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Leben & Soziales

Zeitensprung am Südbahnhof: Bilder einst und heute

In unserer Serie „Heilbronn verändert sein Gesicht“ blicken wir auf das Areal am Südbahnhof. Zwischen 1940 und 2026 ist einiges umgestaltet worden, anderes hat aber auch noch Bestand. Dampfloknostalgie wie einst gibt es heute nicht mehr, dafür wird auf der alten Gleistrasse demnächst ein besonderes Mobilitätsprojekt umgesetzt.

Das Bild zeigt eine Dampflok, die um das Jahr 1940 vom Südbahnhof mit Personenwaggons Richtung Sontheim fährt. Im Hintergrund sind Werksgebäude der Firma Knorr zu sehen. Das Gebäude rechts wurde 1898 erbaut. In den 1930er Jahren war dort die Gaststätte "Fleinerhöhe".
Ein Zug der Bottwartalbahn fährt um 1940 vom Südbahnhof Richtung Sontheim. Hinten sind Werksgebäude der Firma Knorr zu sehen. Aufnahme: unbekannt

Eine qualmende Dampflok führt uns beim zweiten Bildervergleich der Serie „Heilbronn verändert sein Gesicht“ an den Südbahnhof in etwa im Jahr 1940. Ein Zug der Bottwartalbahn ist zu sehen, der den Südbahnhof in Richtung Sontheim verlässt. Gezogen werden die Waggons von einer württembergischen Schmalspurlok der Baureihe 99. 

Im Hintergrund liegt die Charlottenstraße, dahinter sind Werksgebäude der Firma Knorr zu sehen. Das Gebäude rechts außen ist das 1898/99 erbaute Haus Charlottenstraße 2 (Architekten Hermann Maute und Theodor Moosbrugger). In den 1930er Jahren war dort die Gaststätte "Fleinerhöhe“. Ab den 1960er Jahren war darin die "Metro Bar", Teil des Heilbronner Rotlichtviertels am Rathenauplatz. 

Der Südbahnhof verschwand, Knorr gibt es noch

Der Blick im Jahr 2026 am gleichen Standort zeigt: Die Firma Knorr ist an dem Standort noch mit ihrem Werk vertreten. Den Südbahnhof gibt es nicht mehr, die Gleise sind größtenteils verschwunden. Auf dem Areal des Südbahnhofs hat sich ein Lebensmittelmarkt mit großem Parkplatz angesiedelt, daneben ein Ärztezentrum und Wohnhäuser. Die Rotlichtzone ist hier Geschichte. Viele Wohnhäuser im Bild sind inzwischen mit Balkonen umgestaltet worden. Die Ur-Gebäudeform ist aber 86 Jahre später weitgehend erhalten. 

Aus alter Bahntrasse wird Rad- und Fußwegroute 

Was auf den Bildern auffällt: der Wandel der Bedeutung des Automobils. Auf dem Bild vor 86 Jahren ist ein schwarzes Automobil erkennbar. In der Moderne prägen viele Autos den öffentlichen Raum. Der Wandel im Stadtbild geht weiter: Die alte Bottwartalbahn-Trasse wird auf Beschluss des Heilbronner Gemeinderates ab dem Jahr 2027 durchgängig zu einer Rad-und Fußwegachse umgestaltet, die von der Sontheimer Landwehr über den ehemaligen Südbahnhof zur Jägerhausstraße führt. Dabei wird auch der zuletzt ungenutzte Lerchenbergtunnel wieder zu neuem Leben erweckt und ein Teil der Rad- und Fußwegroute sein.