Gegen wilden Müll: Waste Watcher sind auf Erfolgskurs

„Gerade an Problemstellen konnten wir bereits deutliche Verbesserungen feststellen“, betont Sebastian Zickler, der Leiter des Ordnungsamtes. Zudem zeige sich, dass die sichtbare Präsenz der Waste Watcher „zu einem stärkeren Bewusstsein für mehr Sauberkeit im öffentlichen Raum beiträgt“.
In rund einem Drittel der Fälle wird Müllverursacher ermittelt
Die Erfolgsquote der Waste Watcher ist erfreulich. 884 Einsätze stehen insgesamt in der Bilanz der ersten sechs Monate bis April. In dem Zeitraum gab es 302 verfolgte Ordnungswidrigkeiten, bei denen ein Verursachender auch ermittelt werden konnte – rund ein Drittel der Fälle.
Zum Teil ist der Job der Waste Watcher ein Stück Detektivarbeit. Im wilden Müll suchen die drei Teammitglieder Hinweise auf die Verursacher oder befragen Anwohner. Erhalten sie klare Informationen, kann es mit einem verhängten Bußgeld teuer werden für Müllsünder. Bei einer wilden Bauschuttablagerung in der Großgartacher Straße wurde ein Verursacher ermittelt. Auf die Anzeige folgte ein Bußgeld über 750 Euro. Und auch bei illegalem Sperrmüllablagerungen in der Gildenstraße standen am Ende Bußgelder in Höhe von 200, 500 und 1000 Euro.



Ein enger Kontakt mit der Stadtreinigung und den Entsorgungsbetrieben hilft, das Stadtbild zu verbessern. Zum Beispiel in der Siebeneichgasse führten Kontrollen, Abstimmungen mit Anliegern und umfassende Reinigungen zu einer spürbaren Verbesserung der Situation. Auch im Glockengießerhof konnte durch ein kombiniertes Vorgehen das Gesamtbild deutlich ansehnlicher werden (siehe Fotos).
Bürgerinnen und Bürger geben gezielt Hinweise
In der Klarastraße sorgten tägliche Kontrollen, Aufklärungsgespräche und die Zusammenarbeit mit den Entsorgern für ein deutlich ansehnlicheres Straßenbild. Auch an problematischen Containerstandorten kontrolliert das Team regelmäßig. Erste Verbesserungen sind auch hier sichtbar.
Zumeist sind die Waste Watcher in Uniform unterwegs und als Ansprechpartner für die Bevölkerung sichtbar. Die Resonanz ist positiv. Regelmäßig geben Bürgerinnen und Bürger gezielt Hinweise, bedanken sich für den Einsatz oder fragen nach Visitenkarten, um Kontaktdaten der Waste Watcher weiterzugeben.
Eine Erkenntnis ist, dass nicht nur Fehlverhalten eine Rolle beim Müll spielt, sondern auch fehlende Informationen. „Teilweise war Bürgerinnen und Bürgern nicht bekannt, dass es Recyclinghöfe gibt oder andere Entsorgungsmöglichkeiten“, fasst Sebastian Zickler zusammen. Direkte Ansprache und Aufklärung wirken. „Deshalb wird Aufklärungsarbeit ein wichtiger Bestandteil des Projekts bleiben.“



