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Bildung & Wissen

Spannende Zeitreise beim Blick auf Heilbronn

Eine neue Serie in der Stadtzeitung zeigt, wie die Stadt Heilbronn ihr Gesicht verändert. Wie sah es mal aus, was ist neu entstanden? Wir vergleichen historische Bilder an ausgewählten Standorten mit dem Stadtbild heute.

Das Bild zeigt eine Ansicht der Stadt mit dem Götzenturm und dem Neckarufer aus dem Sommer 1939.
Blick vom westlichen Neckarufer auf Heilbronn mit dem Götzenturm im August 1939. Der Turm war deutlich dunkler als heute. Der Eiserne Steg über den Neckar wurde 1944 zerstört. (Foto: Theodor Zimmermann)

87 Jahre liegen zwischen den beiden Fotografien oben und unten. Und die Motive vom Götzenturm, von der Brücke über den Neckar und der Wohnbebauung am Neckarufer veranschaulichen deutlich den Wandel im Heilbronner Stadtbild. Der „Eiserne Steg“ von 1939 ist einer Steinbrücke gewichen, der Neckar ist stadtseitig zugänglicher geworden. Zudem hebt sich die aktuelle Wohnbebauung vom Hausbau der früheren Altstadt ab.

Mit der neuen Serie „Heilbronn verändert sein Gesicht“ tritt die Redaktion der Stadtzeitung in Kooperation mit dem Stadtarchiv eine Zeitreise an, um den Wandel in Heilbronns Stadtentwicklung an beispielhaften Orten zu veranschaulichen. Der gleiche Kamerastandort einst und heute hilft, die Entwicklung nachzuvollziehen. In unregelmäßigen Abständen werden wir die Konturen der Stadt früher und aktuell vergleichen und die Zeitmaschine anwerfen.

Blick zurück als Mutmacher für heutige Generation

Für Stadtarchiv-Leiterin Miriam Eberlein ist das neue Serien-Format reizvoll, weil sich beim Vergleich alter Fotos mit dem heutigen Stadtbild Bekanntes, Vertrautes und Fremdes mischen. Die frühere Zeit werde präsent und Geschichte damit greifbar. Der Blick zurück ist für sie wichtig, um Dinge einzuordnen. Dadurch erkenne man, dass es auch früher Krisen gab, die Menschen kreativ waren und immer wieder Lösungen gefunden haben. „Das ist auch für uns heute ein Mutmacher für die Zukunft.“ 

Einige Details fallen auf den Bildern ins Auge. Im historischen Bild ist der rund 30 Meter hohe Turm, 1392 vermutlich aus Steinen der Ritterburg Klingenberg erbaut, durch eine dunkle Farbe geprägt, durchsetzt von helleren Stellen. Der heutige Götzenturm ist hell – die Steine aber sind dieselben. Eine plausible Erklärung, die auch das Stadtarchiv vertritt, liegt in der hohen Rußbelastung durch Industrie und weit verbreitete Holz-öfen in früheren Jahren. Ruß setzte sich auf den Steinen fest. Später wird der Turm bei einer Sanierung abgestrahlt worden sein und hat bei besserer Luftqualität heute sein helles Aussehen erhalten. Die Baumreihe am Neckarufer blieb.

Unterschiede beim Zugang zum Fluss

Der 1878 erbaute Eiserne Steg, der nur zu Fuß oder für Handwagen nutzbar war, ist 1944 zerstört worden. Auch viele alte Häuser an der Neckarfront sind beim verheerenden Bombenangriff auf Heilbronn im Dezember 1944 zur Ruine geworden. Moderne, heute bunte Mehrfamilienhäuser schufen neuen Wohnraum. Auffällig ist, dass der Zugang zum Fluss 1939 auf der Innenstadtseite stärker abgeschottet war durch eine senkrechte Steinwand oder eine steile Rampe. Nur eine schmale Treppe führte ans Wasser. Heute führen mehrere Treppen mit vorgelagerter Fläche zum Verweilen und ein Weg zum Fluss-ufer.  Zudem plant die Stadt, hier eine moderne Uferpromenade anzulegen und den Fluss auf längerer Fläche zugänglich zu machen.

Links im Bild sind die Türme von St. Peter und Paul und der Kilianskirche zu sehen. Bei St. Peter und Paul ist 1939 ein Zwiebelturm vorhanden, der in der Bombennacht getroffen wurde. In der Nachkriegszeit entstand der spitz zulaufende, grünliche Turmhelm. 

Die historischen Bilder sucht Stadtarchiv-Fotografin Barbara Kimmerle aus und geht mit dem Motiv bei guten Lichtverhältnissen an die Stelle in der Stadt. Vor Ort dauert es etwas Zeit, bis der korrekte Standort gefunden ist. Sie findet die Aufgabe reizvoll, weil „der Wandel in der Stadt“ sichtbar wird. 

Fundus alter Bilder

Viele historische Bilder gibt es im Stadtarchiv beispielsweise in der Heuss-Datenbank. Einige der Bilder sind auch über die Webseite stadtarchiv.heilbronn.de einsehbar oder in Ausstellungen im Haus der Stadtgeschichte. Eine schöne Quelle historischer Bilder ist zudem der vom Stadtarchiv herausgegebene Band „Heilbronn in frühen Farbfotografien“.