bahnlinie bis zur Hafenstraße verlängert wird. Hier wird sich einmal der Anschluss des Quartiers an den ÖPNV sowie eine Parkgarage für Besucher Gewerbetreibende befinden.

Mit der geplanten Mobilitätszentrale am Stadtplatz unterstützt die Stadt Heilbronn die Nahmobilität mit Bike- und Carsharingangeboten.

Großzügige Fahrradzonen erschließen die Gebäude, aber auch die Erholungsbereiche am Neckar oder im Wertwiesenpark sind gut mit dem Fahrrad erreichbar. Auf kurzem Weg in die Innenstadt gelangen Fußgänger und Radfahrer über die für den Autoverkehr stillgelegte und als Stadtdschungel gestaltete Kranenstraße. Flächendeckend wird es die Möglichkeit geben, Fahrräder abzustellen. 

Fuß- und Radwegbrücke über die Gleisanlagen des Hauptbahnhofs

Den Anschluss an den Hauptbahnhof und die Innenstadt bildet die bereits im Bau befindliche Fuß- und Radwegbrücke über die Gleisanlagen des Hauptbahnhofes. Sie ermöglicht eine schnelle und bequeme Verbindung zwischen Neckarbogen und Bahnhofsvorstadt.

Geplant und entworfen wurde die aufgrund ihrer gezackten Brückenlinie auch „Blitz“ genannte Brücke von der ARGE Peter und Lochner Ingenieure mit den Architekten arch22. Sie hat eine Länge von 190 Metern, ist 4,5 Meter breit und am höchsten Punkt 26 Meter hoch. Die Fertigstellung erfolgt voraussichtlich bis Dezember 2021.

Der Neckarbogen soll auch Schulstandort werden. Geplant ist eine private, international ausgerichtete Schule, die von der Eingangsstufe (letztes Kindergartenjahr) bis zum Abitur und zu dem international anerkannten Hochschulzugang International Baccalaureate Diploma führen soll. Unterrichtet wird durch deutsche Lehrer und englische Muttersprachler.

Bauherr der Josef-Schwarz-Schule ist die Dieter-Schwarz-Stiftung, Schulträger Phorms Education. Mit der Eingangsstufe, einer 3-zügigen Grund- und Gemeinschaftsschule und einer 5-zügigen gymnasialen Oberstufe soll sie einmal Platz für 1000 Schüler bieten, Sporthalle und Internat inklusive. Der Baubeginn der Schule ist für 2021 geplant.

Weitere Infos: www.josef-schwarz-schule.phorms.de