Gesetzliche Betreuungen

Psychische Erkrankungen, aber auch körperliche, geistige oder seelische Behinderungen können dazu führen, dass Menschen sich ganz oder teilweise nicht mehr um ihre Angelegenheiten kümmern können. In diesen Fällen kann die Bestellung eines Betreuers im Sinne des Betreuungsgesetzes erforderlich werden. Dabei soll der Betreuer in individuell festgelegten Aufgabenkreisen zum Wohl des Betroffenen handeln und dessen Wünsche, Interessen und Möglichkeiten berücksichtigen.

Ein Betreuer wird nur bestellt, wenn keine anderen Hilfen zur Verfügung stehen. Wenn es darum geht, dass jemand rein tatsächliche Angelegenheiten nicht mehr selbstständig besorgen kann, seinen Haushalt beispielsweise nicht mehr führen oder die Wohnung nicht mehr verlassen kann, so muss vorrangig geklärt werden, welche praktischen Hilfen erforderlich sind (z.B. der Einsatz eines Pflegedienstes). Ist dem Betroffenen die Organisation dieser Hilfen gegebenenfalls auch mit Unterstützung Dritter möglich, ist eine Betreuerbestellung in der Regel nicht erforderlich. Der rechtliche Betreuer selbst bietet keine praktische Hilfestellung im Alltag, sondern organisiert diese.

Vermieden werden kann eine Betreuung auch, wenn bereits eine Vertrauensperson bevollmächtigt wurde oder noch bevollmächtigt werden kann. Voraussetzung hierfür ist, dass der Vollmachtgeber zum Zeitpunkt der Ausstellung der Vollmacht geschäftsfähig ist.

Wer kann als rechtlicher Betreuer eingesetzt werden?

Zum rechtlichen Betreuer können in erster Linie Menschen aus dem persönlichen Umfeld des Betroffenen, (z.B. Familienangehörige) bestellt werden. Unterstützung finden zum Betreuer bestellte Angehörige beim Betreuungsverein Heilbronn.

Auch ehrenamtlich engagierte Menschen kommen für die Übernahme einer Betreuung in Betracht, wenn aus dem familiären oder sozialen Umfeld niemand für sie zur Verfügung steht. Diese werden vom Betreuungsverein Heilbronn begleitet und geschult.

Es kommt vor, dass die betroffene Person kein soziales Umfeld hat, sich niemand aus diesem Kreis bereit erklärt, die rechtliche Betreuung zu übernehmen, und auch kein sonstiger ehrenamtlicher Betreuer zur Verfügung steht. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, dass ein Vereins- oder Berufsbetreuer die Betreuung übernimmt.

Wer kann eine Betreuung anregen und wie geht es dann weiter?

Jeder hat die Möglichkeit, beim örtlichen Betreuungsgericht eine Betreuung für sich selbst zu beantragen oder für eine andere Person anzuregen. Das Betreuungsgericht informiert die Betreuungsbehörde über die Betreuungsanregung und beauftragt sie mit der Erstellung eines sogenannten Sozialberichts. Auf Grundlage dieses Berichts, eines ärztlichen Sachverständigengutachtens und eines persönlichen Gespräches mit dem Betroffenen entscheidet der zuständige Notar, ob eine Betreuung notwendig ist oder nicht und wer gegebenenfalls als Betreuer eingesetzt wird.

Vordrucke zur Anregung einer gesetzlichen Betreuung hält die Betreuungsbehörde der Stadt Heilbronn vor.

Wesentliche Aufgaben der Betreuungsbehörde Heilbronn

  • Allgemeine Informationen und Beratung zu Fragen des Betreuungsrechts
  • Allgemeine Informationen zu Vorsorgevollmachten, Betreuungs- und Patientenverfügungen
  • Unterschriftsbeglaubigungen auf Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen
  • Unterstützung des Betreuungsgerichts bei der Prüfung der Erforderlichkeit und des Umfangs einer gesetzlichen Betreuung, Vorschlag geeigneter Betreuer
  • Beratung von Angehörigen, die eine Betreuung übernehmen möchten oder bereits führen
  • Gewinnung und Unterstützung von Berufsbetreuern
  • Führung von Betreuungen
 
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