Naturdenkmal Schaeuffelensche Insel

Im Naturdenkmalbuch (ohne Datum – vermutlich von 1938) wird die Schaeuffeleninsel wie folgt beschrieben (Beschreibung Oberlehrer Wilhelm Mattes, Heilbronn):  Mächtige hohe, lichte Laubhölzer sind hier zu Gängen und zu Gruppen im Grün der Rasen vereinigt. Ins Rauschen der Blätter mischt sich das Brausen der Wasser beiderseits dieser Erholungstätte. Einst die „große Bleichinsel“ genannt, im südlichen Teil auch „Hospitalgrün“ geheissen als angeschwemmte Insel, die dem Spital gehörte, haben sich nun überall stattliche Platanen, Spitz-, Zitter- und Kanadische Pappeln, Blut- und Rotbuchen entwickelt und noch mancherlei andere Bäume sind dort angepflanzt und wurden in sorglicher Pflege zu einem schönen natürlichen Park gestaltet. Das Spiel des Lichtes durch Ast- und Laubwerk, das Glitzern der eilenden Wellen, das Plaudern und Rätschen, das Huschen und Jagen der Vögel bieten Abwechslung und Anregung, Unterhaltung und Freude. Die ragenden Säulen der Stämme und die reichgegliederte Wölbung des Astwerks bilden eine schützende Halle; wie ein weicher Mantel legt sich das Blattwerk herum und nur gedämpft dringt der Lärm des hastenden Verkehrs herein, der so nahe dabei über die Schienen der Eisenbahn, über die harten Strassen und durch die Wellen des Flusses brandet. Eine Ruhe- und Erholungsstätte, ein richtiges Schutzgebiet ist hier geschaffen.“

Diese anschauliche, emotionale Beschreibung der Schaeuffeleninsel von Wilhelm Mattes (siehe auch Ausführungen „Mattes-Ulme“) spiegelt das damalige Empfinden und Naturverständnis wider. Die Ausweisung der Schäuffeleninsel oder Bleichinsel, wie sie auch genannt wird, erfolgte 1937 mit einer Größe von 2,1 ha.  

Zwischenzeitlich hat die Schaeuffeleninsel, ihren Charakter, der ursprünglich Grundlage zur Ausweisung als Naturdenkmal war, weitgehend eingebüßt. So wurde beim Luftangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 der wertvolle Baumbestand zerstört beziehungsweise erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Zusätzlich ging die Inseleigenschaft durch die Verfüllung des nördlichen Neckararms verloren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden darüber hinaus auf der Schaeuffeleninsel verschiedene Bauvorhaben realisiert.

 
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