Zukunft Innenstadt: Ein Spaziergang durch Heilbronns City

Ankommen: Bessere Erreichbarkeit und neue Grünakzente
Unser Spaziergang beginnt in der nördlichen Innenstadt. Wer hier parkt, merkt: Das Handyparken funktioniert inzwischen reibungslos. Keine Suche nach Kleingeld mehr, kein Sprint zum Automaten. Ebenso fällt auf, dass das Fahrradfahren in die Innenstadt leichter geworden ist. Denn nach und nach tauchen neue Radabstellanlagen auf, jüngst erst in der Sonnengasse, die in der Titotstraße und an der Wollhausstraße wurden erneuert.
Einige Schritte von der Sonnengasse entfernt erwartet uns die frisch begrünte Fassade des städtischen Gebäudes Lohtorstraße 22. Sie steht stellvertretend für das, was die Stadt auf dem Weg zur „Grünen Hauptstadt Europas 2027“ noch vorhat. Denn mehr Grün an Gebäuden, mehr Schatten, mehr Entsiegelung und mehr Klimaanpassung sind wichtige Aspekte mit Blick auf immer heißer werdende Sommer.
Auf dem Marktplatz sind die Veränderungen am Abend besonders spürbar. Die neue LED-Beleuchtung lässt den Platz deutlich heller wirken. Und noch besser: Es wird nur halb so viel Energie verbraucht wie zuvor.
Beim Weiterlaufen fällt auf: Auch viele Schaufenster sind abends länger beleuchtet. Hinter dieser kleinen Veränderung steckt die Aktion „Lass doch mal das Licht an“, an der sich zahlreiche Händler und Gastronomen beteiligen. Sie macht den Stadtraum auch nach Ladenschluss einladender.
Biegt man in die Fußgängerzone Richtung Fleiner Straße ein, springen die neuen Pflanzkübel ins Auge. Rund 50 davon sind inzwischen verteilt. Zwischen Geschäften, Cafés und Laufwegen haben sie im Sommer frische Farbtupfer gesetzt.
Lebendige Orte: Jugendtreff und Quartiersarbeit
Weiter geht es Richtung Wollhaus. Hinter der Nummer 17 liegt seit dem Sommer der neue Jugendtreff „Treff 17“. Drinnen spielen Jugendliche Tischtennis oder sitzen gemütlich auf den Sofas. Seit der Eröffnung im Juli wurde er bereits über 500-mal besucht. Ein niederschwelliger Ort, den die Innenstadt lange nicht hatte.
Doch auch für andere Altersgruppen soll es künftig einen Treffpunkt in der Innenstadt geben. Bis das Quartierszentrum in der Sülmerstraße 68 umgesetzt ist, startet die Quartiersarbeit zunächst dezentral. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. November beschlossen. Mit einem Quartiersbüro vor Ort in der Sülmerstraße und zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen in weiteren Räumen lokaler Partner in der Innenstadt. Die Idee: näher dran sein an den Menschen, die hier wohnen und Begegnungsorte ohne Konsumzwang schaffen.
Sauberer, heller, sicherer: Ein Stadtbild im Wandel
Wenige Schritte weiter begegnet man vielleicht den neuen „Waste Watchern“. Sie gehören zum verstärkten Kommunalen Ordnungsdienst und gehen konsequent gegen wilde Müllablagerungen vor. Ihr Einsatz zeigt, dass Sauberkeit und Sicherheit zwei Seiten derselben Medaille sind. Doch auch darüber hinaus ist der Kommunale Ordnungsdienst zwischenzeitlich noch sichtbarer geworden. Insgesamt zwölf neue Stellen wurden in den vergangenen Monaten geschaffen.
Auch die Polizei ist im Zentrum präsent: Seit September wird der Marktplatz videoüberwacht, und die Waffenverbotszone bleibt ein wirksames Instrument, dessen Wirkung sich im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung bestätigt hat.
Impulse für Handel und Gastronomie
Doch wohin soll uns der Spaziergang als nächstes führen? Tipps dafür gibt die neue Social-Media-Reihe „Echt jetzt, Heilbronn?“. In kleinen Kurzfilmen werden Handel und Gastronomie porträtiert, unbekannte Produkte oder besondere Menschen hinter den Kulissen werden sichtbar. Und auch dort, wo aktuell Leerstand herrscht, soll es künftig attraktiver werden. Denn ein Gestaltungsbaukasten der Wirtschaftsförderung soll die Wartezeit bis zur Neunutzung attraktiver macht.
Ein größeres Kapitel wurde mit Beschluss des Gemeinderats Ende November aufgeschlagen: Die SParkmünze wird auf Wunsch der Stadtinitiative abgeschafft. Bis Ende 2027 bleiben vorhandene Münzen gültig. Ab 2026 aber fließen die freiwerdenden finanziellen Mittel in etwas Neues: Die „Heilbronner Erlebniswochen“ bringen von April bis Juni 2026 unter dem Motto „Veranstaltungen entdecken. Mitmachen. Heilbronn erleben.“ Aktionen von Handel, Gastronomie, Kultur und Initiativen unter einer gemeinsamen Klammer zusammen und machen die Heilbronner Innenstadt mehrere Wochen lang zum lebendigen Entdeckerraum. Die besonderen Mitmach-Angebote der Erlebniswochen sollen mehr Menschen in die City locken und die Vielfalt der Innenstadt sichtbar und erlebbar machen.
Bei allem Fortschritt brauchen manche Vorhaben noch Zeit: Das „Mediterrane Gässle“ am Wollhaus oder der Verkehrsversuch in der Gerberstraße können erst starten, wenn notwendige Leitungsarbeiten abgeschlossen sind. Und hinsichtlich anderer Sofortmaßnahmen, wie dem Gründerwettbewerb 2.0, stehen aktuell noch Förderentscheidungen seitens des Landes aus.
Strategische Weichenstellungen: Zukunftskonzept und Rahmenplan
Während diese Sofortmaßnahmen sichtbar werden, arbeitet die Stadt parallel an den großen Linien: Das Zukunftskonzept Innenstadt bildet den Kompass für die kommenden zwei bis fünf Jahre. Es bündelt Ziele, Maßnahmen und Prioritäten so, dass die zahlreichen Projekte klar steuerbar werden und auf ein gemeinsames Bild der Heilbronner Innenstadt einzahlen. Ergänzend dazu wagt der städtebauliche Rahmenplan den Blick weiter nach vorne und beantwortet zentrale Fragen: Wie sollen die Innenstadtquartiere künftig aussehen? Welche Nutzungen gehören wohin? Und welche Freiräume und Aufenthaltsbereiche braucht eine lebendige, lebenswerte City von morgen? Beide Grundlagen entstehen in einem gemeinsamen, breit angelegten Beteiligungsprozess mit Politik, Stadtgesellschaft und Bürgerschaft.
Kompetenzzentrum Innenstadt: Eine neue Schaltstelle
Unser Spaziergang endet im Rathaus. Genauer gesagt im Kompetenzzentrum Innenstadt, das die Stadt zum 1. September eingerichtet hat. Es bündelt Projekte, koordiniert Ämter, stärkt die Kommunikation und sorgt dafür, dass Sofortmaßnahmen und langfristige Planungen zusammenpassen.
„Unser Ziel ist eine Innenstadt, die zum Verweilen einlädt, die verbindet und die in ihrer Vielfalt sichtbar wird“, sagt Nadine Izquierdo, Leiterin des Kompetenzzentrums. „Das Kompetenzzentrum bündelt die Kräfte, damit dieser Wandel Schritt für Schritt erlebbar wird.“



